Subingen
Deutsch lernen in regionalen statt regulären Klassen

Die aktuelle Situation bei der Förderung zugezogener Kinder mit wenig oder gar keinen Deutschkenntnissen sei nicht befriedigend. Dies erfuhr der Subinger Gemeinderat aus einem Bericht von Schulleiter Sandro Reichen.

Marlene Sedlacek
Merken
Drucken
Teilen
Lehrpersonen und die restlichen Schüler werden belastet, wenn Schüler in der Klasse sind, die noch nicht Deutsch sprechen. (Symbolbild)

Lehrpersonen und die restlichen Schüler werden belastet, wenn Schüler in der Klasse sind, die noch nicht Deutsch sprechen. (Symbolbild)

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Die Kinder erhalten während eines halben bis zu einem Jahr einen sogenannten Intensivkurs mit bis zu fünf Deutschlektionen in der Woche. Dies während des regulären Unterrichts. Damit würden die Lehrpersonen und die restlichen Schüler stark belastet, bemängelt der Schulleiter Sandro Reichen. Da sich auch andere Gemeinden mit solchen Problemen konfrontiert sehen, entstanden vor einiger Zeit zwei regionale Klassen für fremdsprachige Kinder. In diesen Klassen nehmen diese während mindestens acht Wochen vormittags an einem Intensivkurs teil. Am Nachmittag besuchen sie die Regelklasse an ihrem Wohnort.

Der Schulleiter beantragte dem Subinger Gemeinderat, sich an den regionalen Klassen zu beteiligen. Die Kosten könnten für Subingen leicht höher ausfallen als heute, je nachdem wie viele Kinder betroffen wären. Eine Teilnahme der Gemeinde würde sich auf rund 10'500 Franken pro Jahr belaufen. «Diesen Betrag müssten wir bezahlen, auch wenn wir in einem Jahr keine Zuzüge fremdsprachiger Kinder haben», erklärte der Ressortleiter Bildung, Praveen Wyss (FDP). Heute kostet eine Lektion Deutsch als Zweitsprache 3200 Franken pro Jahr. Bei drei Kindern würden die Kosten bei beiden Varianten ungefähr gleich ausfallen. «In den letzten Jahren hatten wir immer etwa drei Familien», sagte Wyss.

Der Gemeinderat ist gegenüber einer solchen Lösung grundsätzlich positiv eingestellt. Er vertagte den Entscheid jedoch auf die nächste Sitzung, an welcher der Schulleiter anwesend ist und präzisere Angaben über die Kosten machen kann.

Veloweg im Winter zumutbar

Einige Familien mit Kindern im Oberstufenzentrum ersuchten beim Gemeinderat um die Übernahme der Kosten für das Busabonnement für die Schüler, wie dies in einigen anderen Gemeinden der Fall ist. Im Winter sei der Schulweg mit dem Velo für die Kinder nicht zumutbar, führten die Eltern an. «Wir haben einen guten Veloweg», meinte Praveen Wyss. Im Winter seien die Wetterverhältnisse nur an wenigen Tagen so schlecht, dass der Weg unzumutbar wäre. Einstimmig lehnte der Rat das Gesuch ab.

Ebenfalls keine Zustimmung fand der Antrag einer in Subingen wohnenden Familie, ihre Kinder in eine andere Gemeinde in den Kindergarten zu schicken. «Wir wollen keinen Schülertourismus», bekräftigte Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold (SP).

Wie Neuzuzüger begrüssen?

Alain Bessire (SP) beklagte sich, dass der Neuzuzügeranlass auf immer weniger Interesse stosse. Die Kultur- und Jugendkommission wollte deshalb beliebt machen, die neuen Bürger und Bürgerinnen an einem Apéro im Politzelt anlässlich der Maichilbi willkommen zu heissen.
Der Subinger Gemeinderat wies das Gesuch jedoch an die Kommission zurück. Urs Ledermann (FDP) forderte, den Variantenfächer aufzumachen und weitere Möglichkeiten zu prüfen.

Beispielsweise einen Anlass im Rahmen der 1. August-Feier von Subingen oder an einer Gemeindeversammlung. Man müsse auch bedenken, dass die Chilbi im 2020 gar nicht stattfindet, merkte Ledermann an.