In den Jahren 2005 und 2007 traten Emme und Aare über die Ufer. Die Schäden in den umliegenden Gemeinden waren gross und die kantonalen Behörden reagierten mit der Erarbeitung der «Massnahmenplanung Hochwasserschutz», der die Ausarbeitung diverser Hochwasserschutzprojekte folgte. Im März 2010 bewilligte das Solothurner Stimmvolk einen Verpflichtungskredit von 22 Miollionen Franken zugunsten der Revitalisierung und der Hochwasserschutzmassnahmen entlang der Emme von der Kantonsgrenze bei Gerlafingen bis zum Wehr in Biberist.

Die Zustimmung war mit 82 Prozent und einem Ja in allen zehn Bezirken deutlich. Auch die Projekte im unteren Kantonsteil wurden klar bewilligt und dürften bis Ende Jahr abgeschlossen sein. Bereits wurde zudem mit den Arbeiten für das 4,6 Kilometer lange zweite Teilstück entlang der Emme begonnen, das sich vom Wehr Biberist bis hin zur Aare erstreckt.

Das revitalisierte Emmeufer in Biberist und Gerlafingen wurde im September 2012 feierlich eingeweiht. Endgültig abgeschlossen wurden die Arbeiten bis Ende 2013. Die Emme hat ein komplett neues Gesicht erhalten. Dazu beigetragen hat vor allem die Aufweitung des Flussbettes und der Einbau von Kleinstrukturen im Bereich des Flussbettes. Am linken Emmeufer wurde zudem ein neuer Hochwasserschutzdamm errichtet, der zu einem viel begangenen Spazierweg geworden ist.

Der zweite Teil des Emmenschutzprojekts hat bereits begonnen...

Kredit unterschritten

Der Kostenteiler für den Verpflichtungskredit von 22 Millionen Franken sah eine Beteiligung des Bundes von 35 Prozent, des Kantons von 45 Prozent, der Gemeinde Biberist von 16 Prozent und der Gemeinde Gerlafingen von 4 Prozent vor. Die Abrechnung, die nun vom Regierungsrat genehmigt wurde, zeigt auf, dass die Umsetzung der Massnahmen für insgesamt 18,3 Millionen Franken ausgeführt werden konnten. Damit wurde der Kredit um 3,7 Millionen Franken unterschritten.

Zusätzlich konnte der Bundesbeitrag dank eines qualitativ guten Projektes von 35 auf 41,9 Prozent erhöht werden. Das sei zwei Umständen zu verdanken, wie Gabriel Zenklusen (Abteilungsleiter Wasserbau, Amt für Umwelt) auf Nachfrage erklärt. Einerseits der qualitativ guten technischen Umsetzung der ausgeführten Massnahmen. Und andererseits der Notfallplanung der beteiligten Gemeinden, deren Wehrdienste sich intensiv mit den Szenarien eines weiteren Hochwassers beschäftigt haben. «Das sind Mehrleistungen, die vom Bund mit einem höheren Beitrag abgegolten werden.»

Konkret heisst dies, dass der Bund 7,681 Millionen Franken an die Massnahmen bezahlt hat. Der Kantonsbeitrag reduzierte sich anteilmässig auf 7,353 Millionen Franken. Biberist musste 2,614 Millionen an die Massnahmen berappen und Gerlafingen 653'642 Franken.