Millionen-Überschuss
Derendingen sieht Aufschwung in mehrfacher Hinsicht gesichert

Der Derendinger Gemeinderat verabschiedete die gewinnreichen Jahresrechnungen der Einwohnergemeinde und der Elektrizitäts- und Wasserversorgung. Die Rechnung 2014 sieht ein Plus von 4,6 Millionen Franken vor.

Gundi Klemm
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Das Gemeindehaus von Derendingen.

Das Gemeindehaus von Derendingen.

Felix Gerber

Einen vergleichbar hohen Ertragsüberschuss hat Finanzverwalter Peter Weibel bisher nur einmal im Jahr 1999 erlebt. Damals führte dies zu einer erheblichen Senkung des Steuerfusses. Weibel stellte dem Rat die besonderen Gründe vor, die diesmal bei einem Aufwand von 33,6 Mio. und einem Ertrag von 38,2 Mio. bei einem Steuersatz von 133 Prozent zu einem solch erfreulichen Rechnungsplus in Höhe von 4,6 Mio. Franken führten.

Weniger Ausgaben waren nötig beim Personal (208'000 Franken), beim Sachaufwand (800'000 Franken), und wegen des inzwischen wertverminderten Verwaltungsvermögens waren auch weniger Abschreibungen zu tätigen (900'000 Franken).

Eine wichtige Rolle spielen der Finanzausgleichs-Beitrag mit 2,4 Mio., weitere Subventionen und der Lastenausgleich, der die Kosten der Sozialhilfe bei Gesamtausgaben in der Sozialen Wohlfahrt von rund 12 Mio. mitträgt. Der Hauptgrund für die Besserstellung liegt aber im hervorragenden Steuereingang, der statt mit den budgetierten 15,9 Mio. immerhin mit 19,1 Mio. Franken die Gemeindekasse gepolstert hat.

Der Rat entschied mit Blick auf HRM2, den Überschuss von 4,6 Mio. für zusätzliche Abschreibungen auf acht Objekte im Betrage von 3,4 Mio. sowie auf Vorfinanzierungen und Eigenkapital im Umfang von rund 1,9 Mio. Franken zu verwenden. Günstig abgeschlossen hat auch die Investitionsrechnung, die inklusive Zentrumsplanung im Umfang von einer Viertelmillion bei 1,46 Mio. Gesamtausgaben Einnahmen von 846 000 Franken – vor allem dank Anschlussgebühren- verzeichnet. Der Anteil Fremdkapital konnte durch Rückzahlungen im Berichtsjahr von 20 auf rund 17 Mio. Franken gesenkt werden. Die Gemeinde weist mit einem Eigenkapital von 3,5 Mio. jetzt ein Pro-Kopf-Nettovermögen von 536 Franken aus.

Steuersegen

«Dass im Umfang von 15,5 Mio. allein 1,5 Mio. Franken mehr an Steuern als budgetiert von natürlichen Personen gezahlt wurde, hängt mit unserer anhaltenden Bevölkerungszunahme auf rund 6 400 Personen zusammen», betonte Gemeindepräsident Kuno Tschumi.

In mehrfacher Hinsicht sieht er für Derendingen bedingt durch Bautätigkeit und Industrieansiedlungen einen weitergehenden Aufschwung gesichert. Die umsichtige Budgetierung mit Abwägung der Risiken unter Einbezug einer langfristigen Optik bewähre sich, dankte der Gemeindepräsident allen Beteiligten für Mitarbeit und Disziplin.

Im Weiteren hat der Rat:

- Bruno Trottmann auf Antrag der FDP in die Finanzkommission und Urs Jäggi in den Verwaltungsrat der EWD und Bauverwalter Roger Spichiger als Vertreter der Gemeinde in den KEBAG-Verwaltungsrat gewählt

- die übernächste Gemeindeversammlung auf den 8. Dezember festgelegt, um synchronisiert zum gleichen Zeitpunkt wie die TOP 5-Partner über «Eintreten in die Fusion» zu befinden. Die Urnenabstimmung ist für den 28. 2. 2016 vorgesehen

- sich inhaltlich über bevorstehende Generalversammlungen von Zweckverbänden informiert: Die Nachfolge in der Heimleitung im Alters- und Pflegeheim Derendingen-Luterbach ist noch nicht bekannt. Laut Bauverwalter Spichiger schliesst die Abrechnung des Heimumbau- und Erweiterungsprojektes deutlich unter dem Voranschlag ab. Über die bevorstehende ZASE-GV (Zweckverband Abwasser Solothurn-Emme) berichtete Ratsmitglied Roger Siegenthaler. (gku)

Zuvor hatte sich der Gemeinderat noch mit drei Nachkrediten des Regionalen Sozialdienstes Wasseramt-Ost von fast 1 Mio. Franken auseinandergesetzt, deren Genehmigung aber gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Rechnung wird wie diejenige der Einwohnergemeinde von der BDO als Revisionsstelle überprüft. Mit einer transparenter agierenden KESB (Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde) würden demnächst nach deren Startschwierigkeiten hoffentlich die rasant gestiegenen Kosten besonders bei Fremdplatzierungen wieder sinken müssen, unterstrich der Gemeindepräsident.

Zu Jahresende 2014 umfasste Derendingen 6320 Einwohnerinnen und Einwohner, fast 200 mehr als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn 2015 ist die Einwohnerzahl weiter um fast 200 Personen gewachsen.

Elektrizitäts- und Wasserversorgung (EWD)

Die EWD als mit einem Eigenkapital von 5 Mio. und Rücklagen von 5,8 Mio. ausgestattete hundertprozentige Tochter der Einwohnergemeinde legt, wie der neue Geschäftsleiter Peter Rindlisbacher (Bolken) als Nachfolger von Martin Reinhard im Rat ausführte, ein konsolidiertes Betriebsergebnis mit einem Überschuss von 142 733 Franken vor.

Die Abgeltung an die Einwohnergemeinde beträgt aus Wasser und Strom rund 480 000 Franken. Zu beiden Rechnungen wird sich die Gemeindeversammlung ebenso wie zum kommunalen Haushalt 2014 am 2. Juni äussern können.