Rechnung

Derendingen reitet auf der Erfolgswelle

Obwohl noch keine Schaufel geführt wurde, beeinflusst das 36,5-Millionen-Bauprojekt Derendingen Mitte schon jetzt den Finanzhaushalt der Gemeinde stark.

Obwohl noch keine Schaufel geführt wurde, beeinflusst das 36,5-Millionen-Bauprojekt Derendingen Mitte schon jetzt den Finanzhaushalt der Gemeinde stark.

Der Derendinger Gemeinderat nimmt erneut ein Riesenplus mit der Rechnung 2016 zur Kenntnis.

Derendingen reitet weiterhin auf der Erfolgswelle. Nach dem Rekordplus vor zwei Jahren mit 4,6 Millionen und 2,8 Millionen im letzten Jahr vermeldete Finanzverwalter Peter Weibel ein Plus von 3,965 Millionen Franken. Dies bei Aufwänden in der Rechnung 2016 in der Höhe von 34,655 Mio. Franken.

Dabei sind es nicht nur Mehreinnahmen oder Minderausgaben in einzelnen Sparten, etwa in der Bildung, die zum guten Ergebnis beigetragen haben. Ein wichtiges Einnahmeplus ist bei den Steuern erfolgt. Nochmals profitierte die Rechnung 2016 vom Steuerfuss 133. Dieser wurde ja 2017 auf 128 Punkte gesenkt. Bei den natürlichen Personen liegt das Plus bei über einer halben Million Franken im Vergleich zur Vorjahresrechnung.

Und nochmals eine zusätzliche halbe Million Franken wurden mit den Steuern der Vorjahre eingenommen. Auch die juristischen Personen liessen sich nicht lumpen. Hier gab es gut 400'000 Franken zusätzlich. Massiv sind auch die Zusatzeinnahmen mit den Grundstücksgewinnsteuern, die von 117 000 Franken im 2015 auf 295'000 Franken im 2016 stiegen.

Und noch eine Million abgebaut

Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP) freute sich, dass erneut ein Schuldenabbau möglich wird. «Wir haben es in der letzten Dekade geschafft, die Schulden von früher 33 Mio. Franken auf unter 10 Mio. Franken zu bringen.» Finanzverwalter Peter Weibel konnte diesbezüglich gleich vermelden, dass auch 2017 bereits wieder eine weitere Million Franken Schulden abgebaut werden konnte. Diese liegen noch bei 7,5 Mio. Franken.

Markus Zürcher, Präsident der Finanzkommission, kommentierte: «Wir haben wahrscheinlich ganz viel gut gemacht.» Gemeinsam habe man frühzeitig die Weichen gestellt für das in den nächsten Jahren zu realisierende Bauprojekt Derendingen Mitte (Kosten: 36,5 Mio. Franken) und verzichtete während längerer Zeit auf unnötige Investitionen. Diese betrugen 2016 dennoch 4,2 Mio. Franken. Hier schlug Derendingen Mitte bereits mit 2 Mio. Franken zu Buche.

Die Finanzkommission unterstütze den Antrag des Finanzverwalters zur Überschussverwendung. Einerseits soll zusätzlich zu den ordentlichen Abschreibungen das alte Verwaltungsvermögen gleich auf Null abgeschrieben werden (1,6 Mio. Franken). Beinahe eine Million soll zusätzlich auf dem neuen Verwaltungsvermögen abgeschrieben werden. Bleiben noch 1,35 Mio. Franken als Einlage fürs Eigenkapital.

Die Finanzkennzahlen von Derendingen gehen in eine positive Richtung. Der Selbstfinanzierungsgrad betrug 2016 fast 166 Prozent. Der Kapitaldienstanteil liegt bei 1,02 Prozent. Und inzwischen hat die Gemeinde ein Vermögen pro Kopf von 1579 Franken.

Markus Baumann (SP) kritisierte einzig den engen zeitlichen Rahmen. «Ich kam nicht dazu, die Rechnung so durchzusehen, dass ich auch Fragen stellen könnte.» Der Finanzverwalter erklärte den Zeitdruck mit der Umstellung auf das Rechnungsmodell HRM2. Tschumi will den Zeitplan überprüfen. Die Rechnung wurde mit 10 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung genehmigt.

Tempo 30 ohne Ausschilderung

Kurz vor den Sommerferien plant Roger Siegenthaler (FDP) einen Informationsanlass zu den vorgesehenen Bauarbeiten auf der Hauptstrasse. Hier steht ein Postulat Tempo 30 im Raum.

Nach längerem Hin und Her will der Kanton, laut Gemeindepräsident, die Strasse für Tempo 30 ausbauen, aber nicht mit Tempo 30 beschildern. «Die Möblierung der Strasse vom Floraplatz bis zur Gemeindeverwaltung soll aufs Tempo drücken.» Eine wirkliche Wirkungsanalyse ist aber bis 2022 kaum möglich, weil auf der Hauptstrasse immer wieder gebaut wird.

Die Postulanten hätten die Bemühungen von Gemeinde und Kanton positiv gewertet. Der Antrag von Tschumi zuhanden der Gemeindeversammlung, das Postulat für erheblich zu erklären und gleich abzuschreiben, wurde einstimmig gutgeheissen. Siegenthaler konnte noch vermelden, dass eine Auflage bereits im Frühherbst erfolgen könnte. Eine bisher vorgesehene, gleichzeitige Auflage der Sanierung Kreuzplatz sei aber nicht möglich.

Im Weiteren wurde der Rückkommensantrag zur SP-Motion «Für alle Kinder den Zugang zur Musikschule kostengünstig ermöglichen» mit 4 Ja- zu 7 Nein-Stimmen abgelehnt. Die Motion der SP fordert einen kostengünstigeren Zugang zur Musikschule für alle Schüler, sprich einen jährlichen Elternbeitrag von 120 Franken. CVP und FDP haben eine Motion zur ganzheitlichen Evaluierung und Neugestaltung der Derendinger Musikschule lanciert. Beide Motionen waren an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 14. März für erheblich erklärt worden. Der Gemeinderat hat an der letzten Sitzung beschlossen, beide Motionen gemeinsam zu behandeln und dem Volk erst im Herbst vorzulegen.

Markus Baumann drängte, die SP-Motion gleich umzusetzen und nicht auf die lange Bank zu schieben. «Sonst denken die Leute: Die machen sowieso, was sie wollen.» Daniel Adam (FDP) stellte den Antrag auf Nichteintreten, weil ein Rückkommensantrag eigentlich noch in der gleichen Sitzung gestellt werden muss, in der das Geschäft behandelt wird. Und für eine Wiedererwägung fehle es an neuen Fakten.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1