Derendingen
Gebäudekomplex «Derendingen Mitte» hinterlässt tiefe Spuren in den Gemeindefinanzen

Der Aufwandüberschuss im Budget 2022 ist keine Überraschung. Er wurde gelindert mit einem «Geschenk».

Urs Byland
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Neubau Zentrum Mitte im Dezember 2020.

Neubau Zentrum Mitte im Dezember 2020.

Hanspeter Bärtschi

Mit Derendingen Mitte hat die Gemeinde im Zentrum einen fast schon städtischen Gebäudekomplex mit Infrastruktur für Schule, Vereine, Polizei und EWD geschaffen. Gross waren auch die Kosten mit rund 38 Mio. Franken, was bis weit in die 2050er Jahre einen jährlichen Abschreiber von über 1,1 Mio. Franken zur Folge hat.

Die Gemeinde könnte mit positiven Rechnungen und ausserordentlichen Abschreibungen diese Situation verbessern. Doch bis es soweit ist, dass die Derendinger Rechnung beispielsweise von zusätzlichen Steuereinnahmen durch die erhofften Zuzüger profitieren kann, dauert es noch eine Weile. Prognostiziert wurde schon immer ein Aufwandüberschuss in den Rechnungen der nächsten Jahre. Das Budget 2022 sieht entsprechend den Prognosen einen Aufwandüberschuss vor. Das wird auch in den nächsten Jahren der Fall sein.

Aufwertungsreserve wird aufgelöst

Etwas Linderung verschaffte der Gemeinderat dem roten Budget mit einem Geschenk. Er stimmte der Auflösung der Aufwertungsreserve EWD zu. Diese Reserve besteht seit der Auslagerung der ehemaligen Elektra-Spezialfinanzierung in die Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen (EWD) im Jahr 2002. Die Rücklage war über all die Jahre eine unantastbare Reserve. Mit Einführung der neuen Rechnungsauslegung HRM2 und nach Ablauf einer 5-jährigen Sperrfrist kann diese Reserve innerhalb von fünf Jahren in gleichen Tranchen aufgelöst werden. Das entlastet die Erfolgsrechnung direkt um jährlich 1,35 Mio. Franken.

Laut Kosovare Fetahu-Rrustemi, Ressort Finanzen, werden in den nächsten Jahren Ideen für weitere Sondereffekte gefragt sein, um den Verzehr des Eigenkapitals möglichst lange hinauszuzögern. Ein solcher könnte beispielsweise im Verkauf von gemeindeeigenen Liegenschaften liegen.

Kosovare Fetahu-Rrustemi vom Ressort Finanzen, Steuern, Liegenschaften in Derendingen.

Kosovare Fetahu-Rrustemi vom Ressort Finanzen, Steuern, Liegenschaften in Derendingen.

PD

Dennoch sieht das Budget einen Aufwandüberschuss vor. Dieses beträgt 1,358 Mio. Franken und entspricht der Vorgabe des Gemeinderates, der ein Minus in ähnlicher Grössenordnung wie im Budget 2021 verlangte. Entsprechend zufrieden äusserten sich die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Präsident Roger Spichiger erklärte:

«Wir haben gesagt, dass wir in den nächsten Jahren Defizite haben werden. Wir müssen an der Gemeindeversammlung mit dem Finanzplan aufzeigen, was wir geplant und gedacht haben».

Das Budget wurde bei Nettoinvestitionen von 1,625 Mio. Franken einstimmig verabschiedet.

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