Langendorf

Der «Vater» des Wirtschaftsgymnasiums wird 100 Jahre alt

Fritz Dicht-Kägi durfte in Langendorf bei guter Gesundheit seinen 100. Geburtstag feiern. Auch CVP-Regierungsrat Roland Heim war anwesend.

Fritz Dicht wurde am 16. Juli 1920 als Sohn des Buchbinders Fridolin Dicht und der Florentinischen Klavierlehrerin Annetta Marinetto in Winterthur geboren. Nach unbekümmerten Kinderjahren im Haus an der Wartstrasse verstarb 1926 die Mutter ganz unerwartet an einer Blinddarmentzündung und Fritz kam für mehrere Monate in die Obhut der mütterlichen Verwandten in Florenz. Nach der Einschulung in Winterthur sorgte sich die neue Tiroler Stiefmutter Marie Meringer rührend um Fritz. Er bestand als Bester die Aufnahmeprüfung in die Oberrealschule, die er 1939 mit der Matura abschloss. Er war aktiv in einer Studentenverbindung, wo er das treffende Cerevis «Basalt» erhielt.

Die Zeit nach der Matura war geprägt durch den Kriegsausbruch und den Militärdienst, wo er sich zum Fourier ausbilden liess. An der Wirtschaftshochschule St. Gallen schloss er 1946 sein Studium als Handelslehrer ab. In dieser Zeit lernte er Margrith Kägi aus Abtwil SG kennen, die er 1948 heiratete. Das Paar zog nach Bern, wo Fritz seine erste Stelle als Handelsschullehrer antrat. 1949 kam mit Sohn Markus das erste Kind zur Welt. 1951 wurde Fritz als Professor an die Handelsschule der Kantonsschule Solothurn gewählt und die Familie zog nach Solothurn, wo 1952 der zweite Sohn Reto, und 1955 das dritte Kind, die Tochter Regula, zur Welt kamen.

Eng verbunden mit der Kantonsschule Solothurn

Fritz Dicht setzte sich sehr für die Anerkennung eines Wirtschaftsgymnasiums mit Matura ein. Die Anerkennung einer Diplomhandelsschule und eines Wirtschaftsgymnasiums erfolgte im Frühjahr 1961 in Solothurn als erste Kantonsschule der Schweiz. Im selben Jahr wurde Fritz Dicht zum Abteilungsvorsteher der Handelsschule gewählt und erhielt 1963 den neu geschaffenen Titel eines Rektors. Diese Funktion übte er bis zu seiner Pensionierung 1985 aus. Gross war sein Interesse an Werbeplakaten, die er auch zu Schulungszwecken sammelte. Diese umfangreiche Sammlung übergab er später der Kantonsschule.

1958 erfüllte sich das Ehepaar Dicht einen Traum und baute im Tessin ein eigenes Ferienhaus inmitten eines Rebbergs mit atemberaubender Aussicht, das für die beiden zum zweiten Zuhause wurde. Bis ins Jahr 2002 verbrachten sie die halbe Sommerzeit jeweils im Tessin. 1978, nachdem die Kinder sich verselbstständigt hatten, zogen Fritz und Margrith Dicht an die Rötistrasse in Langendorf, wo sich Fritz noch jahrelang den geliebten Bach-Kantaten widmete und täglich Klavier, Spinett oder Altblockflöte spielte. 2013, wenige Wochen vor dem Tod seiner Frau Margrith, zog er zu ihr ins Alters- und Pflegeheim Ischimatt in Langendorf, wo er heute in erfreulichem Gesundheitszustand seinen 100. Geburtstag feiern kann.

Seine drei Kinder und ihre Partner, die sieben Grosskinder und die drei Urgrosskinder gratulieren ihrem Vati, Nonno und Bisnonno ganz herzlich und freuen sich, diesen Tag mit ihm begehen zu dürfen. (mgt)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1