Das ursprüngliche Konzept mit einer intensiv genutzten, publikumswirksamen Zone beim Aareübergang zum Areal Attisholz Nord und einem Park westlich davon soll so auch ausgeführt werden. Im intensiv genutzten Teil, beim Attisholzplatz und der alten Kläranlage sind diverse Freizeitnutzungen möglich. Hier können Bauten genutzt, umgebaut oder neu erstellt werden. Die Rede ist auch von Gastronomie-, Hotellerie- und Kulturnutzungen. Eine Bootsanlegestelle darf erstellt werden. Für einen Schiffssteg bedürfte es aber einer Konzession und eines separaten Bewilligungsverfahrens.

Im Park sind zwei Wegverbindungen geplant. Der bestehende Uferweg soll zu einem naturnahen Fussweg reduziert werden. Hauptweg wird die Promenade, südlich des Uferweges, die von West nach Ost durch den Park verläuft. Ausgeführt wird ein kombinierter Fuss- und Radweg von 3,5 Meter Breite.

Zwei Aarefenster, also Areale ohne hochwachsende Gehölze, schaffen Bezug zur Aare und zur Nordseite der Aare. Das westliche Fenster dient ausschliesslich der Naturbeobachtung, das östliche der Freizeit- und Erholungsnutzung. Für den Unterhalt und den Betrieb der Parkanlagen wurde ein Unterhalts-, Pflege- und Betriebskonzept erarbeitet, das mit den Naturschutzverbänden besprochen wurde und noch weiterbearbeitet werden soll.

Diverse Einsprachen behandelt

Die Einsprachen wurden laut Regierungsratbeschluss wie folgt verhandelt. Auf die Einsprache einer Privatperson, welche mehr als 1000 Meter vom Uferpark-Perimeter entfernt wohnt, wurde nicht eingegangen. Die Alpiq Hydro Aare AG hat ihre Einsprache zurückgezogen. Die Gemeinde Luterbach beantragte, dass der bestehende Uferweg in seiner heutigen Form beizubehalten sei. Zudem soll in beiden «Aarefenstern» eine Naturbeobachtung und eine Freizeit- und Erholungsnutzung möglich sein. Dies würde laut Regierungsrat dem Schutzziel des Wasser- und Zugvogelreservats von nationaler Bedeutung widersprechen. Die Einsprache wird deshalb abgewiesen.

Nicht mehr Nutzung durch Menschen wie Luterbach, sondern weniger verlangten die Naturschutzverbände (Vogelschutzverband des Kantons Solothurns, Pro Natura Solothurn und Solothurnischer Naturschutzverband) in ihren Einsprachen. Werden doch die Perimeter von zwei Schutzgebieten berührt (siehe Kasten). Bemängelt wurde insbesondere die einseitige Ausscheidung des Gewässerraums. Laut Kanton besteht aber keine Pflicht, den Gewässerraum auf beiden Uferseiten gleichzeitig auszuscheiden. Auf der Nordseite sei sowieso nicht klar, wie Attisholz Nord gestaltet wird. 

Streitpunkt Gewässerraum

Auch die Breite des Gewässerraums war ein Thema. Der Gewässerabstand betrug ursprünglich in der Regel 15 Meter ab Uferlinie. Im Bereich der Hauptnutzung beim Attisholzplatz und der ehemaligen Kläranlage war ein reduzierter Gewässerabstand vorgesehen. Dies sollte mit einem vergrösserten Gewässerabstand im Waldstück westlich des Attisholzplatzes kompensiert werden. In den Verhandlungen erreichten die Naturschutzverbände, dass der Gewässerabstand der Aare im Westen deutlich erweitert wurde. Der durchschnittliche südliche Abstand zur Uferlinie beträgt nun 36 Meter.

Laut Ariane Hausammann, Geschäftsführerin Pro Natura Solothurn, habe man erreicht, was man wolle. Eine Einsprache zum Regierungsratsbeschluss sei nicht vorgesehen.

Keine zusätzlichen Kosten

An die eigentlichen Revitalisierungsmassnahmen werden von Bund und Kanton Beiträge bis zu 90 Prozent an die Gesamtkosten in Aussicht gestellt. Dies betrifft natürlich nicht Bauten, Anlagen und Möblierungen, welche der Erholungsnutzung und der Observierung dienen. Konkret sind dies laut Regierungsbeschluss maximal je 2 144 660 Franken.

Die Ausgaben für den Uferpark sind in den Einnahmen des Kantons durch die Landverkäufe auf dem Areal Attisholz Süd bereits mit einberechnet worden.