Am Einweihungsfest des Uferparks erklärte Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli, dass es die Absicht des Kantons ist, den Park der Gemeinde Luterbach zu übertragen. Die vorsichtige Wortwahl deutet daraufhin, dass noch lange nicht alles klar ist. Dies bestätigt auch Jürg Nussbaumer. Der Luterbacher Gemeinderat hat als Planungsminister der Gemeinde die Entstehung des Uferpark hautnah miterlebt. «Das müssen wir nun diskutieren», so Nussbaumer. Der Kanton habe eine Sitzung mit der Gemeinde einberufen, an der die Verhandlungen aufgenommen werden sollen. «Wir wissen noch nicht, was Sache ist, wir stehen ganz am Anfang.»

Zuallererst stellt sich aber für den Kanton die Frage, wie der Unterhalt der Anlage gewährleistet werden kann. «Wir werden versuchen, eine Vereinbarung zu treffen», erklärt Guido Keune, stellvertretender Hochbaumeister. Der Unterhalt – Pflege der Anlage und Abfallbeseitigung – dürfte zwar nicht unerheblich sein. Weil aber der Park dem Kanton gehört, wird Luterbach finanziell nicht zu kurz kommen. Der Kanton muss diesen Unterhalt, wer immer diesen erledigt, entgelten. Der Kanton prüfe aber eben auch, die Übertragung des Parks an Luterbach, wie Keune erklärt. Weiter ausführen will er dies aber nicht.

Sollte wirklich die Gemeinde Luterbach den Park übernehmen, stellt sich nicht nur die Frage nach dem Unterhalt. Schwieriger werden andere Fragen sein. «Was passiert beispielsweise mit der Kantine?», fragt nicht nur Jürg Nussbaumer. Würde Luterbach mit dem Park auch sein Immobilienportofolio erweitern und zu welchem Preis? Die gleiche Frage stellt sich mit der alten Abwasserreinigungsanlage.

Aus für Emmesteg?

Eine weitere Frage, die noch im Raum steht, ist die Veloverbindung. Mit dem Agglomerationsprogramm 3 wurde das Projekt eines Velostegs beim Emmenspitz über die Emme eingereicht. Er würde die Promenade des Uferparks erschliessen. Der Steg hat zu grossen Diskussionen geführt und insbesondere in Luterbach gibt es Widerstand.

Für Guido Keune wäre der Emmesteg «das letzte Puzzleteil» des Uferparks, habe man diesen doch schon in der Testplanung 2011 thematisiert.

Der Bund hat das Projekt aber herabgestuft zu einem C-Projekt. Das heisst, es braucht weitere Abklärungen. Dies vor dem Hintergrund, dass die Brücke und die Verlängerung zum Uferpark durch Schutzgebiete (Auenwald und Zugvogelschutzgebiet) führen. Amalia Schneider, Amt für Raumplanung bestätigt: «Das Bundesamt für Umwelt vermutet Konflikte. Es gebe zu viel Unruhe, wenn dann auch noch die nationale Veloroute über den Steg geführt würde. Wir haben dies zurückgewiesen. Aber es blieb dabei.» Der Emmesteg ist im Agglomerationsprogramm kein Thema mehr.

Der Kanton will nun beim Bundesamt für Umwelt ein Projekt eingeben für das Herzstück der Region, weiträumig rund um das Gebiet, der Emmemündung in die Aare. Man hofft auf Mitfinanzierung durch den Bund. Thema ist die Kombination von Natur und Naherholung in diesem Herzstück. Dann könnte auch der Emmesteg wieder ein Thema werden.

Veloroute durch den Uferpark

Dennoch wurden nun zeitgleich mit der Eröffnung des Uferparks in Luterbach auch die in dieser Region zusammengelegten nationalen Velorouten 5 und 8 verlegt. Sie führen nun von Wangen an der Aare nicht mehr über die Kantonsstrasse nach Luterbach, sondern der Aare entlang durch den Uferpark bis zur Nordstrasse. Von dort gehts weiter auf die Kantonsstrasse nach Zuchwil über das Zuchwilerfeld zur roten Aare-Brücke. Logisch wäre die direkte Verbindung nach dem Uferpark über den geplanten Steg beim Emmenspitz weiter der Aare entlang zur roten Brücke. Soweit ist es aber noch lange nicht.