Drei Jahre lang haben zwei Personen Überstunden angehäuft. Dies im Rahmen ihrer Schulleitungspensen an der Gemeinsamen Schule Unterleberberg. Als die Personen Abgeltung einforderten, kam es zum Streit. Jetzt haben die GSU-Delegierten der Sache wahrscheinlich ein Ende gesetzt. Sie haben 80 000 Franken Nachtragskredit gesprochen. Auf diesen Betrag einigten sich die beiden juristisch beratenen Parteien. Der ursprünglich eingeforderte Betrag war beinahe doppelt so hoch.

Was war geschehen? Im Aufbau der Gemeinsamen Schule, die 2011 startete, musste im Schulleitungsteam viel zusätzliche Arbeit geleistet werden, erklärt Hauptschulleiter Stefan Liechti. «Und die Arbeit ist noch nicht beendet. Alle haben mehr als ihre Pensen erfüllt, was ich zumindest für das Kader eigentlich als normal anschaue.» Die zwei Personen hätten ihm immer signalisiert, dass ihre Pensen nicht ausreichen würden, worauf die GSU einerseits die Pensen etwas erhöhte. «Andererseits versuchten wir zu optimieren, auch in der eigenen Arbeitsleistung. Stichwort effizienter arbeiten.»

Selbst deklarierte Arbeitszeit

Dann änderte die GSU ihre Dienst- und Gehaltsordnung. Diese besagte bis anhin, dass Überstunden zu kompensieren sind und nur in Ausnahmefällen ausbezahlt werden dürfen. «Sowohl das übergeordnete Arbeitsgesetz wie auch das Obligationenrecht sehen jedoch eine Auszahlung von Überstunden vor. Mir wurde bewusst, dass etwas gemacht werden musste. Ich schlug das Gleitarbeitszeitmodell des Kantons vor.» Ein Teil Überstunden kann ins neue Jahr hinübergenommen werden. «Der Rest verfällt.» Diese sich anbahnende Änderung der Ausgangslage hat die beiden Personen auf den Plan gerufen. Sie pochten auf eine finanzielle Abgeltung ihrer Überstunden. Das Gespräch sei schnell «verkachelet» gewesen. Beide kündigten. Die Forderungen standen weiter im Raum.

Nicht ohne Nebengeräusche. So bezweifelte eine Delegation die Richtigkeit eines Nachtragkredites. Dies weil das Schulleitungsteam einer Arbeitszeiterfassung unterliegt, aber nicht mittels Stempeluhr, sondern in Selbstdeklaration. «Natürlich kann man sich da auf den Standpunkt stellen, es seien zu viele Überstunden aufgeschrieben worden. Ich glaube das aber nicht», so Liechti. Er sei vom Verhalten der Personen enttäuscht, müsse sich aber auch selber vorwerfen, unter der eigenen Arbeitslast die Umsetzung von Massnahmen zur Arbeitszeitreduktion im Kader zu wenig konsequent verfolgt zu haben.