Sporting Derendingen
Der Streit in der Sporting-Tennisfamilie ist entschieden

An der ausserordentlichen Generalversammlung stellte der Verwaltungsrat der Tennishalle Derendingen AG die Vertrauensfrage und verlor. Monica De Lenart geht mit ihrer Tennisschule als Siegerin vom Platz.

Urs Byland
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Tennisanlage mit Historie: Auch Belinda Bencic spielte mehrmals in Derendingen. Hier bei ihrem Auftritt am Silvestercup 2008.

Tennisanlage mit Historie: Auch Belinda Bencic spielte mehrmals in Derendingen. Hier bei ihrem Auftritt am Silvestercup 2008.

Oliver Menge

Es herrsche «dicke Luft unter dem Tennisdach», schreibt ein Leser der Solothurner Zeitung. Unter dem Tennisdach im Sporting Derendingen versammeln sich die Tennishalle AG, der Tennisclub, die Tennisschule und das Restaurant. «Willkommen in unserer Sportwelt» wird der Gast auf der Internetseite von Sporting Derendingen empfangen, das 1977 eingeweiht wurde. In dieser Welt ist aber einiges schiefgelaufen.

Anfangs Woche kam es zum vorläufigen Höhepunkt. An einer ausserordentlichen Generalversammlung stellte der aktuelle Verwaltungsrat der Tennishalle AG die Vertrauensfrage. Hätte er diese gewonnen, dann wäre der nächste Schritt die Kündigung des Vertrages mit der Tennisschule der ehemaligen Profitennisspielerin Monica De Lenart gewesen. Sie führt seit 17 Jahren die Tennisschule im Sporting Derendingen. Doch soweit wollte es eine knappe Mehrheit der Aktionäre nicht kommen lassen. Sie sprachen sich für De Lenart und gegen den Verwaltungsrat aus.

De Lenart will später reden

«Jetzt werden wir innert anderthalb Monaten erneut eine ausserordentliche Generalversammlung durchführen und einen neuen Verwaltungsrat wählen lassen», erklärt der aktuelle Verwaltungsratspräsident Markus Rhiner. Monica De Lenart will zum jetzigen Zeitpunkt nicht Stellung nehmen: «Ja, ich habe gewonnen. Aber ich will mich erst nach der kommenden ausserordentlichen Generalversammlung äussern.»

Zum Hintergrund der Auseinandersetzung sagt Rhiner, der vor zweieinhalb Jahren das Präsidium übernahm, dass eine verstärkte Zusammenarbeit seit Jahren der Wunsch aller Parteien im Sporting Derendingen sei. «Das wurde von allen vier Parteien nicht bestritten.» Aber die Bereitschaft am gleichen Strick zu ziehen, sei nicht spürbar gewesen.

Der Tennisclub mit seinen über 300 Mitgliedern, der von Rhiners Bruder Thomas Rhiner präsidiert wird, und die AG hätten zudem schon länger den Wunsch geäussert, dass die Tennisschule ihr Angebot unter anderem im Bereich des Wettkampftennis erweitern soll, um die Ausbildung der Junioren und der Mitglieder zu fördern. Und nicht zuletzt um die Auslastung des Tenniscenters mit den sechs Hallenplätzen und den sieben Aussenplätzen zu verbessern. Aber De Lenart, die bis vor anderthalb Jahren das alleinige Recht besass, Kurse im Sporting Derendingen anzubieten, habe diesem Wunsch nicht entsprechen wollen. «Ich habe gemerkt, dass der Weg, den die AG für die Zukunft der Tennisanlage vorschlug, nicht mit der Tennisschule korrespondierte.» Deshalb habe er die Vertrauensfrage gestellt, so Rhiner.

«Kostenintensive Anlage»

Markus Rhiner und der Verwaltungsrat bedauern den Aktionärs-Entscheid. «Wir haben einen Weg aufgezeigt, um das Center erfolgreich führen zu können. Nun stellen wir fest, dass dieser Weg von den Aktionären nicht akzeptiert wird.» Zu den Aussichten erklärt er: «Die Anlage ist sehr kostenintensiv.» Um die Tennisanlage in finanziell sichere Gewässer zu führen, sei nun der neue Verwaltungsrat der AG gefordert.