Flumenthal
Der Steuerfuss kommt wegen guter Rechnung ins Wanken

Die gute Rechnung mit über einer halben Million Franken Überschuss lässt in Flumenthal Gelüste aufkommen.

Urs Byland
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Der Gemeinde Flumenthal gehts gut.

Der Gemeinde Flumenthal gehts gut.

Hanspeter Bärtschi

Wenn eine Gemeinde eine gute Rechnung präsentieren kann, hat dies an der Gemeindeversammlung oft zwei Konsequenzen. Der Steuerfuss wird diskutiert und man hat Zeit, andere, im Moment «wichtigere» Dorfthemen zu besprechen. In Flumenthal traf beides ein. Dabei kam das Anliegen, den Steuerfuss eventuell zu senken, nicht aus den Reihen der 19 anwesenden Stimmberechtigten.

Als «Finanzminister» Markus Zubler die Rechnung 2017 vorstellte, betrachtete er gleich selber kritisch den Steuerfuss. «Vielleicht können wir ein Legislaturziel erfüllen und mit dem Steuerfuss auf den Durchschnitt der Solothurner Gemeinden kommen.» In Erinnerung habe er eine Grafik zu den Steuersätzen im Kanton Solothurn. Und da falle Flumenthal auf als einzige Gemeinde im Umkreis, die nicht grün sondern rot, also über dem Durchschnitt, eingefärbt war.

Gemeindepräsident Christoph Heiniger aber schmälerte die Sehnsucht nach einem tieferen Steuerfuss. Denn die grösste Abweichung zum Budget im positiven Sinne war bei den Steuererträgen zu verzeichnen. «Wer nach Flumenthal kommt, hat grössere Chancen Millionär zu werden», wies er auf einen Sondereffekt hin. Nicht zum ersten Mal habe ein Millionengewinn Flumenthal einen grösseren Steuerertrag als erwartet beschert.

Gut gefüllte Kasse

Der Ertragsüberschuss von mehr als einer halben Million Franken wird dem Eigenkapital zugeschrieben, das sich auf über 2 Millionen Franken erhöht. Markus Zubler hofft nun auf eine erneut gute Rechnung im laufenden Jahr, damit er an der nächsten Rechnungsgemeinde das Erreichen eines fiskalpolitischen Zieles verkünden dürfe: Dann soll das Eigenkapital 60 Prozent eines Jahresaufwandes erreichen.

Alle drei Spezialfinanzierungen haben im letzten Jahr positiv abgeschlossen, und in allen konnte der Fonds für den Werterhalt geäufnet werden. Beim Wasser sind es inzwischen 435 000 Franken, beim Abwasser 205'000 und bei der Abfallbeseitigung 94'000 Franken. Vor Gebührensenkungen warnt aber Markus Zubler. So betrage beispielsweise beim Wasser der Wiederbeschaffungswert der Anlagen 11 Mio. Franken und beim Abwasser 12 Mio. Franken. «Muss etwas ersetzt werden, kann das schnell teuer werden.» Natürlich wurde die positive Rechnung einstimmig genehmigt.

Vor der Rechnung wurden noch drei Kreditabrechnungen vorgestellt. Die Sanierung der Wilihofbrücke kostete Flumenthal etwas mehr (1556 Franken) als vorgesehen (32'000 Franken). Die Regenwasserleitung Lättacker Ost bis zu Aare wurde fast 183'000 Franken günstiger als mit den Krediten budgetiert. Hier konnten Kosten auf den Kanton abgewälzt werden. Und die Wasserleitung Hubersdorfstrasse–Scharlenmatt belastet die Rechnung nur mit der Planung (11'000 Franken). Die Umsetzung wird aber verschoben wegen der aktuellen Umstrukturierung der GWUL (Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg). Der entsprechende Kredit von 435'000 Franken ist abgelaufen.

Sicheres Flumenthal

Sollte sich jemand in Flumenthal unsicher fühlen, wird er immer wieder durch Markus Zublers Statistik «Unfälle und Verbrechen» eines Besseren belehrt. Unfälle war nur in der Peripherie zu verzeichnen, nämlich auf der Hinterriedholzkreuzung deren zwei und auf dem Autobahnabschnitt «auf Gemeindegebiet» einige mehr. Aber alle seien glimpflich abgelaufen. Noch besser zeigt sich die Verbrechensstatistik. Kein Einbruch in Privatliegenschaften, ein Einbruch anderer Art, kein Delikt im Bereich «Häusliche Gewalt» und drei Sachbeschädigungen wurden registriert.

Flumenthal wird als Schulstandort gestärkt. Die Tagesschule in Niederwil, das Familien ergänzende Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche der Gemeinsamen Schule Unterleberberg (GSU) ist zu abgelegen. Der GSU-Vorstand hat sich Gedanken über die Zukunft gemacht und Flumenthal als Standort geprüft. Flumenthal bringe nur Vorteile, so der Gemeindepräsident, weshalb die Gemeinde zum neuen Standort der Tagesschule auserkoren worden sei. Bereits sei eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden.

Ebenfalls eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Ersatz des Schulpavillons, der sich in einem schlechten Zustand befinde. Geprüft wird ein gleichwertiger Ersatz oder stattdessen ein Schulanbau. Synergien mit dem Angebot einer Tagesschule würden geprüft.