Nicht nur so ein paar «Prozentchen» sondern richtig spürbar soll der Steuerfuss für juristische Personen auf das Niveau der Gemeinde Feldbrunnen gesenkt werden. «Wenn – dann richtig auf 55 Prozent», besprach der Gemeinderat eine Änderung, die er an der Budget-Gemeindeversammlung beantragen will.

Grund: im Steuerertrag von 2.8 Mio. Franken sind juristische Personen, also ortsansässige Unternehmungen, gerade mal mit rund 29'000 Franken oder 2 Prozent der Steuersumme beteiligt. Finanzressortchef Max Meier hatte sich über die Bedingungen informiert, die eine derartige Senkung von bisher 115 Prozent zulassen.

Gemeindepräsident Roger Siegenthaler gab der Hoffnung Ausdruck, dass mit einem solchen Anreiz viele Lüterkofer Einwohner, deren Unternehmung sich in einem anderen Steuerdomizil befindet, diese ab Beginn 2019 günstige Steueranlage zur Ansiedlung in Lüterkofen-Ichertswil nutzen. «Platz hätten wir genug, damit Leute, die hier wohnen, von hier aus ihr Business betreiben können», so der Gemeindepräsident.

Gleich allerdings bleibt der Steuerfuss mit 115 Prozent für natürliche Personen, die 2017 mit 2.6 Mio. Franken den «Bärenanteil» zum Haushalt beitrugen.

Verbale Luftsprünge

Mut zu diesem Schritt mit «Paukenschlag»-Wirkung machte der überaus gute Abschluss der Gemeinderechnung 2017, der den Gemeindepräsidenten zu verbalen Luftsprüngen verführte. Die Erfolgsrechnung, über die der Souverän am 25. Juni befindet, zeigt einen Gesamtertrag von 4.8 Mio. bei einem Aufwand von 3.7 Mio. Franken, was zu einem Ertragsüberschuss von 1.1 Mio. Franken führt. Da es mit 143'500 Franken noch einen Bilanzfehlbetrag früherer Rechnungsperioden abzutragen galt, will der Rat den Rest von 963'000 Franken ins wieder neue Eigenkapital einlegen. Investiert wurde für netto 377'000 Franken.

Die Spezialfinanzierungen Abwasser, Wasser und Abfall weisen leichte Aufwandüberschüsse auf, die von der guten Kapitalausstattung aufgefangen werden. Nicht so bei der Abfallbeseitigung, deren Kapital-Minus von über 4000 Franken von künftigen, durch Max Meier veranlassten Massnahmen beseitigt werden soll.

Beatrice Wüthrich, welche die Steuerverwaltung im Mandat führt, erklärte wichtige Positionen des Jahreshaushalts, der durch mehrere einmalige Faktoren und die Entwicklung des Steuerertrags so positiv ausfiel. Ein Fremdkapital von noch 3,6 Mio. Franken lässt sich da fast verschmerzen.

Der Gemeinderat stattete das Gemeindepräsidium mit der Kompetenz aus, Kleinstbeträge mit Kreditüberschreitungen bis zu 5000 Franken selbst zu genehmigen. Wer eine komplette Jahresrechnung in Ergänzung des Übersichtsblatts für alle Haushaltungen in Händen haben möchte, sollte sie sich nach Bestellung in der Gemeindeverwaltung abholen.

Perlenkette alter Bauernhäuser

Um einen inneren Umbau des Bauernhauses Kesslergasse 20 zu ermöglichen, stellte der Gemeinderat das Gebäude auf Antrag des Eigentümers unter kommunalen Schutz. Im Haus können auf diese Weise, aber stets genehmigungspflichtig, Wohnungen entstehen, deren Planung schon jetzt «bildschön» erscheint. Abgerissen wird die alte Stuag-Baracke im Hintergrund des Geländes. Mit dieser Sanierung erhält laut Gemeindepräsident die «Perlenkette» wertvoller, ehemals bäuerlicher Bausubstanz im Dorf eine weitere Ergänzung.

Im Weiteren votierte der Gemeinderat für die Anschaffung mobiler Bühnenelemente für die Mehrzweckhalle (Kostenpunkt 5000 Franken), die den Dorfvereinen kostenlos und Anlassorganisatoren von ausserhalb mietweise zur Verfügung stehen. Über den Entwurf der Statutenrevision für den Schulverband Bucheggberg diskutierte der Gemeinderat hinter verschlossenen Türen.