Aeschi
Der Sport- und Turnverein erhält dank den Männern einen neuen Vereinsnamen

In der vollen Turnhalle feierte der Sport- und Turnverein am Samstag seinen 50. Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit wurde die neue Vereinsfahne entrollt – und nicht nur das.

Sandra Witmer
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Statt nur einer Frau sind nun eine Frau und ein Mann auf der Fahne des STV zu sehen.

Statt nur einer Frau sind nun eine Frau und ein Mann auf der Fahne des STV zu sehen.

Zur Verfügung gestellt

«Eine Fahne ist für den Verein mehr als eine Fahne: Sie ist Treffpunkt und Perspektive zugleich», sagte Theologe Reto Stampfli bei der Segnung der neuen Vereinsfahne des Sport- und Turnvereins (STV) Aeschi am Samstag in der Turnhalle. Entsprechend wünschte er dem Verein, die neue Fahne möge ihm eine gute Perspektive sein und Harmonie bringen.
Nach dem Fahnengruss von Fahnenträgerin Manuela Witmer zu den Fahnenträgerinnen und Fahnenträgern der anwesenden Vereine sowie dem stellvertretenden Fähnrich des Solothurner Turnverbandes, Thomas Rudin, wurde die Fahne auf der Bühne aufgehängt und blieb den ganzen Abend über prominent im Hintergrund.

Publikum zückte Handys

So ging am Abend fast ein wenig vergessen, dass der STV Aeschi nicht nur die Fahne, sondern auch sein Vereinsjubiläum feierte. Der Verein hat inzwischen 50 Jahre auf dem Buckel. Vieles hat sich im Laufe der Jahre verändert. «Disziplin wurde in den Anfängen hochgehalten», blickte OK-Präsidentin Maya Glauser zurück. So musste 20 Rappen Busse bezahlen, wer zu spät in die Turnstunde erschien. Dafür hätten die Gründerinnen wohl nicht gedacht, dass dereinst auch Knaben und Männer in ihrem «Damen- und Frauenturnverein», wie der Verein bis vor kurzem hiess, mitturnen werden. Weil in den letzten Jahren auch männliche Mitglieder aufgenommen wurden, hat sich der Verein gleich einen neuen, geschlechterneutralen Namen gegeben.

«Auch unsere neue Fahne ist geschlechterneutral gehalten», hielt Melanie Hirt, Co-Präsidentin des STV Aeschi, fest. Statt lediglich einer Frau sind darauf eine Frau und ein Mann zu sehen. Was die Farben angeht, ist sich der Verein aber treu geblieben: Die Fahne ist weiterhin in Gelb, Grün und Rot gehalten. Und sie gefällt offenbar: Beim Entrollen flammte spontaner Applaus auf und im Publikum wurden einige Handys gezückt, um den Moment sowie die Fahne festzuhalten.

Die neue Fahne und der neue Name des Vereins fanden auch bei Aeschis Gemeindepräsident Stefan Berger viel Anklang. Er habe sich schon öfters gewundert, weshalb an der Generalversammlung des Damen- und Frauenturnvereins immer wieder Männer aufgenommen werden. Nun mache der Verein einen Schritt in die Zukunft. «Ihr schaut ohnehin stärker in die Zukunft als zurück», so Berger.

Neben den Ansprachen wurde auch geturnt und gezaubert: Zauberer Daniel Kalmann zeigte, wie man magisch Geld vermehren, verschwinden lassen oder verbiegen kann, der Partnerverein Aeschi bei Spiez brachte mit einer Aerobic-Vorführung Stimmung in die Halle und eine Modeschau mit Turn-Dresses aus den letzten 50 Jahren sorgte für viele Lacher. Zum Abschluss des Abends gabs für jeden Gast ein Brillenputztüchlein sowie eine Cremeschnitte mit Fahne drauf. So blieb sie der eigentliche Star des Abends.