Selzach

Der Sommeroper-Wein geht auch als Liebestrank durch

Die letzten Vorbereitungen für die Sommeroper in Selzach laufen auf Hochtouren. Am Freitag 5. August 2016 findet die Premiere von «L'elisir d'amore» von Gaetano Donizetti statt.

Beinahe die Letzten, die im Passionsspielhaus ihren Platz beziehen, sind am Dienstagabend die Samariter. Die Versorgung bei Notfällen ist damit gewährleistet, zumal an jeder Vorstellung der Sommeroper auch ein Arzt mit dabei ist. Auf der Bühne läuft derweil die Hauptprobe von «L’elisir d’amore» des italienischen Komponisten Gaetano Donizetti. Premiere ist am Freitag, Derniere am 20. August.

Wieder ist eine ganze Region eingebunden in die alle zwei Jahre stattfindende Sommeroper, sei es auf der Bühne, im Chor, an den Instrumenten oder hinter der Bühne. Mit dazu gehört der Selzacher Weinhändler Heinz Hugi, der erstmals das Gastronomie-Angebot managt.

Ohne Gastronomie müssten heutzutage viele Kulturveranstalter die Koffer packen. Nicht wegen des willkommenen Obolus an die Gesamteinnahmen. Der Beitrag beläuft sich, laut Produktionsleiter René Gehri, bei der Sommeroper etwa auf 3 Prozent der Gesamtkosten. Das Gastroangebot ist Teil der Unterhaltung. «Gerade hier in Selzach, wo die Besucher lange sitzen müssen», so Produktionsleiter René Gehri. Da müsse man vielleicht vor dem Beginn zur Stärkung Salziges oder Süsses geniessen.

Gleichzeitig kann die Gesellschaft gepflegt und das persönliche Netzwerk erweitert werden. Und kaum einer ist abgeneigt, in der Pause ein Bier zu trinken oder ein Cüpliglas zu schlürfen. «Wer nichts anzubieten hat, hat einen Fehler gemacht», sagt René Gehri mit aller Deutlichkeit. In Selzach ist das Angebot während der Sommeroper gross.

Das passende Weinelixier

Heinz Hugi war der Sommeroper seit dem Neubeginn 1989 – damals wurde die «Zauberflöte» gespielt – als Weinlieferant und Barbetreiber verbunden. Jetzt wurde er angefragt, das gesamte Gastro-Angebot zu organisieren. Er soll dafür besorgt sein, für die Sommeroper die Gastro-Einnahmen der letzten Jahre zu wiederholen.

Passend zum Inhalt von Donizettis «Komischer Oper» (Opera buffa), passend zum «L’elisir d’amore» (Liebestrank), hat Hugi den Sommeroper-Wein ausgesucht. «Man kann alles brauchen für einen Liebestrank. Wichtig ist, dass man daran glaubt», lässt sich Hugi nicht auf Spekulationen zu seinem Liebestrank ein.

Piemont statt Baskenland

1832 in Mailand spielte die Uraufführung von Donizettis «L’elisir d’amore» in der Szenerie eines baskischen Dorfes. 2016 wählten die Selzacher Verantwortlichen Oskar Fluri, Bolken (Bühne und Ausstattung), Bruno Leuschner, Kirchberg (Musikalische Leitung), sowie Thomas Dietrich, Neu-Ulm (Inszenierung), einen Reisbauernhof im Piemont als Kulisse für die Liebesgeschichte zwischen dem ungleichen Paar der Gutsbesitzerin und dem Knecht Nemorino («kleiner Niemand»). «Dementsprechend habe ich einen Wein aus dem Piemont im Angebot», sagt Heinz Hugi.

«Neu haben wir eine Sommeroper-Lounge eingerichtet», erklärt Hugi. Dort können Besucherinnen und Besucher ein zuvor gebuchtes Pauschalangebot geniessen, beispielsweise vor der Aufführung und in der Pause oder in der Pause und nach der Vorstellung.

Der Platz wurde frei für dieses Angebot, weil Heinz Hugi Gruppen neu in seiner Lokalität an der Kirchgasse 5 aufnehmen kann. Im seinem Weinkeller werden die Einführungen zur Sommeroper stattfinden. In seinem Gebäude stehen zudem neue Räumlichkeiten für die VIP- und Sponsoren-Apéros zur Verfügung.

Mit einbezogen im kulinarischen Angebot sind einige auch lokale Vereine, die diverse «Stübli» betreiben und so zu Einnahmen kommen. Draussen ertönt zum zweiten Mal der helle Trompetenklang, der das Publikum an den Aufführungsbeginn mahnt. Auch dies wird an der Hauptprobe geübt.

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