«Tatsache ist, dass das Kindergartengebäude Im Winkel und das inzwischen doch sehr betagte Schulhaus in keinem guten Zustand und sehr sanierungsbedürftig sind.» Mit diesen Worten startete Gemeindepräsident Hardy Jäggi vor 17 Besuchern die Informationsveranstaltung zur Schulraumplanung.

Darüber hinaus seien die Anforderungen an die Multifunktionalität von Schulhäusern in den letzten Jahrzehnten deutlich gewachsen. Dies sei bedingt, so Jäggi, durch Lehrplan, Stundentafel, Klassengrösse und den integrativen Unterricht. Das Schulhaus schon jetzt viel zu klein.

Es fehlen ein Klassenzimmer, Räume fürs Werken, Gruppenräume, ein Büro für Klassen- und Fachlehrkräfte, die schon lange erwünschte Bibliothek, Infrastruktur und Platz für den ICT-Unterricht sowie Räumlichkeiten für eine schulergänzende Tagesbetreuung mit Mittagstisch. Ohne zuziehende Familien einzuberechnen, steigen die Schülerzahlen in der Schule Obergerlafingen-Recherswil von jetzt 221 Heranwachsenden in drei Jahren auf 237 Kinder. Auch Obergerlafingen plant einen Ausbau seines Schulgebäudes.

Ideallösung kostet einiges mehr

Die Arbeitsgruppe Schulraumplanung hat mit Architekt Benno Probst (Solothurn) mehrere Bau- und Sanierungsszenarien untersucht. Sanierung und Ausbau zum Doppel-Kindergarten im bestehenden Kindergarten «Im Winkel» würde 1,6 Mio. Franken kosten. Ein Neubau hinter dem Sportplatz würde sich auf 1,625 Mio. Franken belaufen.

«Das Verhältnis von Kosten und Nutzen spricht eindeutig für den energetisch dann zeitgemässen Neubau», bekräftigte der Gemeindepräsident den Wunsch der Schule, alle Bildungseinrichtungen auf einem Gelände zusammenzuführen. Zudem könnte die 3100 m2 grosse Liegenschaft «Im Winkel» freigegeben werden.

Innenerneuerung und Ausbau des bestehenden Schulhaus würde 2,78 Mio. Franken kosten. Verbunden damit wäre ein Ausbau von Estrich und Keller. Eingebaut würde ein Lift. Mit dieser Variante würde allerdings kaum mehr Platz geschaffen, sahen dies Versammlungsbeteiligte kritisch.

Erst mit der Sanierung des Schulhauses in der jetzigen Flächengrösse und mit der Aufstockung des Zwischentraktes würde mehr Platz zur Verfügung stehen. «Damit wäre unser Raumbedarf auf Jahre hinaus gedeckt», urteilten Anwesende. Diese Variante, die keinen zusätzlichen Lift bedingt und als ideale Lösung dargestellt wurde, kostet 3,8 Millionen.

Urnenabstimmung

Der Gemeinderat hat die verschiedenen Varianten zu Paketen geschnürt. Einander gegenüber stehen Neubau Kindergarten und Aufstockung Zwischentrakt für 5,4 Mio. sowie Neubau Kindergarten plus Sanierung mit Ausbau von Keller und Dach im Schulhaus für 4,4 Mio. Franken. «Beschliesst der Souverän Eintreten, ist eine Urnenabstimmung zu diesem Geschäft für den 25. September angesetzt», erklärte der Gemeindepräsident das weitere Vorgehen. Im Falle der Zustimmung würde man sofort mit der Detailplanung beginnen können.

Da die Informationsversammlung vor allem von bildungsnahen Personen besucht wurde, ergab die Diskussion doch etliche Nachteile für Keller-Schulräume, wie sie die Sanierungs- und Ausbauvariante – spasshaft «ausgepresste Zitrone» genannt – vorsieht. Ob der Gemeinderat mit beiden oder nur mit der Variante «Ideallösung» antritt, wird er in den nächsten Tagen entscheiden.

In der Botschaft wird er die bevorzugte Variante erläutern. Immerhin könnte ja auch ein möglicher Verkauf des «Winkel»-Areals einen ordentlichen Gewinn in die Gemeindekasse bringen. «Es wäre aber demokratischer, beide Varianten vorzustellen», hiess es aus dem Publikum.