Die Biberister Gemeindeordnung sieht vor, dass über Investitionen von mehr als 2 Mio. Franken an der Urne abgestimmt werden muss. Deshalb wurde am Donnerstagabend zu einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung eingeladen (wir berichteten). Gemeindepräsident Martin Blaser (FDP) ging nochmals auf die Gründe ein, weshalb vorgeschlagen wird, einen Schul-Pavillon für die Oberstufe zu bauen. Im März 2014 habe der Gemeinderat in einer Klausursitzung beschlossen, die Schulraumplanung anzupassen.

Vorher sei man davon ausgegangen, dass das Bleichemattschulhaus als nächstes saniert werden soll. «In enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung und mit der Spezialkommission für die Schulraumplanung haben wir aber gemerkt, dass wir eine andere Lösung suchen müssen.» Mit dem Pavillon gebe es den Freiraum, den die Gemeinde brauche, um sinnvoll weiterplanen zu können.

Der Pavillon kostet 2,3 Mio. Franken und wird auf das Afeg-Areal, gleich anschliessend an den roten Platz gebaut. Im Pavillon sollen neue Schulküchen und naturwissenschaftliche Räume erstellt werden. Damit würden in anderen Schulhäusern Räume frei, die umgenutzt werden könnten. Denn sowohl an der Oberstufe als auch an der Primarschule fehlen Schulräume.

Antrag auf Nicht-Eintreten

«Wir wollen den Pavillon nicht und bitten deshalb darum, nicht auf das Geschäft einzutreten.» Markus Dick (Gemeinderat SVP) warb an der Gemeindeversammlung für ein Nein. Es gebe viele Gründe für dieses Nein. Im Schulhaus Bleichematt seien gravierende Mängel festgestellt worden. Deshalb sollte die Sanierung dieses Schulhauses vorgezogen werden, wie das ursprünglich auch angedacht war. «Mit dem Pavillon werden die Probleme nicht nachhaltig gelöst.» Zudem gehe ein Teil des Afeg-Areals verloren, das in der Zentrumsplanung integriert ist und überbaut werden sollte.

Stephan Hug (Gemeinderat SP) verteidigte die Planung, wie sie nun vorliege. Es mache Sinn, den Pavillon zu bauen. Es sei zudem richtig, der Oberstufe mehr Platz zu geben, weil diese mit der Sekundarschulreform mehr Lektionen habe.

Sven Sataric (Präsident Finanzkommission) erklärte, dass es keine Rolle spiele, ob man das Bleichemattschulhaus jetzt saniere oder ab dem Jahr 2020. «Innerhalb einer Legislatur dürfen einfach nicht mehr als acht Millionen für die Schulraumplanung ausgegeben werden.»

Am richtigen Ort?

Urs Zeltner fragte sich, ob der Ort, an den der Pavillon hingestellt wird, der richtige ist. «Eigentlich gibt es ja eine Planung, die das Areal des St. Urs und das Afeg-Areal mit einbezieht. Mit dem Bau des Pavillons wäre dies hinfällig.» Wieso man denn nicht die Alte Turnhalle abreisse? Dies fragte sich Bruno Studer auch. Er schlug zudem vor, mindestens noch eine Wohnung auf den Pavillon drauf zu bauen.

Von den 86 anwesenden Stimmberechtigten wollten allerdings nur 18 nicht auf das Geschäft eintreten. Das heisst, dass am 14. Juni an der Urne über das Projekt abgestimmt wird.