Schöne Gebäude, die diverse Nutzungen zulassen, und schöne, die kaum genutzt werden können, aber auch steinerne Auswüchse, die weder schön noch nutzbar sind. Was davon am Ende stehen bleibt, ist teilweise definiert. Einige Gebäude gelten als prägende Industriebauten, die auf keinen Fall abgerissen werden dürfen. «Es ist klar, jeder hat seine eigene Meinung oder muss ein Interesse wahren, was die Bedeutung der verschiedenen Orte und Gebäude betrifft», sagt dazu Lothar Kind, Geschäftsführer der Attisholz Infra AG. Das werde jetzt in den nächsten Monaten im Rahmen der Nutzungsplanung mit den zuständigen Behörden ausdiskutiert. Im Laufe des Rückbaus musste auch schon mal eine Wand abgerissen werden, um einen verkauften Tank oder eine verkaufte Maschine aus dem Gebäude herausholen zu können. «Die wurden, wenn nötig, wieder aufgebaut», beruhigt Kind.

Noch keine Blume

Nun präsentiert sich das Industrieareal wesentlich heller und geräumiger. Wo bisher Tanks die Sicht versperrten, hat man plötzlich Ausblick auf die Alpen oder mag erahnen, was auf dem Gelände möglich sein könnte. Die bisher virtuellen Pläne sind ein ganz klein wenig Realität geworden. Beim Rundgang auf dem Gelände sieht man zudem, dass mit einigen wenigen baulichen Eingriffen noch mehr möglich wird. Gleichzeitig erahnt man aber auch, dass es noch viel braucht, um dieses Industrieareal in eine Blume zu verwandeln. Manche Plätze gleichen Orten, die seit Jahrzehnten verlassen sind.

«Wir kommen langsam in eine neue Phase in der wir mehr Raum für Zwischennutzungen anbieten können. Bis anhin hatten wir Lager- und Abstellflächen. Bald können wir aufgrund der Planung und der Erschliessung abschätzen, wie lange wir welche Objekte vermieten können.» Gemeint sind Zwischennutzungen über eine längere Zeitspanne von bis zu 5 oder 10 Jahren für eine Arbeitsnutzung oder eine öffentliche Nutzung, etwa gesellschaftliche oder kulturelle Anlässe. So wurde beispielsweise auch in ein Gebäude aus den 70er Jahren investiert, das langfristig mit grösster Sicherheit abgerissen werden wird. «Vielleicht kann man das zehn Jahre lang nutzen und gewinnbringend als Lagerraum vermieten.» Das sei ein wesentlicher Punkt, um Einnahmen zu generieren.

Spanische Speisen

Das Areal ist aktuell vor allem im südöstlichen Teil zugänglich und etwas einsichtbar. Dort führt der Spazierweg über die nun öffentliche Fussgängerbrücke nach Attisholz Süd. Lothar Kind hat nicht nur eine Informationstafel aufstellen lassen. Bald soll ein öffentlicher Ausschank eröffnen. Die spanischen Mitarbeiter, die den Rückbau auf dem Gelände besorgen, wollen Trinkbares und spanische Speisen in einem umfunktionierten Waggon namens «Chiquita» anbieten. «Da kann man eine Theke ausklappen, so wie in der Solothurner Hafebar», erklärt Kind. Vis-à-vis steht ganz im Südosten eines der ältesten Gebäude auf dem Areal, die alte Chlorlöserei. Dieses hat eine Nottreppe, Geländer und neue Fenster erhalten. Das Obergeschoss kann für Anlässe gemietet werden. Auch gegenüber steht eine Halle mit einem noch grösseren Raum für Anlässe zu Verfügung. Es bleibe aber schwierig, das Areal zu öffnen, weil auch vieles ungesichert ist. Und trotzdem sagt Lothar Kind: «Es soll hier wieder Leben stattfinden. Wir sind neugierig für vieles. Bisher haben wir gute Erfahrungen gemacht.»