Bucheggberg

Der Nouss soll auch am Ferienpasskurs weit fliegen

Auf der Anlage der Hornussergesellschaft Messen besuchen Knaben und Mädchen den Ferienpasskurs Hornussen. Mitglieder der Gesellschaft geben Tipps und helfen bei den ersten Streichen.

Der Nouss fliegt hoch und weit, aber nicht gerade ins Ries, sondern mit Effet ins Maisfeld nebenan. Der Streich von Dominik Räz, Präsident der Hornussergesellschaft Messen, ging, kurz gesagt, daneben. Das lässt möglicherweise die anwesenden Kinder Mut schöpfen. Auch Meister machen Fehler, könnten sie sich denken. Acht Knaben und Mädchen sind an diesem tüppigen Nachmittag zum Ferienpasskurs Hornussen erschienen. Kommt die Sonne hinter den Wolken hervor, wird es brennend heiss, und verschwindet sie wieder, schwitzt man trotzdem munter weiter.

Gastgeber sind die Hornusser von Messen, die am Waldrand kurz vor dem Dorfteil Brunnenthal ihren schön gelegenen Platz haben. Hier könnte man das Limpachtal überblicken, wenn der Mais nicht so hoch wachsen würde.

Die eigene Übungsanlage ist der Stolz der Hornusser

Nach einer kurzen Einführung geht es rasch zur Sache. Die Kursteilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe versucht sich am normalen Bock. Zum praxisnahen Üben erhalten die Teilnehmenden kurze Stecken. Am Bock wird der Streich mit diesen üblichen Stecken aber stark vom Zufall geprägt.

Der Stolz der Hornusser ist die selber gefertigte Übungsanlage. Hier übt die zweite Gruppe mit Plastikstecken und Tennisball. Das sieht gut aus. Die Tennisbälle fliegen nicht gar weit, vielleicht 30, 40 Meter, und wer nicht schlägt, übt das Abtun. Das ist auf der Übungsanlage auch für Anfänger möglich. Zwar sieht das Abtun mit den Schindeln einfach aus. Aber auch hier gilt es, Regeln zu beachten, damit Abpraller niemanden verletzten. Denn im echten Spiel trifft der 78 Gramm schwere, harte Plastik-Nouss mit bis zu 160 Stundenkilometern im Ries ein.

Körpertreffer seien aber selten. Ganz im Gegensatz zu den Zeiten vor 1900, als Körpertreffer mitgewertet wurden. Kein Problem natürlich mit den Tennisbällen. Wer noch nicht korrekt abtut und einen Querschläger verursacht, muss nichts befürchten. Die Tennisbälle sind weich. Die Übungsanlage wird auch gerne an Festen betrieben, um Nichthornussern das Spiel näher zu bringen. Denn die Hornusser leiden unter Nachwuchsmangel. «Früher konnten wir mit einem Jahrgang eine halbe Mannschaft stellen», weiss Helfer Daniel Zenger. Das wären dann so gegen 10 Leute.

Beim Bock steht inzwischen ein schmächtiger Knabe, der bereits Erfahrung als Nachwuchshornusser aufweisen kann. Wie von seinen Lehrmeistern vermittelt, steht er in gerader Haltung, den Stecken mit getreckten Händen am Bock beim Nouss haltend, konzentriert sich, vergisst alles rundherum, holt aus, zeigt einen Schlag an, holt nochmals aus und zieht kräftig durch, die Augen nicht etwa auf den Nouss gerichtet, sondern auf einen imaginären Punkt. Unter dem Jubel der Beobachter fliegt der Nouss. Nicht auf die 350 Meter-Rekordmarke auf dieser Anlage, aber weit genug zum Staunen.

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