«Bargetzi» in Rüttenen
Der neue Gestaltungsplan behält den Charakter des Steinbruchs bei

Der Gestaltungsplan für den Steinbruch Bargetzi in Rüttenen schützt seltene Tierarten – Arbeiten bleibt möglich.

Urs Byland
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Der Steinbruch soll in seiner heutigen Form erhalten bleiben.

Der Steinbruch soll in seiner heutigen Form erhalten bleiben.

Hanspeter Bärtschi

Im Areal des Steinbruchs Bargetzi wird schon seit längerer Zeit kein Gestein mehr abgebaut. Im Laufe der Zeit haben sich dort diverse Gewerbebetriebe angesiedelt, vorwiegend im Bereich der Steinbearbeitung. Im nördlichen und südlichen Teil bestehen heute zudem einzelne Wohnnutzungen. Der nordöstliche Teil des Areals hat ökologisch eine sehr grosse Bedeutung. Er beherbergt seltene Amphibien- und Reptilienarten. Deren Lebensraum ist von der heutigen Bewirtschaftung als Steinlagerplatz abhängig.

Weiter führen verschiedene, viel genutzte Wegverbindungen durch das Areal.
Um die aktuellen Nutzungen, welche für den Erhalt des Charakters des Areals ausschlaggebend sind, zu sichern, wurde der Teilzonen-, Erschliessungs- und Gestaltungsplan «Steinbruchareal» mit Sonderbauvorschriften erarbeitet. Bisher lag das Gebiet teilweise in der Gewerbezone. Während der öffentlichen Auflage gingen keine Einsprachen ein. Der Bargetzi-Steinbruch liegt auf dem Gemeindegebiet von Rüttenen und gehört der Bürgergemeinde Solothurn.

Steinbruch ist Teil der Verenaschlucht

Das Steinbruchareal ist ein Teilgebiet der Verenaschlucht, die im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung aufgenommen ist. Der Steinbruch wird wie folgt beschrieben: «Ehemaliger Steinbruch, heutige Steinmetzwerkstatt, eingekesseltes Areal mit eindrücklichen steinernen Zeugen des ehemaligen Betriebs.» Das Areal weist laut Regierungsratsbeschluss, mit dem der Teilzonenplan genehmigt wurde, immer noch seinen ursprünglichen Charakter auf. Deshalb werden Vorgaben festgelegt für Neubauten, insbesondere deren Eingliederung betreffend, die sicherstellen, dass der ursprüngliche Charakter des Steinbruchs nicht verloren geht. Teilweise wird eine Entwicklung in engem Rahmen möglich sein.

Konkret wird die gesamte Fläche im Zonenplan der neuen Arbeitszone Steinbruch zugewiesen. Diese erlaubt den im Steinbruch ansässigen Produktions-, Handels- und Dienstleistungsbetrieben auch Verkaufsnutzungen. Im nördlichen Teil ist die Arbeitszone Steinbruch mit der Zone Vorranggebiet Naturschutz überlagert. Dort sind die ökologisch wertvollen Flächen. Die Fauna soll dort geschützt werden, aber gleichzeitig der Steinbruchbetrieb weiterhin Steine ablagern dürfen.

Für das gesamte Areal werden neue Zonenvorschriften erlassen. Festgelegt wird eine maximale Gebäudehöhe sowie ein maximales Nutzungsmass (Überbauungsziffer 0,2). Für das gesamte Areal gilt eine Gestaltungsplanpflicht.

Im Gestaltungsplan ist der Baubereich der Hauptbauten abgegrenzt. Dieser Teil umfasst im Wesentlichen das Areal rund um die bestehenden Bauten. Rund um den Baubereich wird als Puffer die Umgebungsfläche Arbeiten festgelegt, die den Nutzungen im Hauptbaubereich dient. Im Westen liegt der Baubereich für Bauten für eine dem Forst dienende Nutzung. Dort liegt der Forstwerkhof der Bürgergemeinde Solothurn. Diese etwas umständliche Formulierung wurde gewählt, weil Forstwerkhöfe eigentlich nur im Wald platziert werden dürfen. Auch die offene Scheune im Osten gehört zu diesem Baubereich. Im Südwesten ist zudem eine kleine Umgebungsfläche festgeschrieben, in der das Geotop «Gletscherschliff und Gletschermühlen Steinbruch Kreuzen» liegt.

Das Areal wird auch künftig offen sein. Ein Zaun ist nicht vorgesehen.