Etziken
Der Männerchor: Die Nachtigallen als Vorbilder

Der Männerchor von Etziken präsentierte einen wohltuenden Unterhaltungsabend mit Gesang und Theater.

Agnes Portmann-Leupi
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Voller Einsatz des Männerchors und des Dirigenten.

Voller Einsatz des Männerchors und des Dirigenten.

apb

«Bonsoir, Bonsoir». Mit diesem Kanon begrüsste der Männerchor das Publikum und bekundete damit: «Wenn die dichten Nebel aufsteigen, hört man die Nachtigallen.» War da im Vergleich mit der wohlklingenden Nachtsängerin mit dem grossen Repertoire nicht etwas Gemeinsames mit dem Chor auszumachen? Denn das Repertoire des Männerchors erwies sich als melodisch und erquicklich. Dirigent Robert Flury hatte eine Liederauswahl getroffen, die den Sängern behagte. Offensichtlich waren Ausstrahlung und Freude, beeindruckend die Sensibilität in Bezug auf Dynamik und Aussprache. Diese Harmonie erstaunt nicht, denn Robert Flury dirigiert den Chor bereits seit 15 Jahren, und er durfte vom Präsidenten Samuel Fuhrer für sein feines Gespür grosses Lob entgegennehmen.

Auf der Bühne vor der ländlichen Kulisse mit Kirchturm und Ochsenbeiz begeisterten die 20 Männer mit «Money, Money, Money», «The Lion sleeps tonight», «I will follow him» und dem Schweizer Medley in den vier Landessprachen. Sehnsüchtig sangen sie «Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei» und keck von der schönen Spanierin. Am Klavier begleitete Thierry Pirolet den Chor, und er erfreute mit den melodiösen Überleitungen. Urs Schaad führte als Moderator mit viel Witz durch den Abend. Zudem verpasste er den Liedern auf seinem Schlagzeug besonderen Pfiff. Das Publikum in der vollbesetzten Mehrzweckhalle – trotz Samichlausabend – zeigte sich total begeistert.

Gesangliches Wunschkonzert

Der Zwischenteil gehörte der Theatergruppe des Männerchors. Ihr Schwank in zwei Akten «Liebi per Poscht» unter der Regie von Alfred Schmid löste beim Publikum viele Lacher und Zwischenapplaus aus. Zu ulkig zeigte sich das Geschehen, als im kleinen Dorf für den heiratswilligen Ochsenwirt, anstelle seiner jungen Brieffreundin, deren Mutter als vermeintliche Auserkorene eintraf. Und ihr Aussehen zu allem Elend noch dem ersten Wägelchen einer Geisterbahn ähnelte.

Im dritten Teil waren die Vorlieben des Publikums gefragt, konnte es doch in einem Wunschkonzert seine Lieblingslieder bestimmen. Robert Flury setzte sich dafür selber ans Klavier. Die Sänger nahmen die begeisterten Zuhörer mit auf eine musikalische Präferenzreise mit «Banana Senor», «Du kannst nicht immer 17 sein», «Kum ba yah my Lord», «Golden Western Songs» sowie «Rivers of Babylon». Urs Schaad vollendete den gelungenen Abend mit einer tiefsinnigen Adventsgeschichte aus der Sicht der Tiere.