Etziken

Der Männerchor konnte nur wenig Publikum anziehen

Topaktuell mit «Frosty der Schneemann» und Kappen kam der Männerchor daher.

Topaktuell mit «Frosty der Schneemann» und Kappen kam der Männerchor daher.

Der Unterhaltungsabend des Männerchors Etziken wurde umgekrempelt. So fiel beispielsweise das traditionelle Theater weg. Diese Neuerungen führten dazu, dass der Publikumsaufmarsch eher bescheiden ausfiel.

Einiges war anders beim Unterhaltungsabend des Männerchors Etziken. Angefangen hat das schon beim Termin. Der ist aus dem tiefen Winter in den März gerutscht. Neu war auch die Anfangszeit. Die wurde gegenüber der bisherigen Praxis um eine halbe Stunde nach vorn verlegt. 19.30 Uhr ist doch eine eher ungewöhnliche Anfangszeit für einen Vereinsanlass an einem Samstag. Gewählt wird die – und auch das eigentlich ungern – etwa für extrem lange dauernde Konzerte oder Aufführungen. Neu war auch der Wegfall des traditionellen Theaters.

Nur sehr wenig Publikum

Die Kombination dieser drei Neuerungen dürfte der Grund für den eher enttäuschenden Publikumsaufmarsch sein. Den sprach Präsident Walter Gloor in seinem Dank auch an. Gleichzeitig beteuerte er dem Publikum gegenüber, viel Rückhalt in der Bevölkerung zu haben. Das habe der Passiveinzug bewiesen. Dass nun Eintrittskarten nicht genutzt wurden, sei zwar bedauerlich, aber auch kein Unglück. Mit Sicherheit wären die Sänger aber noch so gerne vor einem prall gefüllten Saal aufgetreten. Dazu haben sie unter der Direktion von Robert Flury ihr beachtliches Programm schliesslich einstudiert. Auch der Gastverein hätte gerne vor vollem Haus gesungen. Anstelle des Theaters wurde nämlich ein anderer Männerchor eingeladen. Dabei bewies man ein ausgezeichnetes Händchen.

Aus dem französischsprachigen Teil des Kantons Freiburg ist der Männerchor Plaisir mit 16 Sängern angereist. Der wurde erst 2015 gegründet und ist bisher erst einmal ausserhalb des Kantons aufgetreten. Entsprechend gross war die Freude über die Einladung ins Wasseramt. Hier bereiteten sie Freude mit harmonischen und und gut abgestimmten, aber gleichzeitig tragenden Stimmen. Konsequent wurde stark mit der Dynamik und mit dem Tempo gearbeitet. Wo Dirigentin Anne Perret es für sinnvoll hielt, drehte sie etwas am Rhythmus. Sie hatte die Männer im Griff, nicht mit rudernden Armen. Agil und geschmeidig setzte sie immer so viel von ihrem Körper ein, wie die Interpretation verlangte. Das konnte eine dezente Handbewegung sein oder raumgreifende Körperbewegungen. Wenn nötig wurde sie fast zur Tänzerin.

Solothurnerlied einstudiert

Dass die welschen Sänger nicht nur französisch singen können, bewiesen sie schon mit ihrem schwedischen Eröffnungslied. Und wenn es kulinarisch wird, passt auch Italienisch, besonders wenn es um Pasta geht. Für den Auftritt in Etziken haben die Sänger von Plaisir sogar auch das «Solothurnerlied» einstudiert. Das haben die beiden Chöre gemeinsam vorgetragen. Selbstverständlich haben die Etziker im Gegenzug ein französisches Lied erarbeitet für diesen gemeinsamen Teil. Sie haben sich für Joseph Bovets «Là-haut sur la montagne» entschieden. Beide Vorträge erhielten durch die Fülle des doppelten Chores enorme Präsenz.

Als Gastgeber hatte der Männerchor Etziken zuvor schon den grösseren seiner beiden Teile bestritten. Noch im blauen Vereinsshirt begann er mit «Frosty, der Schneemann». Kappe und Mützen sollten auf den scheidenden Winter hinweisen. Dass der Chor damit noch fast aktueller war, als mit den Frühlingsliedern hatte er bei der Planung wohl nicht erwartet. Die dominierten jedoch den ersten Teil klar. Den zweiten bestritt er – inzwischen in vornehmerem Tenü – mit einem bunten Liederkranz. Da passte beispielsweise ein Chorlied aus Lortzings «Zar und Zimmermann» wunderbar hinein. Den grössten Beifall erhielten die Etziker aber für «Valencia» und «Wochen- end und Sonnenschein».

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