Um der Schulraumnot abzuhelfen, wurden übergangsweise 1990 die Primarschul-Pavillons im Oberfeldpark in Containerbauweise errichtet. Dies mit der Gewissheit, bald eine gute Lösung zu finden. Später folgte der bewilligte und prämierte Schulhaus-Entwurf «Pünktchen und Anton», der allerdings aus Kostengründen nicht realisiert wurde. Im Herbst 2013 schliesslich vermittelte die von Schulleiter Pascal Hunziker vorgestellte Idee einer «Rochade», also eines Tausches der Schulstufen zwischen den Schulhäusern, einen Durchbruch.

Der scheidende Gesamtschulleiter Martin Müller fasste an der Feierstunde in der neuen Kirchacker-Aula kurz die Chronologie der Planungs- und Baugeschichte zusammen. Mit dem gemeinderätlichen Beschluss im Mai 2014 und der anschliessenden Genehmigung durch die Gemeindeversammlung nahm das Projekt in kurzer Zeit Gestalt an. «Diese Rochade heisst, dass jede Schulklasse nach den Sommerferien an einem neuen Schulort unterrichtet wird,» umriss Müller die Bedeutung für das Schulwesen.

Konstruktive Atmosphäre

Namens der Planung und Bauleitung durch das Architektur-Unternehmen Bader Partner AG erläuterte Konrad Bolliger, wie nach dem Vorprojekt und intensiven Aussprachen in konstruktiver Atmosphäre mit der Bauherrschaft die bestmögliche Lösung entwickelt wurde. Neben der Gesamtsanierung des im Jahr 1969 erbauten Schulhauses gab es die Aufstockung als Holzkonstruktion und den Ausbau des Kellergeschosses für die Belange der Musikschule.

«Obwohl der Appetit bei unseren Bauherren wuchs, waren wir gemeinsam durch intensives Controlling in der Lage, die Kosten innerhalb des Kreditrahmens zu halten», betonte Bolliger. Wesentlich am problemlosen und unfallfreien Ausbau beteiligt waren innerhalb des Teams vieler Spezialisten die Bauleiter Roger Wachsmut und Stephan Pfister.

«Perle» auf dem Dach

Beim Rundgang durch die drei behindertengerecht ausgerüsteten Etagen gefielen den zahlreichen Gästen des Festakts, unter ihnen mit Stefan Zumbrunn und Peter Wüthrich Vertreter der Schulpartner, die lichtdurchfluteten, bedarfsweise lamellengedämpften Schulzimmer mit angegliederten Gruppenarbeitsräumen. Die Räume werden schon bald von der Kreisoberstufe mit Schülerinnen und Schülern aus den beiden Gemeinden Gerlafingen und Recherswil bezogen. Eindruck machte auch der Blick nordwärts auf den Jura und südwärts bis ins Oberland.

Mit Nebenräumen präsentierte sich die für vier Arbeitsgruppen ausgelegte Schulküche. Als fachlicher Vertreter der Bauherrschaft machte Bauverwalter Ewald Kaiser aufmerksam auf die besondere «Perle», die sich als 30 Kilowatt/Stunde leistende Solaranlage auf dem Dach des Schulhauses befindet. «Die 112 Paneele sind unter Anleitung von unserer Schülerschaft montiert worden und können 300 Hundertwattbirnen zum Leuchten bringen», erklärte Kaiser die Wirksamkeit der 75'000 Franken kostenden Investition, die ein Drittel des Gesamtbedarfs deckt. Der Bund unterstützt mit einer Einmalvergütung von 16'000 Franken.

Am Ende seiner Amtsdauer als Gemeindepräsident betonte Peter Jordi mit herzlichem Dank an alle Bau-Beteiligten nochmals das hohe Kostenbewusstsein. Man habe im erweiterten Gebäude nur das wirklich Nötige gemacht und zusätzliche Ansprüche «priorisiert». Am Rande war zu hören, dass für den Bau und die Umrüstung der Schulen mit Bruttokosten von 8,4 Mio. Franken zu rechnen sei.