Bellach
Der Kirchenraum soll flexibel genutzt werden

Die Innenrenovation der reformierten Kirche Bellach soll neue Angebote ermöglichen. Die Kirche soll sich von der «Versorger- zur Beteiligungskirche» entwickeln.

Gundi Klemm
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Die Reformierte Kirche Bellach.

Die Reformierte Kirche Bellach.

Hanspeter Bärtschi

«Wir wollen uns auf die jetzige Zeit aber auch auf die Zukunft in 20 bis 30 Jahren vorbereiten», lautete ein Votum an der Orientierungsversammlung zur Neugestaltung des Innenraums der reformierten Kirche Bellach. «Kirche soll Heimat bleiben und für neue Mitglieder zur Heimat werden», betonte Hans Stricker, Leiter des Kirchenkreisteams die wichtige emotionale Seite der bevorstehenden Innenrenovation, die weder Substanz noch Charakter des Kirchenbaus antasten soll.

Wie sehr das kirchliche Leben in Bellach durch neue Angebote gewinnen könnte, skizzierte Pfarrerin Gabi Wartmann den 28 anwesenden Personen. «Unsere Gottesdienste sind zwar noch gut besucht, insgesamt aber wird unsere Kirche kleiner, ärmer und älter», analysierte sie. Aber: «Einen solchen Trend kann man auch gestalten», blickte sie auf die traditionellen Stärken der kirchlichen Gemeinschaft.

«Wir müssen es schaffen, uns von der Versorger- zur Beteiligungskirche zu entwickeln.» Deshalb sei es so wesentlich, den Kirchenraum flexibel nutzen zu können. Beispielsweise für intime Abschiedsfeiern, für Lesungen, Konzerte, Kinder- und Jugendgottesdienste und vielleicht sogar für sakralen Tanz.

Baulich ein Juwel

Barbara Fankhauser, Präsidentin der auch Bellach umschliessenden reformierte Gesamtkirchgemeinde Solothurn, zeigte in ihrem Rückblick die verschiedenen Stationen dieser Planungen «für eure architektonisch so wunderschöne Kirche» auf, die durch den bei Bauarbeiten entstandenen Glimmbrand in der Kirche im letzten Oktober beschleunigt wurden.

Obwohl schon Ende 2014 ein Kredit von rund 450 000 Franken für die Erneuerung bewilligt worden war, wurde das Vorhaben erneut in intensiven Diskussionen mit aktiven Gemeindemitgliedern innerhalb von drei Monaten bis Anfang April überprüft und konkretisiert.
Ruedi Löffel erläuterte als Bauverwalter der Kirchgemeinde, welche Änderungen in Folge des Alters der 1957 eingeweihten Kirche und wegen der Brandschäden im Innenraum zu treffen sind. Die bisherigen Bänke sollen durch 230 Stühle ersetzt werden. Erneuert wird der Bodenbelag.

Mit einem zeitgemässen Beleuchtungskonzept soll die Kirche mit besonderer Berücksichtigung von Altar und Orchesterbereich mehr Licht erhalten. Zugezogen wurde bereits ein Akustiker. Neu eingebaut wird ein WC für Gehbehinderte. «Mit den aktuell kalkulierten Kosten wird der budgetierte Kredit sogar um rund 15 000 Franken unterschritten», freute sich der Baufachmann. Das gesamte Vorhaben soll laut Fankhauser aber nochmals der Kirchgemeindeversammlung unterbreitet werden.

Wir sind auf richtigem Weg

Gelobt von einem Neu-Bellacher wurde die sorgfältige Vorbereitung der Erneuerungsschritte, die dazu beitragen sollen, die Kirche für alle Altersstufen «zukunftsfähig» zu machen. Geleitet wurde die abschliessende Aussprache von Gemeindeberater Bernd Berger (Thun).

Zur Diskussion standen nochmals der Verzicht auf eine Garderobe im Foyer, Details im Hörbereich und der Palisadenzaun als Verbindung zwischen Kirche und Turm. Dahinter befindet sich übrigens das neugebaute Pfarrhaus, in das Gabi Wartmann mit Familie in zwei Wochen übersiedeln kann.

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