Riedholz ist einen grossen Schritt weiter. Der Gemeinderat hat einstimmig das Nutzungsplandossiers Attisholz zur Vorprüfung durch den Kanton verabschiedet. Ein Stück Zukunft mit einem Horizont bis 2045 ist damit skizziert. Nach intensiver Arbeit in der von Pia Ringenbach präsidierten Ortsplanungskommission mit fachlicher Unterstützung durch Planer Thomas Ledermann (BSB) liegt die ungefähre Marschrichtung zur Entwicklung dieses Gebiets rund um das ehemalige Industrieareal vor.

Allerdings bestehen laut Pia Ringenbach noch einige Vorbehalte, die innerhalb des Prüfungsverfahrens geklärt werden müssen. «Bei etlichen Fragen brauchen wir tatsächlich Hilfe», erklärte Thomas Ledermann im Rat. Gemeindepräsidentin Jasmine Huber stellte klar, dass sich der Rat «das Heft nicht aus der Hand nehmen» lasse und auch nach der Vorprüfung, wegen der Langfristigkeit des Projekts, noch Änderungen einfliessen lassen wolle.

Vom Kamin bis zu den Vögeln

Die Ortsplanungskommission hatte den Fokus in der Attisholz-Planung auf viele Themen legen müssen wie beispielsweise die bauliche Mischzone, in der die Kiesofenhalle ihre Bedeutung beibehalten solle. Mit der erwünschten Erhaltung des charakteristischen Kamins als weit sichtbares «Logo Attisholz» (Michel Aebi) stellte sich die Frage, ob dies mit der Klassifizierung Denkmalschutz oder Schutzwürdigkeit erreicht werde.

Sehr wichtig waren im Rat Vorschläge zur Lösung der Mobilität im Gesamtgelände. Wie werden die im Zonenplan rechtlich verankerten Fusswege, wie der Verbindungsweg nach Solothurn, wie ein möglicher Anschluss an den öV beschaffen sein, vor allem aber: Wie viele Parkplätze für den ruhenden Verkehr soll der künftige Riedholzer Dorfteil für seine Wohnbevölkerung aber auch für Anlässe aufweisen? Martin Reber und Sandra Morstein unterstrichen besonders diesen, Flexibilität erfordernden Punkt, weil in den nächsten Jahren das Verkehrsgeschehen etwa unter dem Stichwort autonomes Fahren völlig umgekrempelt werde.

Ein Mobilitätskonzept der Firma Kontexplan liegt dem Nutzungsplan zugrunde. Im Weiteren ging es um Höhe und Dimensionierung von Hochbauten, etliche Teilprojekte, den Aare-Uferstreifen und das bestehende Zugvogelreservat. Einen zusätzlichen Hinweis darauf im Zonenreglement lehnte der Rat mehrheitlich ab.

Ja zum «Attis-Soul»

Eine teils temperamentvolle Diskussion ergab sich um den Antrag der Kulturkommission (KUKO), die «das Areal Attisholz entwickeln und den Riedholzerinnen und Riedholzern jetzt schon näher bringen» möchte. Sandra Morstein beantragte einen einmaligen, ausserordentlichen Beitrag von 1500 Franken für die Durchführung der fünfteiligen Veranstaltungsreihe «Attis-Soul» ab 17. Januar. Der Veranstalter hatte sich erst Ende November bei der KUKO gemeldet. Stattfinden soll das Live-Kultur-Programm bis 16. Mai jeweils am dritten Donnerstag eines Monats.

Stefanie Ritschard und Martin Reber protestierten gegen das nicht im Budget enthaltene, zusätzliche Kultursponsoring: «Wir machen uns als Rat nach der Budget-Diskussion an der Gemeindeversammlung völlig unglaubwürdig und müssten eher mit einer Verzichtplanung auftreten.» Michel Aebi hielt dagegen: «Wenn wir als Rat diese kleine Summe nicht zusätzlich bewilligen dürfen, wie steht es dann um unsere Entscheidungsmöglichkeit zugunsten von Riedholz?» Mit 4 zu 2 Stimmen bei 1 Enthaltung sagte der Rat Ja.

Aufgaben-Splitting

Bis die in der Bauverwaltung aufgetretene Vakanz geschlossen ist, wird die Bauverwaltung im Aufgaben-Splitting betrieben. Für alle technischen Belange ist in der Übergangszeit Gemeindepräsidentin Jasmine Huber zuständig. Fachliche Fragen werden vom Baupräsidenten behandelt und zu schwierigen Klärungen wird externes Fachwissen zugezogen. Zuvor hatte der Rat ausführlich das Pflichtenheft für die künftige Bauverwalterin oder den künftigen Bauverwalter besprochen und seine Aufgabenbereiche detailliert festgehalten. Das Stelleninserat erscheint im nächsten «Azeiger». Die Eingabefrist läuft bis Ende Januar.
Auf Antrag der SVP folgt Peter Knitter auf Kathrin Sutter als Mitglied in der Finanzkommission.