Feldbrunnen-St.Niklaus
Der Glögglifrosch bekommt eine grössere Arena

Die Biedermannsgrube in Feldbrunnen-St.Niklaus soll um zwei Teilgebiete erweitert werden. Der Glögglifrosch kann so nun auf einem grösseren Gebiet erhalten werden.

Rahel Meier
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Der Königsweiher im Weierrain soll neu auch ins Naturreservat aufgenommen werden.Hanspeter Bärtschi

Der Königsweiher im Weierrain soll neu auch ins Naturreservat aufgenommen werden.Hanspeter Bärtschi

hanspeter baertschi

Die Biedermannsgrube liegt auf Gemeindegebiet von Feldbrunnen-St. Niklaus, gehört aber der Bürgergemeinde Solothurn. Deshalb fanden sich vorwiegend Exponenten der beiden Gemeinden und einige wenige Einwohner zur öffentlichen Mitwirkungsveranstaltung wegen der Auflage des kantonalen Nutzungsplanes «Naturreservat Biedermannsgrube» ein.

Die wichtigsten Änderungen sind der neue Perimeter des Reservates und die Einschränkung der Nutzung. «Der alte Perimeter umfasste die drei Weiher, aber nicht einmal die Böschungen darum herum», so Jonas Lüthy (wissenschaftlicher Mitarbeiter, Amt für Raumplanung).

Nun soll der Perimeter so erweitert werden, dass der Bereich, in welchem Unterhaltsmassnahmen zur Erhaltung und Förderung der Geburtshelferkröte (Glögglifrosch) anfallen, mit einbezogen sind. «Es macht zudem Sinn, den Weierrain, der eben erst saniert wurde, und den alten Steinbruch im Rehhubel mit einzubeziehen.» Dafür wird die benachbarte Lehrfahrpiste aus dem Objekt ausgeschlossen.

Der kantonale Nutzungsplan Biedermannsgrube stammt aus dem Jahr 1971. Er wird überarbeitet, weil das Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung (IANB) revidiert wird. In der Biedermannsgrube, mit ihren drei Amphibienweihern, kommt die stark gefährdete Geburtshelferkröte vor.

Der Weiher im Weierrain wird hälftig für die Fischerei und als Naherholungsgebiet genutzt, in der anderen Hälfte sind grosse Bestände an Amphibien zu verzeichnen und deshalb auch Ringelnattern, die sich von den Larven der Amphibien ernähren. Der Steinbruch im Rehhubel ist ebenfalls Lebensraum für die Geburtshelferkröte.

Nutzung einschränken

Mit den Sonderbauvorschriften des neuen Nutzungsplanes sind gewisse Einschränkungen verbunden. In den drei Teilgebieten, die sich im Wald befinden, ist die naturnahe forstwirtschaftliche Nutzung weiterhin möglich. «Die Biedermannsgrube soll für die Beobachtung der Amphibien zugänglich bleiben», erklärt Jonas Lüthy.

Hunde seien aber unbedingt an der Leine zu führen. Campieren, bräteln, biken, klettern oder reiten sei ebenfalls unerwünscht. Anders ist die Nutzung im Weierrain definiert. Dort soll geruhsame Erholung möglich bleiben. Bänke und eine Feuerstelle laden zum Verweilen ein. Die Nutzung für die Fischerei bleibt im östlichen Teil des Weihers ebenfalls wie bis anhin erhalten. Der Fusspfad auf dem Damm wird den Fussgängern vorbehalten, die Forststrassen westlich bis nördlich des Weierrains liegen ausserhalb des Reservatsperimeters.

Der alte Steinbruch im Rehhubel ist nur beschränkt zugänglich. «Vorsorglich erlassen wir aber auch hier Vorschriften, sodass die Amphibien ungestört leben können.» Das alles nützt allerdings nichts, wenn Fische im Teich ausgesetzt werden. «Das ist der Tod für die Amphibienpopulation», so Lüthy. Weshalb auch dies strengstens untersagt sei.

Strassensperrung aufgenommen

Neu werden die Massnahmen für den Unterhalt konkret umschrieben und den entsprechenden Stellen zugewiesen. Dies gilt auch für die finanzielle Beteiligung des Kantons an Unterhaltskosten. Probleme machen neben der Verlandung der Weiher vor allem die invasiven Neophyten, die regelmässig entfernt werden müssen.

Seit vielen Jahren wird die Riedholzstrasse jeweils während der Amphibienzugzeit nachts gesperrt. Jahr für Jahr wurde dies mittels eines Gemeinderatsbeschlusses sanktioniert. Nun wurde die Sperrung in die Sonderbauvorschriften aufgenommen. «Damit ist dies rechtlich reglementiert», so Lüthy.

Die Mitwirkung dauert bis zum 30. September. Stellungnahmen schriftlich an das Amt für Raumplanung.