Deitingen
Der Gemeinderat nimmt die eigenen Ressorts unter die Lupe

An der Deitinger Gemeinderatssitzung standen das Dorfzentrum, der Wärmeverbund und vor allem die Ressortstruktur für die neue Amtsperiode im Mittelpunkt.

Gundi Klemm
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Der Gemeinderat von Deitingen mochte die Gemeinderatsressorts reorganisieren.

Der Gemeinderat von Deitingen mochte die Gemeinderatsressorts reorganisieren.

Hanspeter Bärtschi

Nichts mit Feiern der 50. Sitzung in der laufenden Legislatur: der Gemeinderat arbeitete intensiv an mehreren Themen und vor allem an der eigenen Ressortstruktur. Deren Problem zeigt sich darin, dass der Aufwand für einzelne Verantwortungsbereiche sehr unterschiedlich ausfällt. Ziel der gesamten Arbeit, der bereits eine ausführliche Bestandsaufnahme aller Ratsmitglieder bezüglich ihrer Aufgaben im Ressort zugrunde lag, ist eine möglichst ausgewogene Gestaltung und im besten Fall auch Entlastung.

In der Regel arbeiten etliche Ressortinhaber mit Sitzungen, Präsenzzeit sowie Vor- und Nachbereitungszeit nebenamtlich bis zu 12 Stunden wöchentlich. Auf einem Organigramm waren die bis jetzt gültigen Zuständigkeiten der sieben Ressorts aufgelistet, zudem die Kommissionen und das Zusammenspiel mit der Verwaltung, die alle operativen Massnahmen durchführt.

Keine externe Beratung

Dabei zeigte sich, dass auch das Pensum für Bauverwalter Markus Schwarzenbach deutlich überladen ist. «Wir schätzen den enormen Einsatz», betonte Gemeindepräsident Bruno Eberhard gegenüber dem Bauverwalter, schob aber gleich die Frage nach notwendiger Verstärkung, etwa durch eine Sekretariatshilfe nach. Caroline Beiner regte an, ähnlich wie im künftigen Behördenaufbau in Recherswil vorab eine professionelle Aussensicht zu gewinnen.

Gemäss Finanzverwalter Christoph Lütolf zählen aber die gewonnenen Erfahrungswerte aller Ratsmitglieder mehr als externe und zudem kostenpflichtige Beratung. «Das Ausglätten unserer Struktur für die neue Legislatur, damit es Nachfolger etwas einfacher haben, gelingt uns selber besser», zeigte sich der Rat überzeugt. Das bestehende System mit klaren Zuständigkeitslinien soll grundsätzlich beibehalten werden, aber etliche Verantwortungsbereiche werden zwischen den Ressorts, wo es sich logisch ergibt, verschoben.

Rats-Stenogram

Ausserdem hat der Rat...

... die Ingenieurarbeiten für das
Pumpenhaus Neumatt für eine Pauschale von 18 360 Franken an die SPI-Planer
vergeben;

... dem Antrag des Kulturvereins entsprochen, im Sinne einer jährlichen Wechselausstellung den Dorfplatz mit einem Kunstobjekt zu bereichern. In den letzten drei Jahren hatte das Kunstprojekt «3 Künstler - 3 Objekte - 3 Gemeinden» mit den Partnern Gerlafingen und Lohn-Ammannsegg viel Beifall und Beachtung gefunden;

... sich mit 5:2 Stimmen dazu entschieden, kein Polizeireglement für Deitingen in Kraft zu setzen. (gku)

Der Gemeindepräsident soll aber im Zusammenspiel mit der Verwaltung im Sinne guter Information immer «Sprachrohr» der Gemeinde bleiben. Mit 6:1 verabschiedete der Rat die neue Struktur zuhanden der Gemeindeversammlung.

Dorfzentrum Deitingen AG

Über die positive Jahresrechnung, über Budget und die vorgesehenen Wahlen, informierten Bruno Eberhard und Urs Schläfli als Mitglieder im Verwaltungsrat der Dorfzentrum Deitingen AG. Die Rechnung zeigt mit 10 600 Franken einen kleinen Überschuss, der geringer als budgetiert ausfiel, weil Sanierungen und zusätzliche Laubenverglasungen nötig wurden. Das Budget 2017 rechnet mit einem Jahresergebnis von rund 51 000 Franken. Nach fünf Jahren Bauphase und ebenso langer Betriebszeit hat Verwaltungsratspräsident Max Wittwer demissioniert. Als Nachfolger schlägt der Gemeinderat seinen Bauressortchef Daniel Schreier vor, der die gesamte Grossanlage «wie seine Westentasche» kennt.

Künftig soll der Verwaltungsrat nur noch aus sechs statt wie bisher aus sieben Mitgliedern bestehen. Mit 5 Ja und 2 Enthaltungen zeigte sich der Rat mit dem skizzierten Vorgehen einverstanden. Weitere Informationen ergaben, dass eine Wohnung leer steht und demnächst eine weitere neu vermietet werden kann. Belegt sind alle Hallenplätze. Auch die gewerblichen Räume sind vermietet – in der Hoffnung, dass die Verträge verlängert werden. Diskutiert werden müsse das Mandat des Hauswarts. Die Abwärme des Denner-Geschäftes könne für die Warmwassernutzung eines Gebäudes verwendet werden, orientierte Eberhard. Die Dorfplatzgestaltung bleibt aus Kostengründen bis auf weiteres sistiert.

Positives Geschäftsjahr

Peter Biberstein, Leiter des Wärmeverbundes Deitingen, eine hundertprozentige Tochter der Einwohnergemeinde, berichtet über den Geschäftsverlauf, der sich positiv entwickelt habe. Versorgt werden öffentliche Gebäude, die Kirche und bereits zahlreiche Wohnungen. Gegenüber den Vorjahren stieg der Energieverbrauch auf 901 506 Kilowatt, wobei eine Kilowattstunde 17 Rappen für den Verbraucher kostet. 2017 erwartet Biberstein eine Zunahme des Verbrauchs um weitere 15 Prozent. Produziert wird mehrheitlich mit Holzschnitzeln, für deren Ankauf in der näheren Umgebung 40 Franken pro Kubikmeter zu zahlen sind. Der erzielte Gewinn beträgt 21 000 Franken.

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