Luterbach

Der Gemeinderat ist gegen die Landi-Pläne für den Bachacker

Der Gemeinderat will keine Landi auf der Wiese vor den Blockbauten.

Der Gemeinderat will keine Landi auf der Wiese vor den Blockbauten.

Die Landi will auf dem Bachacker ein Laden, aber keine Wohnungen in der Zone Gewerbe und Wohnen. Deshalb entschied der Luterbacher Gemeinderat gegen ein Rückkommen auf den Beschluss von 2014, als er sich noch positiv zum Vorhaben äusserte.

Die Gemeinderatssitzung verlief nicht nur wegen den Informationen zum geplanten Cleantechcenter der Vigier Beton Mittelland AG ungewöhnlich. Zuvor war erneut der Gestaltungsplan der «Landi» ein Thema.

Die Landi erschien mit vier Vertretern im Gemeinderat und versuchte, das Rad noch im letzten Moment zugunsten ihres Gestaltungsplanes zu drehen.

Die Bauern-Genossenschaft will bereits seit 2014 auf dem Bachacker ein Landi-Geschäft erstellen, wie es landauf, landab zu sehen ist: Verkaufsladen, Tankstelle mit Shop und Waschanlage.

Nach einer Ortsplanungsrevision 2002 wurde das Land von der Wohnzone in die Gewerbezone mit Wohnanteil umgezont, um die Chance des exponierten Standorts nahe Strasse und Bahn zu verbessern.

Die Landi stellte in einer Nutzungsstudie den Wohnanteil nicht infrage. Der Gemeinderat äusserte sich positiv zum Landi-Vorhaben, und dass er die vorgesehene Nutzung Gewerbe und Wohnen in dieser Zone durchsetzen wolle.

Das war 2014. Ein weiteres Problem wurde in diesem Jahr gelöst. Der Gestaltungsplan des Landbesitzers Lidl, welcher nicht bauen will, wurde vor kurzem aufgehoben.
Die Landi reichte im Juni 2015 einen Gestaltungsplan ein.

Erstaunlicherweise sah dieser aber keine Wohnnutzung vor. Die Planungs- und Baukommission beantragte nun einen Rückkommen auf den seinerzeitigen Gemeinderatsbeschluss.

Gleichzeitig riet sie dem Gemeinderat, nicht von seinem damaligen Entscheid abzurücken, also nur ein Mischprojekt Gewerbe und Wohnen zuzulassen.

Rückbau in 25 Jahren?

«Wir stehen unter Druck vonseiten des Landbesitzers Lidl. Unsere Vereinbarung gilt nur bis Ende 2016, wenn bis zu diesem Zeitpunkt nicht mit einem Bau begonnen wird», sagte ein Landi-Vertreter.

Landi-Geschäftsführer Fredi Blatter erklärte, dass das Projekt mit Wohnnutzung nach etlichen Studien als gescheitert erklärt werden müsse, dies aus Kostengründen. «Wir können an diesem Standort mit Strassen- und Verkehrslärm nicht marktkonforme Mieten reinbringen», ist er überzeugt.

Wohnen und Arbeiten seien zwei gegensätzliche Nutzungen, die über kurz oder lang zu Problemen führen würden. «Eine Durchmischung bringt einfach Konflikte.» Er nannte auch die Landgrösse als Kriterium.

«Normalerweise haben wir eine Hektare Land für einen Betrieb. Hier in Luterbach sind es nur 77 Aren. Das ist zu wenig , um auch noch Wohnnutzung hineinzubringen.» Da der Landi-Neubau in Leichtbauweise aus Holz gefertigt werde, könne ein allfälliger Rückbau in 25 Jahren ein Thema sein.

Nagelprobe

Die Diskussion im Gemeinderat verlief kontrovers. Jürg Nussbaumer (FDP) plädierte für einen Wohnanteil. Urs Kaiser (Parteilos) unterstützte die Landi. Ebenso Hans Rothenbühler und Kurt Hediger (beide CVP).

«Ich verstehe das Anliegen der Landi. An dieser Lage rechnet es sich nicht, Wohnungen zu erstellen. Die Lage ist nicht die beste.» Gemeindepräsident Michael Ochsenbein (CVP) erklärte, dass der Wohnanteil auf dem Areal wichtig für die Anbindung des abseits stehenden Blumenweg-Quartiers an das Dorf sei.

Er machte die Nagelprobe und fragte, ob die Landi allenfalls bereit wäre, die Anlage in 20, 25 Jahren zurückzubauen. «Können wir darüber diskutieren?» Natürlich nicht.

«Wir investieren 10 Mio. Franken», so ein Landi-Vertreter. «Ein Rückbau ist nicht möglich, wenn der Bau nicht abgeschrieben ist.»

In der Abstimmung sprachen sich 4 Gemeinderäte für ein Rückkommen aus und vier dagegen, bei einer Enthaltung. Der Gemeindepräsident gab danach den Stichentscheid gegen ein Rückkommen.

Plus 150 Prozent für Fussballer

Das Budget 2015 wird an der nächsten Gemeinderatssitzung definitiv verabschiedet. Aktuell ist mit einem Minus von 250 000 Franken zu rechnen.

Der Gemeinderat hat sich in der Budgetdiskussion entschieden, den Schützen bei der Sanierung der Geschossauffangwannen mit 6000 Franken zu helfen. Der Antrag der Fussballer, den Gemeindebeitrag von aktuell 6000 Franken auf 30 000 Franken zu erhöhen wurde rege diskutiert.

Der FC Luterbach macht geltend, dass er Platz und Klubhaus unterhalten müsse. Mit 7 zu 1 Stimme einigte sich der Gemeinderat darauf, einen Beitrag in der Höhe
von 15 000 Franken ins Budget aufzunehmen.

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