Nun wird das neue Verkehrskonzept in Derendingen mit Tempo 30 «scharf gestellt». So tönte es zumindest im Gemeinderat, als dieser der neuen Parkverordnung einstimmig zustimmte. Diese gilt ab 1. Juli. Nach der Gemeinderatssitzung wird die Bevölkerung bis Mitte Juni mittels Inserate und Flyer informiert.

Erstaunt und gleichzeitig erfreut zeigte sich Roger Spichiger, Leiter Abteilung Bau und Planung, dass keine einzige Einsprache zu Tempo 30 beim Kanton eingereicht wurde. Innerhalb der Tempo-30-Zonen müssen verkehrsberuhigende Massnahmen umgesetzt werden. Dazu gehören auch die öffentlichen Parkplätze entlang den Strassen.

Der Gemeinderat hatte entschieden, im gesamten Gemeindegebiet das Parkieren mittels Blauer Zone zeitlich einzuschränken, also eine Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Die Gemeindeversammlung stützte dieses Anliegen und genehmigte ein Parkierungsreglement sowie einen Gebührenrahmen, den der Gemeinderat nun in der Parkverordnung detailliert festsetzte.

Damit gilt künftig auf den öffentlichen Strassen Derendingens die Blaue Zone. Die erste Stunde kann das Fahrzeug gratis abgestellt werden. Wer sein Auto länger parkieren will, muss eine Parkbewilligung haben. Zu diesem Zweck werden in Derendingen fünf Ticketautomaten aufgestellt, an denen man ein Billett kaufen kann, das im Fahrzeug sichtbar abgelegt werden muss.

Jede Stunde über die Gratisstunde hinaus kostet 1 Franken. Für 5 Franken erhält man eine Tageskarte. Auch Wochenkarten (15 Franken), Monatskarten (30 Franken) oder Jahreskarten (240 Franken) gibt es im Angebot. Aber Monats- und Jahreskarten erhalten nur Berechtigte, beispielsweise Derendinger, und auch nur am Schalter der Gemeindeverwaltung.

Bargeldlos zahlen

Neben den Ticketautomaten erhalten die Parkplatznutzer in Derendingen aber auch modernere Möglichkeiten, ihre Parkbewilligung zu bezahlen. So wird das bargeldlose Parkiersystem «ParkingPay» eingeführt. Das System existiert bereits seit mehreren Jahren und wird in zahlreichen Städten sowie Gemeinden in der Schweiz eingesetzt. Es ermöglicht bargeldloses Zahlen auf den Parkfeldern in Derendingen und vielen weiteren Orten in der Schweiz mit dem eigenen Benutzerkonto als Alternative zur Bedienung der Parkuhr. Dabei muss nichts im Fahrzeug hinterlegt werden. Die Kontrolle erfolgt direkt über das Kennzeichen.

Die Parkbewilligung kann über das Internet bestellt werden oder direkt mit einer Smartphone-App. Mit der Startfunktion auf dem Smartphone wird der Parkvorgang gestartet, ohne dass bereits das Ende der Parkzeit festgelegt werden muss. Mittels Stoppfunktion wird der Parkvorgang beendet. Die Nutzer haben einen detaillierten Einblick in die getätigten Parkvorgänge und den Kontostand.

Feuerwehr braucht mehr Platz

Schon seit einiger Zeit braucht die Feuerwehr zusätzlichen Raum. Aktuell benutzt sie an der Walter-Weber-Strasse 3 zusammen mit dem Werkhof ein Gebäude. Das Mehrzweckgebäude für Feuerwehr, Zivilschutz und Werkhof wurde 1979 eröffnet. Zusätzlich befindet sich auf dem Areal eine Entsorgungssammelstelle. Die Feuerwehr ist genötigt, Zivilschutzräume im Untergeschoss als Garderobe etc. zu nutzen. Die Kommission für Werterhalt der Infrastruktur hat deshalb eine Machbarkeitsstudie für die Erweiterung und Sanierung Feuerwehr/Werkhof/Entsorgungshof in Auftrag gegeben, die nun dem Gemeinderat vorgestellt wurde.

Planer Stefan Heiniger erläuterte, dass mit dem zusätzlichen, benachbarten Landstück eine umfassende Lösung möglich wird. Dazu erhält die Feuerwehr einen eingeschossigen Anbau an das bestehende Gebäude mit einem Verbindungsgang. Im neuen Gebäude würden die Garderoben für Männer und Frauen platziert sowie Schulungsräume und ein Sitzungszimmer für den Stab. Im alten Gebäude, das saniert wird, erhält die Feuerwehr endlich den längst gewünschten, heizbaren Raum für die Atemschutz-Retablierung sowie genügend Platz für die diversen Feuerwehrfahrzeuge.

Auch der Werkhof wird zusätzlichen Platz erhalten. Geplant ist eine freistehende, nicht beheizte Halle, die etwas höher sein wird als der Anbau für die Feuerwehr. In der Halle kann der Werkhof Materialien, Maschinen und Fahrzeuge lagern.

Im Untergeschoss des bestehenden Gebäudes würden sämtliche Zivilschutzräume geräumt und wieder instandgestellt. Die Kosten für die Sanierung und die beiden Neubauten werden auf nicht ganz 3 Mio. Franken geschätzt. Auf dem Tisch hatte der Gemeinderat den Antrag für einen Kredit über 100'000 Franken für ein Vor- und Bauprojekt. Der Gemeinderat genehmigte den Kredit mit 8 Ja-Stimmen zu 2 Enthaltungen. Die CVP-Fraktion kritisierte, dass kein Finanzierungsnachweis vorgelegt wurde. Dieser soll nun mit dem Bauprojekt geliefert werden.

Positive Rechnung

«Zum zwölften Mal hintereinander schliesst unsere Rechnung positiv ab.» Gemeindepräsident Kuno Tschumi hatte Grund zur Freude. Trotz «Derendingen Mitte», einem 35-Millionen-Bauprojekt, konnte ein kleiner Ertragsüberschuss (17'850 Franken) erwirtschaftet werden. Budgetiert war ein Verlust von einer halben Million Franken.

Dies komme aber nicht unerwartet, so Tschumi, das Bauprojekt werde sich erst im späteren Betrieb auf die Rechnung auswirken. Tschumi freute sich aber zusätzlich über die Schwarze Null, weil sie trotz einer Steuersenkung um 5 Punkte erzielt wurde.