Buchegg

Der Gemeinderat diskutierte über den Unterhalt von Strassen, Bächen und Bäumen

Sollen Bäche, wie der Biberenbach (im Bild), renaturiert werden?

Sollen Bäche, wie der Biberenbach (im Bild), renaturiert werden?

Der Gemeinderat befand an der Sitzung über drei Unterhaltskonzepte. Unumstritten war das Massnahmekonzept, das die periodische Wiederinstandstellung der Gemeindestrassen im Siedlungsgebiet regelt.

Der von der Verkehrskommission unterbreitete Fünfjahresplan legt fest, wann welche Strasse des insgesamt 28,39 Kilometer langen Strassennetzes saniert wird. Die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit, der längerfristige Schutz oder der Werterhalt der Strassen sind einige Punkte, die das Konzept zum Ziel hat. Die Planung dient als Grundlage für das Budget.

Gras oder Büsche?

Weniger Einigkeit herrschte beim Unterhaltskonzept der Bäche, womit die Gemeinde reichlich ausgestattet ist. Die Umwelt-, Land- und Forstkommission (Ulfko) präsentierte dem Gemeinderat eine Kompromisslösung, weil sich die Kommissionsmitglieder selber nicht einig waren, wie man die Bäche in Zukunft gestalten will. Soll man sie renaturieren? Welche Vegetation soll die Ufer prägen? Wie berücksichtigt man die Anliegen der Bachanstösser?

Kommissionsmitglieder und Gemeinderäte begannen, sich in Details der Umsetzung des Konzepts zu verlieren. «Es geht im Moment lediglich darum, das Konzept zu genehmigen», rief Vize-Gemeindepräsident Thomas Stutz zur Ordnung auf. Über Details könne man fallweise diskutieren, wenn bestimmte Arbeiten anfallen würden. Dann müsse die Kommission die nötigen Beiträge für das Budget beantragen.

Ziel: Vielfältige Lebensräume

Die Zielsetzung des Bachunterhalts war auch in der Ulfko unbestritten: Nämlich die Sicherstellung des Wasserabflusses, Schutz und Unterhalt der Bauwerke im Gewässerraum, die Förderung vielfältiger Lebensräume entlang der Gewässer und die Bekämpfung von problematischen Pflanzen. Samuel Marti plädierte dafür, das Konzept zu genehmigen.

«Dies ist eine günstige Möglichkeit, eine naturnahe Umgebung mit einer grossen Biodiversität und einem schönen Naherholungsgebiet zu schaffen», meinte er. Christoph Hauert von der Ulfko bestätigte, dass der Kanton keine Vorgaben mache, wie Bäche auszusehen haben und mit welcher Periodizität der Unterhalt erfolgen müsse. Ein Konzept sei jedoch zwingend, um Kantonsbeiträge zu beantragen. Mit einer Gegenstimme verabschiedete der Gemeinderat schliesslich das Konzept zuhanden des Kantons.

Baum ist nicht gleich Baum

In der Gemeinde gibt es verschiedene Kategorien von Bäumen. Eine stattliche Anzahl des Bestandes steht unter Schutz. Einige davon sind in Privatbesitz, andere gehören der Gemeinde. Aus der Bevölkerung gelangten zwei Schreiben an den Gemeinderat. Der Besitzer eines geschützten Exemplars verlangte einen Kostenanteil von 1690 Franken, weil er seinen Baum pflegt. Bei einer Gemeinde-Linde wurde bemängelt, dass die Gemeinde diese nicht pflege. Auf diese Briefe hin machte Gemeinderat Niklaus Fischer dem Rat beliebt, ein Unterhaltskonzept für schützenswerte Bäume zu verabschieden und allfällige Entschädigungen zu regeln.

Gemeindepräsidentin Verena Meyer verwies auf die Ortsplanungsrevision. Sie schlug vor, dieses Thema bis nach der Revision zurückzustellen. Der Rat war sich einig, dass erst das Inventar der geschützten und schützenswerten Einzelbäume überprüft werden müsse. Die Kosten für die Pflege der gemeindeeigenen Bäume werden zukünftig im Budget berücksichtigt. Den Antrag für die Übernahme privater Pflegekosten wies der Rat ab. Die Linde wird jedoch einen Rückschnitt erfahren.

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