Die Bleichenbergstrasse birgt Gefahr, vor allem für Velos. Dort ist es nämlich aktuell nicht möglich, dass zwei Lastwagen kreuzen, ohne dass der bestehende Fussgängerbereich in Anspruch genommen werden muss. Im Rahmen der Ortsplanung benötigte die Bau- und Werkkommission deshalb einen Grundsatzentscheid vom Gemeinderat: Soll im Erschliessungsplan ein zweites Trottoir vorgesehen werden?

Die Bau- und Werkkommission (BWK) hat mit einem Planungsbüro drei verschiedene Varianten geprüft: gar kein Ausbau, ein reduzierter Ausbau und ein umfangreicher Ausbau nach Norm standen zur Diskussion. «Wir kamen zum Schluss, dass der normgemässe Ausbau nicht sinnvoll wäre, weil die Anstösser zu sehr tangiert würden», erklärte Uriel Kramer (Präsident BWK). Die Strasse würde dabei stark verbreitert, zu viel Land müsste von Privaten abgegeben werden.

Ganz ohne zweites Trottoir sei die Situation jedoch zu gefährlich, deshalb schlug die Kommission eine Zwischenvariante vor: «Ein zusätzliches Minimaltrottoir auf der Nordseite der Bleichenbergstrasse leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit», so Kramer. Velofahrer könnten näher am Strassenrand fahren, es entstehe «mehr Luft», wo jetzt Mauern und Zäune vorherrschen. Die Fahrbahnbreite wird dabei nicht verändert, für das Trottoir von 1,5 Metern Breite wäre aber trotzdem Landerwerb von betroffenen Grundstücken nötig, wen auch in viel kleinerem Umfang als bei der Normvariante. Insgesamt seien es etwa 880 Quadratmeter.

Die SVP-Fraktion stellte sich aus diesem Grund klar gegen das Vorhaben. Markus Dick hielt fest, dass Enteignungen zu vermeiden seien und die Anwohner sicher nicht gern «die Hälfte ihres Gartens» abgeben möchten. Stattdessen sprach er sich für die Variante ohne zusätzliches Trottoir aus. Dem schloss sich Priska Gnägi (CVP) an. Viel wichtiger wäre es, die Einfahrten zu optimieren und Hecken zu reduzieren.

Anderer Meinung waren die FDP- und die SP-Fraktionen, welche das zusätzliche Trottoir aus Sicherheitsgründen klar befürworteten. Sabrina Weisskopf (FPD) fügte hinzu: «Enteignungen wollen wir natürlich verhindern und selbstverständlich müssen Landbesitzer fair entschädigt werden.»

Uriel Kramer betonte zudem, dass die Baulinien bleiben, wo sie heute seien – folglich könne die Vorderkante des Hauses noch immer an derselben Stelle errichtet werden. Auch könne die Bevölkerung jederzeit Einfluss nehmen, sei es in der Mitwirkung, bei der öffentlichen Auflage und schliesslich auch wieder, wenn die Gemeindeversammlung einen Budgetkredit beschliessen müsste. Mit sechs Befürwortungen, vier Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde der Vorschlag der Bau- und Werkkommission genehmigt.

Nicht umstritten war der Grundsatzentscheid betreffend Schöngrünstrasse, welcher einstimmig gefällt wurde. Aufgrund des Spital-Neubaus wurde dort eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Kanton, Stadt, Spital und der Gemeinde Biberist gegründet, um die Linienführung der Schöngrünstrasse im Gesamten zu überprüfen. Auf östlicher Seite wird neu ein Trottoir mit einer Breite von zwei Metern errichtet.

Überall fehlt Raum

Zu Diskussionen führte auch das Traktandum zur Schulraumplanung – der Schule, dem Werkhof und der Feuerwehr mangelt es an Platz. Es soll deshalb eine neue Arbeitsgruppe gegründet werden, welche strategische Entscheidungsgrundlagen für die weitere Planung vorbereiten kann. Per Schuljahr 2019/20 braucht es zudem einen achten Kindergarten, welcher entweder im Egelmoos oder aber im unteren Schulhaus als Provisorium eingerichtet werden könnte. Die Kommission Schulraumplanung arbeitet diese zwei Varianten aus und bringt sie im September wieder in den Gemeinderat.

Ausserdem hat der Biberister Gemeinderat das pädagogische ICT-Konzept der Schulen Biberist genehmigt und beschlossen, dass die «F-Klasse» in Zuchwil weitergeführt werden soll. Es handelt sich um eine regionale Klasse für fremdsprachige Kinder, welche Deutsch-Intensiv-Unterricht benötigen.