Landwirtschaft
Der Frauenanteil in der Bioausbildung ist höher

An der Bioschule Schwand in Münsingen, welche spezialisiert ist für den Biolandbau, beträgt der Frauenanteil in diesem Jahr 45 Prozent. Am Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz, wo die Spezialrichtung Biolandbau in die Ausbildung integriert wird, ist der Frauenanteil durchschnittlich 15 Prozent.

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Der Frauenanteil in der Bioausbildung ist höher. (Symbolbild)

Der Frauenanteil in der Bioausbildung ist höher. (Symbolbild)

Keystone

Marlene Jaggi hat ihre Ausbildung zur Landwirtin EFZ an der Bioschule Schwand in Münsingen absolviert, einer spezialisierten Schule für den Biolandbau. Dort beträgt der Frauenanteil dieses Jahr 45 Prozent; das sind 13 Landwirtinnen EFZ. In den letzten zehn Jahren lag der Frauenanteil dort im Durchschnitt bei über 37 Prozent, ist von Schulleiter Niklaus Messerli zu erfahren. Damit ist er vergleichsweise hoch.

Die Ausbildung zur Biolandwirtin kann auch an einer kantonalen Ausbildungsstätte absolviert werden. Am Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz wird die Spezialrichtung Biolandbau in die Ausbildung integriert. Die Erstausbildung dauert drei Jahre, die Zweitausbildung entweder zwei Jahre in Vollzeit oder drei Jahre berufsbegleitend.

Laut Jonas Zürcher, Direktor des Bildungszentrums, beträgt der Frauenanteil bei der Landwirtin- /Landwirt-Ausbildung in den letzten Jahren durchschnittlich rund 15 Prozent. «Dieses Jahr haben von 42 Landwirtinnen und Landwirten EFZ vier Frauen abgeschlossen», ist weiter zu erfahren. Der nationale Zukunftstag vom 12. November 2020 bietet Schülerinnen die Möglichkeit, den Beruf als Landwirtin auf einem Betrieb kennen zu lernen.

Zukunftstag 2020

Informationen und Anmeldung bis 25. Oktober unter www.nationalerzukunftstag.ch.

Bioproduktion auf dem Vormarsch

Während die biologische Produktion seit den 1990er-Jahren wächst, schrumpfen die Landwirtschaftsfläche und die Zahl der Höfe weiter: Innerhalb von 20 Jahren ist laut Bundesamt für Statistik nahezu ein Drittel der Landwirtschaftsbetriebe verschwunden und die landwirtschaftliche Nutzfläche hat sich um 2,6 Prozent verkleinert.

Für das Jahr 2019 zählt das Bundesamt für Statistik von total 50'038 Landwirtschaftsbetrieben 7'284 Biobetriebe. Das sind 252 mehr als im Vorjahr, beziehungsweise mehr als doppelt so viele wie 1996. Im europäischen Vergleich steht die Schweiz in der Bioproduktion nach Österreich auf Platz zwei.

Rund 350 Landwirtinnen und Landwirte schweizweit bewirtschaften zusammen knapp 6'000 ha Fläche nach den biodynamischen Richtlinien. Die Ausbildung für den Demeter-zertifizierten Landbau kann in der Schweiz in Rheinau als Zweitausbildung absolviert werden. Die biologisch bewirtschafteten Anbauflächen machen beim Gemüse 21 Prozent, bei den Hülsenfrüchten 29 Prozent und bei den Reben 10 Prozent aus. Biozuckerrüben sind hingegen mit lediglich 1 Prozent kaum verbreitet.

Während sich die Zahl der Rinder und Kühe insgesamt verringert, wächst der Bestand der biologisch gehaltenen Tiere kontinuierlich: 2019 waren es mit 205'349 Rindern und Kühen fast 5'000 mehr als im Vorjahr. Insgesamt verkleinerte sich der Rindviehbestand zwischen 1996 und 2019 um 13 Prozent auf 1,5 Millionen Tiere. 2019 erreichte der Kuhbestand mit rund 680'000 Tieren den tiefsten Wert seit 1996. (vs)