Gasthof Engel
Der Engel schwebt wieder über Oberdorf

Zurück an seinem angestammten Platz: Das historische Wirtshausschild des Gasthofs Engel wurde renoviert.

Hans Peter Schläfli
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Marco Maccaferri, Martin Lisibach und Toni Maccaferri (von links) präsentieren den Engel.

Marco Maccaferri, Martin Lisibach und Toni Maccaferri (von links) präsentieren den Engel.

Hans Peter Schläfli

Da schwebt der Engel gen Himmel und es war schön anzusehen. Was da klingt wie ein weihnächtliches Wunder, das ist gestern Mittwoch mitten in Oberdorf passiert.

Aber es war nur ein profaner Kranwagen, der den edlen Engel und den vergoldeten Arm in die Höhe hob. Zusammen mit dem grossartigen Kunstwerk sassen Toni Maccaferri, sein Sohn Marco und Martin Lisibach in der kleinen Gondel.

Die drei montierten zuerst den vergoldeten Arm an die Ecke des altehrwürdigen Hauses. Dann brachte Toni Maccaferri alles in die perfekte Position. Mit den Worten, «hoffentlich finden sie das irgendwann», versteckte auch noch ein kleines Schild im Engel, auf dem die Namen seiner Schöpfer für die Nachkommen verewigt sind.

Als echter Perfektionist retouchierte Martin Lisibach mit Pinsel und schwarzer Farbe noch die letzten kleinen Spuren der Arbeit. Ganz zuletzt kam auch noch die Wintersonne zum Vorschein, die das Kunstwerk im perfekten Licht erleuchten liess.

Am alten Schild hatte der Zahn der Zeit genagt

Der Gasthof Engel ist ein historisches Denkmal. Schon auf einem Gemälde aus dem Jahr 1660, als Oberdorf als Wallfahrtsort bekannt war, ist das imposante Haus abgebildet. Am alten Schild hatte aber der Zahn der Zeit mächtig genagt. Nun soll es an einem geschützten Ort aufbewahrt werden, damit es nicht mehr weiter rostet.

«Der neue Engel wird viele Jahrzehnte schön bleiben», verspricht Maler Martin Lisibach. Er habe nämlich die modernsten Farben genommen. «Diese sind so schön und so dauerhaft wie Email.» Und der Metallbauer Toni Maccaferri gibt zu: «Ich habe so viele Stunden am Engel gearbeitet, dass es mir manchmal richtiggehend verleidet ist.»

Wirtin spricht von einem Weihnachtsgeschenk

Dafür strahlte Wirtin Eveline Bähler Balli vor Freude: «Das ist das einzige Weihnachtsgeschenk für mich dieses Jahr. Es ist wunderschön geworden», sagte sie, und den beiden Schöpfern war der berechtigte Stolz anzusehen. Davon, dass der neue Engel ein wahres Kunstwerk geworden ist, kann sich nun jeder Passant auf der Weissensteinstrasse überzeugen. Der Gasthof Engel selber wird aber angesichts der Coronapandemie gemäss derzeitigem Stand bis am 1. Februar geschlossen bleiben.

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