Subingen/Horrwil
Der Biber im Brunnbach beschäftigt zwei Gemeinden

Subingen und Horrwil wollen mit Massnahmen den Eifer des Tiers bremsen, damit keine Schäden entstehen.

Patric Schild
Merken
Drucken
Teilen
Ab 2012 staute der Biber in der Nähe des OZ13.

Ab 2012 staute der Biber in der Nähe des OZ13.

Hanspeter Bärtschi

Anfangs August 2019 erhielt das Amt für Wald, Jagd und Fischerei des Kantons Solothurn (AWJF) durch den Werkhof der Gemeinde Horriwil die Information, dass ein Biberdamm im Brunnbach das Bachwasser beim Oberstufenzentrum (OZ 13) aufstauen und einen Konflikt hervorrufen würde. Bei der anschliessenden Begehung stellte das Amt fest, dass zwei Rohre durch den Rückstau an einem Biberdamm vollkommen eingestaut waren.

Weitere Recherchen zeigten, dass es sich um die Meteorwasserleitungen des OZ 13 handelte. Die Liegenschaft befindet sich auf Boden der Gemeinde Subingen. Die Meteorwasserleitungen wiederum leiten in einen Abschnitt des Brunnbachs ein, der sich im Unterhaltsperimeter von Horriwil befindet.

Grosses Schadenspotenzial ermöglicht Eingriff

Ist der Abfluss des Meteorwassers bei einem Intensivregenereignis eingeschränkt, kann aufstossendes Wasser aus den Kontrollschächten oberirdisch in Richtung Gebäude fliessen und durch die Notfalltüren in das Gebäude eindringen. Dies ist bereits im Jahr 2018 geschehen. Im Jahr 2012 kam es zudem zirka 150 Meter bachabwärts infolge eines Rückstaus durch einen Biberdamm in Subingen zu Überschwemmungen der Turnhalle des OZ 13.

Aufgrund einer Einschätzung der Sachlage fand das Amt einen Eingriff dringlich, um Schäden am OZ 13 und dem Siedlungsraum zu verhindern. Diese würden voraussichtlich enorm ausgefallen. Das Schadenspotenzial wurde auf über 10'000 Franken eingestuft. Eingriffe an Biberdämmen sind zulässig, wenn sie der Vermeidung erheblicher Schäden dienen. Eine Interessensabwägung hat ergeben, dass die Verhältnismässigkeit für Massnahmen gegeben sei und der Lebensraum des Bibers nicht wesentlich beeinträchtigt wird.

Denn beim aktuell problematischen Fall handelt es sich um einen Nebendamm. Diese dienen dem Biber dazu sein Revier auszubauen. Sie werden nicht zum Schutz eines Wohnbaus angelegt. Bei mehreren Begehungen konnte das Amt weder einen Baueingang noch eine Fluchtröhre feststellen. Ein weiterer Damm befindet sich jedoch rund 250 Meter bachaufwärts. Dort konnte vergangenen September durch Fotofallen auch eine Biberfamilie nachgewiesen werden. Zudem befinden sich diverse Dämme inklusive Hauptdamm sowie ein Mittelbau im Niedermattbach der Gemeinde Subingen.

Aktivitäten des Bibers regelmässig kontrollieren

Horriwil wurde daher rückwirkend die Bewilligung für eine einmalige Herabsenkung des Nebendamms erteilt und zusätzlich damit beauftragt, künftig regelmässige Kontrollen durchzuführen. In der Gemeinde zeigt man sich zufrieden mit den kantonalen Auflagen und plant aktuell keine weiteren Massnahmen. «Wir wollen akzeptieren, dass der Biber hier ist», erklärt Horriwils Gemeindepräsident Martin Rüfenacht. Schliesslich könne man dem Tier auch nicht einfach sagen, dass es woanders hingehen soll. Im Moment scheinen die Massnahmen zu fruchten, und solange er sich still verhält, sei auch alles in Ordnung. Drohe jedoch wieder eine Gefährdung, müsse man weiterschauen. Noch fehle allerdings auch die Erfahrung, um konkret sagen zu können, ob das Tier eine Gefährdung oder eine Bereicherung darstellen würden. «Wichtig ist, dass wir die ganze Geschichte jetzt aufmerksam weiterverfolgen», so Rüfenacht.

Subingen wiederum wurde vom Amt als Präventionsmassnahme auferlegt, die Meteorwasserleitungen des OZ 13 bis Ende Juli bibersicher zu vergittern, um den Einzug des Tieres in das Leitungssystem zu verhindern. Der Gemeinderat Subingen beschäftigte sich kürzlich auf dem Zirkularweg mit der Thematik. Er beantragte in seiner Stellungnahme einen Zusatz, der in die Verfügung aufgenommen werden soll. Subingen soll ebenfalls regelmässige Kontrollen durchführen sowie neue Biberdämme am Brunnbach bei der Einmündung des Niedermattbaches entfernen dürfen.