Nun läuft die voraussichtlich letzte planerische Phase zum Ausbau der Schreinerei Berger in Bibern. Aufgelegt wurde der Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften. Er bezweckt vor allem die Erhaltung des Betriebs einer Schreinerei.

Möglich wird eine Erweiterung des bestehenden Schreinereibetriebes innerhalb der Gewerbezone. Ziel des Gestaltungsplanes ist es des Weiteren die baulichen Anlagen in die Landschaft und das Ortbild zu integrieren. Die Gebäudegruppe mit der Schreinerei liegt isoliert etwas abseits vom Dorfkern.

Zudem werden Vorplatz- und Grünräume klar definiert. Im Gestaltungsplan werden deshalb nicht nur die Lage und die Ausmasse der Baufelder sowie die Erschliessung beschrieben. Bestimmt werden auch beispielsweise die Warenumschlagsflächen oder die Parkplätze sowie Standorte für offene Lagerflächen, Brett- und Brennholzlager, Steindepot und Mulden.

Nicht zuletzt werden Grünflächen und die Anzahl und ungefähre Lage der Baumpflanzungen geklärt. Grünflächen sowie Verkehrsflächen dürfen nicht zur Lagerung von Waren benutzt werden.

Kompromisse gefunden

Ein umstrittener Punkt war bisher immer die Erstellung von Wohnraum. So fürchtet der nahe Landwirtschaftsbetrieb, dass es später zu Geruchsklagen kommen könnte. Eine betriebsnotwendige Wohnung inklusive privatem Trainings- und Fitnessraum ist nur im westlichen Baufeld A zulässig.

Die Gesamtfläche wird auf 335 Quadratmeter limitiert. Vor der Mitwirkung waren für diesen Wohnraum 35 Prozent der Bruttogeschossfläche des Gebäudes im Baufeld A vorgesehen. Das wären über 400 Quadratmeter gewesen.

In den zwei weiteren Baubereichen B und C, die der Erweiterung des Betriebes dienen können, sind keine Balkone zulässig. Baubereich D ist für das Bienenhaus und die Haltung von Kleintieren vorgesehen.

Im Baufeld A dürfen Um- oder Neubauten nur innerhalb der bestehenden Gebäudehülle realisiert werden. Die Baufelder B und C wurden mit der Mitwirkung beschnitten. Betrug bisher die Fassadenhöhe maximal 8,5 Meter, ist es neu die Gebäudehöhe.

Auch die Anzahl der Dachaufbauten wurde bei den Neubauten auf eine im Baufeld B beschränkt, welche nicht grösser sein darf als die Dachaufbaute beim bestehen Haupthaus auf dem Baufeld A.

Die Erschliessung sieht neben klar definierten Parkfelder für die bis zu sieben Mitarbeiter (im Fall einer Erweiterung) eine Verbreiterung der Fahrwege an der nördlichen und östlichen Arealgrenze vor. Die Verbreiterung müsste (wieder nur im Fall einer Erweiterung) auf Kosten von Land des Gewerbebetriebes erfolgen und nicht auf Kosten von Landwirtschaftsland.

Wechselvolle Vorgeschichte

Wird der Gestaltungsplan «Schreinerei Berger, Goltern» mit Sonderbauvorschriften genehmigt, würde er den bisher bestehenden Gestaltungsplan aus dem Jahr 2005 ersetzen. Eine jahrelange Auseinandersetzung wäre beendet. Wer heute das Areal der Schreinerei betrachtet, dem fällt das nicht fertiggestellte Nebengebäude auf.

Im Anschluss an die regierungsrätliche Genehmigung des Gestaltungsplanes im Jahr 2005 stellte die Schreinerei Berger 2008 ein Baugesuch für eine Lagerhalle und ein Jahr später ein nachträgliches Baugesuch für deren Unterkellerung.

Die Gemeinde verfügte kurz darauf einen sofortigen Baustopp, weil die Lagerhalle nicht dem Gestaltungsplan entspreche. Anfangs 2010 bestätigte der Kanton den Baustopp und forderte ein neues Baugesuch, welches dem Gestaltungsplan entspricht. Fritz Berger wiederum erklärt, dass er den Bau sistierte, weil er nicht so bauen wollte, wie es die Gemeinde damals verlangt habe.