Markus Dietschi, Präsident des Vereins «Für üsi Witi», wartete an der Generalversammlung mit ansehnlichen Zahlen auf: 30'000 Personen besuchten letztes Jahr das Infozentrum Witi Altreu. Schulen, Vereine, private Gruppen oder Firmen buchten 115 Führungen mit insgesamt 1987 Teilnehmenden zu den Themen Weissstorch und Lebensraum Witi. 44 Storchenpaare, die 60 Jungvögel hervorbrachten, besiedelten die Horste. Viel Anklang fand die interaktive Sonderausstellung «Blumenwiesen – kleine Verstecke – grosse Entdeckungen».

Aufgrund des grossen Aufwands für die Ausstellung beschloss der Vorstand, diese im 2018 noch einmal zu präsentieren. Mit dem Aufstellen von Infotafeln zur Landwirtschafts- und Schutzzone Witi kommt der Verein der Verpflichtung gegenüber dem Bund nach, tiefgreifende Informationen über die Schutzzone Witi zu liefern. Diese Gegenleistung hatte der Bund für den Bau des Wititunnels verlangt.

Neugestaltung der Umgebung

Pünktlich auf den Eröffnungstermin des Infozentrums am 13. April soll die Neugestaltung der Umgebung Ost fertig sein. Dieses Projekt werde das Zentrum weiter aufwerten und für grosse und kleine Besucher noch interessanter machen, ist Dietschi überzeugt.

Das Aktivitätenprogramm für die kommende Saison sieht Kurzführungen zum Thema Storch anlässlich des Tags der offenen Naturzentren im Mai vor. Heute Samstag machen 18 Teams von Jugendlichen die Umgebung um das Infozentrum unsicher. Birdlife Solothurn führt das Jugend-Bird-Race durch. An diesem Anlass versuchen die jungen Teilnehmenden, möglichst viele Vogelarten zu erspähen und zu bestimmen.

Vertrag mit Storch Schweiz

Um in den Genuss eines Unterstützungsbeitrags des Kantons von 40'000 Franken für die Aufwertung des Anlageteils Ost zu kommen, verlangte dieser den Abschluss eines Dienstbarkeitsvertrags mit der Gesellschaft Storch Schweiz, Besitzerin des Grundstücks. Zusätzlich zum bereits bestehenden Vertrag soll es nun für das Teilgrundstück eine weitere Abmachung mit einem Grundbucheintrag geben.

Diese wird auf die Dauer von 30 Jahren abgeschlossen. Nach dieser Frist fällt das Grundstück an die Storch Schweiz heim. Der Verein ist hinterher nicht verpflichtet, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. «Wir haben keinen Grund, diese Vereinbarung abzulehnen», sagte Dietschi. «Wir können nur davon profitieren.» So nahm die Versammlung den Antrag diskussionslos an. In zehn Tagen wird der Dienstbarkeitsvertrag der Generalversammlung der Storch Schweiz zur Abstimmung vorgelegt. «Dort wird es wohl zu mehr Diskussionen kommen.»

Vorstand komplett

Trotz einem Abgang ist der Vorstand wieder komplett. Nach ihrer Wahl zur Regierungsrätin hat Brigit Wyss demissioniert. Sie war seit 2011 im Vorstand und hatte den Verein als juristische Beraterin unterstützt.

Neu konnte der Grenchner Landwirt Fabian Affolter für die Vorstandsarbeit gewonnen werden. Als produzierender Landwirt hat er einen grossen Teil seiner Anbauflächen in der Witi. «Deshalb liegt mir viel an der Witi», bekannte er. Er wurde mit grossem Applaus gewählt.

Falsche Namen

Nach dem offiziellen Teil der Versammlung erzählte Viktor Stüdeli einige Anekdoten aus seiner 17-jährigen Amtszeit als Witi-Sheriff. Vor allem mit Hundehaltern, die ihre Tiere nicht an der Leine führten, oder mit Autofahrern, die das Fahrverbot missachteten, hatte er zu tun. Einmal drängte er einen Grilleur, sein ganzes Schaf vom Feuer zu nehmen, wieder in den Kofferraum zu packen und wegzufahren. Pro Jahr zeigte er durchschnittlich 20 fehlbare Hundehalter an.

Es sei nicht immer einfach gewesen, deren Identität festzustellen. «Manche haben mich angelogen und einen falschen Namen angegeben», empörte er sich. Mit Schmunzeln erinnerte er sich an die paar Hundehalter, die den Strafbefehl vor Gericht anfochten. «Ich habe nie verloren», bekräftigte er.

Ob die erfreuliche Zunahme der Hasenpopulation auf seine Arbeit zurückzuführen ist, konnte Stüdeli nicht definitiv bestätigen. Er machte vor allem die Fuchsräude dafür verantwortlich, die viele Füchse dahingerafft hat. Auch die trockenen Sommer, die einen späteren Grasschnitt zur Folge hatten, seien vorteilhaft für die Hasen gewesen.