Adventskonzert Derendingen
Dem Guggisberger-Lied werden herbere Töne verpasst

Die Musikgesellschaft lud zum Adventskonzert in die reformierte Kirche ein. Es war das Vierzigste in 41 Jahren.

Hans Blaser
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Die Solistin Karin Sonderegger (Euphonium).

Die Solistin Karin Sonderegger (Euphonium).

Hans Blaser

Vor 41 Jahren konnte die Musikgesellschaft zu ihrem ersten Adventskonzert einladen. Dass es nun trotzdem das 40. war, erklärte Co-Präsident in einem kurzen geschichtlichen Abriss.

In den frühen 70er-Jahren haben junge Musikanten die Idee dazu gehabt. Sie hätten erst den Verein überzeugen müssen. Auch die Kirche als Lokal war nicht einfach so zu bekommen. Beim ersten Konzert – damals noch in der katholischen Kirche – durften die Perkussionsinstrumente nur leise gespielt werden.

Applaus war gar nicht erlaubt. Trotzdem fanden die Konzerte immer am dritten Advent eine Fortsetzung. Erst später entschied sich die Gesellschaft, die Adventskonzerte nur noch in geraden Jahren durchzuführen. Deshalb fand 1995 kein Adventskonzert statt. Die Empörung im Dorf war danach so gross, dass sie den Entscheid sofort wieder aussetzte.

Kontrast zur Blasmusik

Immer vermochte die Musikgesellschaft die Kirche – inzwischen ist es die reformierte – zu füllen. Sehr oft nahm sie dazu auch eine Hilfe in Anspruch. Diesmal waren es Liliane Rohrer, Gesang, und Thomas Brönnimann, Orgel.

Mit einem reinen Orgelvortrag wurde das Konzert auch eröffnet. Mit zwei irischen Volksliedern mit Orgelbegleitung lieferten beide Gäste den gewünschten Kontrast zur Blasmusik. Weit mehr als eine wunderschöne Stimme, nämlich hervorragende Artikulation und präzise Tonlage verrieten die professionelle Ausbildung der Sängerin.

Die Musikgesellschaft selber eröffnete ihr Konzert mit einer Eröffnungsmelodie von Mario Bürki. Weil er sie 2012 zu Ehren seines Berufskollegen Andreas Oestreicher schrieb, nannte er sie «Fanfare for Andi».

Den gepflegten Klang, den die Derendinger in Bert Appermonts «Return of the Vikings» anfangs noch suchen mussten, liessen sie in Jacob de Haans «Spiritual Moments» passend zur Geltung kommen. Ausleben durften sie sich dann in der Schlussnummer «Celtic Crest» von Christoph Walter.

Gut gefallen hat auch die Interpretation des Thomas-Rüedi-Arrangements des alten Guggisberger-Liedes «S isch äbe’n e Mösch uf Ärde». Da brachte die Althorn-Passage eine ganz leicht etwas herbere Note in das sonst dezent von Flöten dominierte Kollektiv.

Damit wirkte es klanglich wie ein Kompromiss zwischen Harmonie- und Brass-Band-Besetzung. Und genau das kam dem Stück sehr entgegen.

Bereits zur Tradition geworden im Adventskonzert ist auch ein Solo. Gespielt wurde es von Karin Sonderegger. Als Euphonistin hat sie sich für eine Komposition entschieden, die André Waignein unter dem Pseudonym Rob Ares wirklich als Solo für Euphonium – natürlich mit Blasmusikbegleitung – schrieb.

Deshalb wirkt dieses «Memory» auch so harmonisch. Und daran hat die Solistin rein gar nichts geändert. Wie viel Adventskonzerte schloss die Musikgesellschaft Derendingen ihr Konzert mit «Stille Nacht» ab.