Zuchwil

Dem Frechdachs auf der Spur: Das erleben Schüler zusammen mit dem Jagdaufseher

Draussen lernen die Kinder, wie man richtig durch einen Feldstecher guckt.

Draussen lernen die Kinder, wie man richtig durch einen Feldstecher guckt.

Eine Schulklasse aus Zuchwil durfte mit Jagdaufseher Tim Barrer in den Birchiwald.

Kein Wunder ist der Weg, der am Zuchwiler Friedhof vorbei führt, derzeit gesperrt. Dort hat ein Dachs seinen Bau gegraben und das schwarze Loch ist so tief, dass man das Ende nicht sehen kann. Also nimmt die Zuchwiler Klasse 1-2 a den «Umweg» an den Gräbern vorbei durch den Friedhof. «Rund 50 bis 60 Dachse dürfte es im Birchiwald geben», erzählt Tim Barrer vor einem imposanten Dachsbau den sieben- bis achtjährigen Kindern. Barrer ist Jagdaufseher des Reviers 18, das Zuchwil, Luterbach und angrenzende Gebiete umfasst. «So ein Loch kann auch einmal vier Meter tief sein. Wenn da ein Kind hineinfällt, dann kommt es vielleicht nicht mehr ohne Hilfe wieder hinaus. Also aufpassen, wenn ihr im Wald spielt.»

Weiter geht die kleine Expedition das Birchi hinauf. «Wir behandeln gerade das Thema Wald und mir sind die Naturthemen sehr wichtig», sagt Lehrerin Kathrin Portmann. Sie sei in der Landwirtschaft aufgewachsen und möchte den Kindern die Natur näherbringen. «Unsere Schüler sollen lernen, die grossen und die kleinen Tiere wie Schnecken und Insekten mit Respekt zu behandeln.»

Der Dachs als scheues Tier

Begonnen hat der Tag in der warmen Schulstube, wo Tim Barrer den Kindern anhand von ausgestopften Tieren und Schädeln zeigte, wie die einheimischen Wildtiere leben. «Die Zähne des Bibers sind schon imposant, da kann man sich leicht vorstellen, wie er damit einen Baum fällt», sagte der Jäger. Und: Der Ausdruck «Frechdachs» sei eigentlich falsch. «Der Dachs ist ein sehr scheues Tier, das man nur selten sehen kann, obwohl es recht viele davon gibt. Aber wir singen nicht umsonst, ‹Fuchs du hast die Gans gestohlen›. Der freche Fuchs ist auch ab und zu im Dorf unterwegs, wo es einfach ist, Futter finden.» Überhaupt sei der Fuchs ein schlauer Profiteur: «Wenn der Dachs seine Wohnung aufgibt, dann zieht meistens ein Fuchs ein.»

Weiter geht es an den Waldrand, wo die Kinder üben dürfen, wie man mit Ferngläsern nach den wilden Tieren suchen kann. «Im Herbst sieht man zwar mehr Rehe, aber die Chance ist heute eher klein, weil sich diese scheuen Tiere sofort verstecken, wenn sie Kinderlärm hören», erklärt Tim Barrer. Dann geht es weiter zum Hochsitz mitten im Wald, auf dem sich die Jäger auf die Lauer legen, und zum Abschluss gibt es noch ein Znüni. «Die Spuren und Löcher der wilden Tiere zu sehen, das ist spannend», zieht das eine Kind Bilanz. Das andere erzählt, dass es Eichhörnchen und eine Spinne gesehen habe. Dass sich die Rehe nicht aus ihren Verstecken wagen, ist nicht so schlimm – die Kinder nehmen einfach die Hände über den Kopf und beginnen, Rehbock mit Geweih zu spielen.

..

Meistgesehen

Artboard 1