Lohn-Ammannsegg
«Dekorationen bei Gemeinschaftsgräbern nehmen zum Teil groteske Formen an»

Der Gemeinderat Lohn-Ammannsegg will Auswüchse beim Gemeinschaftgrab zurückbinden.

Urs Byland
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Das Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof.

Das Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof.

Urs Byland

Der Friedhof in Lohn-Ammannsegg bietet mehr Platz, als benötigt wird. Deshalb suchte Beat Wyler (FDP), der Ressortverantwortliche im Gemeinderat das Gespräch mit den Friedhof-Verantwortlichen. Dabei kam auch ein Thema zur Sprache, das nicht nur in Lohn-Ammannsegg unterschiedlich diskutiert wird. «Die Dekorationen bei den Gemeinschaftsgräbern nehmen überschwängliche zum Teil groteske Formen an», beschreibt Wyler das Problem.

Er habe sich selber die Sache angeschaut. «Da wird beispielsweise die Bepflanzung ausgerissen und eine individuelle Bepflanzung angelegt.» Die Rede ist vom Gemeinschaftsgrab Seelenblatt (siehe Foto). Das Reglement besagt, dass die Angehörigen die Möglichkeit haben, nicht störende, persönliche Gegenstände auf dem dafür vorgesehenen Grünstreifen direkt unterhalb des Seelenblattes zu stellen oder zu legen. Anpflanzungen sind unzulässig.

Wyler wollte im Gemeinderat spüren, in welche Richtung er das Thema konkretisieren soll. «Sollen wir diesen Umgang tolerieren oder braucht es eine Änderung des Reglements?» Die Meinungen gingen auseinander. Wer ein Gemeinschaftsgrab will, der will keine individuelle Lösung, so die Meinung auf der einen Seite.

Also dürfe das Grab auch nicht individuell dekoriert werden, oder dann allenfalls ganz klar eingeschränkt, beispielsweise auf einen Gegenstand mit maximalen Massangaben. Andere fanden diese Lösungen zu restriktiv, insbesondere für die Hinterbliebenen, deren Meinung bezüglich Grabwahl nicht mit derjenigen des Verstorbenen übereinstimmt. Man kam im Gemeinderat überein, die Thematik mit dem Gestalter des Gemeinschaftsgrabes zu diskutieren. Denn dieser soll eine zusätzliche Aufgabe erhalten. Das Gemeinschaftsgrab «Seelenblatt» wird in einigen Jahren erschöpft sein. Eine Erweiterung oder allenfalls ein neues Gemeinschaftsgrab muss in Betracht gezogen werden. Dies soll mit dem ausführenden Künstler der jetzigen Anlage geschehen.

Die Verkleinerung des Friedhofes ist nicht zuletzt eine Folge der starken Benutzung des Gemeinschaftsgrabes. Diese fand im Gemeinderat nicht nur Zustimmung. Für Thomas Jäggi (SP) ist es eine «komische Vorstellung», wenn die südwestliche Ecke irgendeinmal überbaut wird. «Wir wohnen heute öfters auf früheren Friedhöfen. Das ist der Lauf der Dinge», entgegnete Beat Wyler. Der Gemeinderat stimmte einstimmig für die Ausscheidung der südwestlichen Ecke des Friedhofes als Reservefläche. Dort werden vorerst keine neuen Bestattungen zugelassen. Was mit dem Areal geschehen soll, wenn die Grabesruhe der noch bestehenden Gräber endet, soll dann der künftige Gemeinderat entscheiden.

Der Gemeinderat hat:

- dem neuen Formular «Wasserbezug ab Hydrant» sowie einer Pauschalgebühr von 50 Franken und einer Verbrauchsgebühr von 2 Franken pro Kubikmeter Wasser zugestimmt;

- beschlossen, das überarbeitete Reglement über die Abfallbewirtschaftung der Gemeindeversammlung vorzulegen;

- die Rechnung zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet, sowie den Finanzplan zu Kenntnis genommen;

- einer Vereinbarung betreffend Landabtausch Bushaltestelle Ammannsegg zugestimmt.

Ideenwettbewerb entschieden

Der Infoanlass und damit der Start zur Mitwirkung zum Planerischen Entwicklungskonzept Bahnhof muss verschoben werden. Die Kantonale Vernehmlassung entspricht nicht den Erwartungen der Planungskommission. Es fehle eine Würdigung des Konzeptes. Gemeindepräsident Markus Sieber (Parteilos) empfiehlt, noch einmal das Gespräch mit dem Kanton zu suchen, «damit wir gestärkt in die Mitwirkung gehen können». Er hofft nun, einen Informationsanlass anfangs September und die Mitwirkung vor den Herbstferien durchführen zu können.

Eine Jury hat aus 13 Einsendungen zur Umgestaltung Wasserspiel beim Schulhaus drei Vorschläge prämiert. Umgesetzt wird damit die Motion Werner Pfeuti. Teile der drei Siegerideen werden nun für die definitive Gestaltung vereint. Diese darf 40 000 Franken kosten. Weil es sich um eine teilweise vorgezogene Umsetzung des Gesamtkonzeptes Schulanlage handelt, soll die Planung innerhalb des Kredites für das Gesamtkonzept erfolgen.