«Die Feuerwehr ist wie Polizei und Sanität eine Blaulichtorganisation, die zu Hilfe und Rettung verpflichtet ist», stellte Deitingens Feuerwehrkommandant Thomas Stalder im Gemeinderat klar. Das Feuerwehrgesetz regle die Gebietszuständigkeiten, sofern nicht andere Vereinbarungen zur Zusammenarbeit und Unterstützung greifen.

Weil die Feuerwehr Flumenthal-Hubersdorf es in der gesetzlich vorgeschriebenen Einsatzzeit von rund 10 Minuten nicht schaffen kann, im Schadensfall den Schachen als sein Ortsgebiet rechts der Aare zu erreichen, tritt die Gemeinde dieses Areal bezüglich aller Feuerwehraufgaben an die Nachbarorganisation Deitingen ab. «Wir sind einfach näher dran», sagt Thomas Stalder, Initiant des Vertrages, den Deitingen mit Flumenthal abschliesst, und in dem alles Notwendige für eine Vertragsdauer von vorerst 15 Jahren geregelt ist.

Flumenthal wird eine jährliche Pauschale in Höhe von 4564.40 Franken für Materialanschaffungen und Ausbildung sowie den Sold gemäss Dienst- und Gehaltsordnung Deitingen für geleistete Stunden entrichten. Entschädigungsansätze werden periodisch alle vier Jahre in gegenseitiger Absprache insbesondere bei Neu- und Umbauten im Schachen angepasst.

Zuvor im Dorf und im Gemeinderat geäusserten, emotionalen Voten, diese Forderungssumme wegen der bilateralen Spannungen um die Errichtung des künftigen Bundesasylzentrums kräftig anzuheben, erteilte Stalder eine deutliche Absage. «Blaulichtorganisationen sind kein Wunschkonzert.» Man richte sich hier im Kanton nach den Gebührentarifen der Solothurnischen Gebäudeversicherung, die diese auf der Basis der Gebäudeversicherungswerte errechnet. Im Schachen (Gefängnis, Autobahnraststätte Silberkurgel) liegen diese Werte gegenwärtig bei insgesamt 61 Mio. Franken.

Der Gemeinderat unterstützte die Vereinbarung mit Flumenthal-Hubersdorf einstimmig. Gleichzeitig würdigte der Rat die Zusammenarbeit mit Luterbach, wo die Feuerwehr Deitingen im Rahmen der Tagesalarmgruppe bei Bedarf zu Hilfe kommt. Bezahlt werden hier die «Mann-Stunden» für den Einsatz. «Natürlich engagieren wir uns ebenso in der regionalen Nachbarschaftshilfe oder bei Brandereignissen etwa in Wangen – also auch ausserkantonal, wenn wir gerufen werden.»

Familien entlasten

Schon in der Dezembersitzung hatte der Gemeinderat zum schulergänzenden Angebot eine Grundsatzdiskussion geführt und Ratsmitglied Franziska Sterchi beauftragt, eine breit abgestützte Arbeitsgruppe zu berufen und deren Aufgabengebiet zu skizzieren. «Bei uns in Deitingen ist das schulergänzende Angebot gemäss Vorgabe des Kantons tatsächlich etwas spärlich», forderte sie den Widerspruch von Ratsmitglied Michael Tüfer heraus. Er bezeichnete das Angebot als durchaus ausreichend. Aber er wünsche sich ein anderes Familienbild, in dem sich Eltern noch um alle Belange ihrer Kinder selbst kümmern und dies nicht an eine Fremdbetreuung delegieren. Zudem ärgere ihn, dass der Antrag mit Kostenfolge von rund 1250 Franken erst jetzt nach der Budgetphase im Januar erfolge.

Mit 5:2 bekräftigte der Rat aber die Einsetzung der Arbeitsgruppe, die noch nicht namentlich bekannt ist. Sie soll Vertretungen aus Kirch- und Bürgergemeinden und Schule sowie zugezogenen Fachleuten erhalten.

Ratsmitglied Martin Joss verwies auf die Organisation eines Mittagstisches, für den 14 Familien ihr Interesse angemeldet hätten. Der Gemeinderat erwartet im Herbst einen Bericht der Arbeitsgruppe mit Vorschlägen zur Angebotserweiterung.

Den Sparstift ansetzen

Gemäss Antrag des Gemeindepräsidenten überprüfte der Rat alle laufenden Verträge und Mitgliedschaften der Gemeinde hinsichtlich des Nutzens für Deitingen. «Vieles ist gut investiert», urteilte Eberhard, der aber die Streichung einer Verbandsmitgliedschaft vorschlug. Jan Binzegger votierte dafür, eine Vergleichsofferte für den gesamten IT-Bereich einzuholen.
Auf Antrag des Finanzausschusses hinterfragte der Gemeinderat die sehr unterschiedlich hohen Vereinsbeiträge, die offenbar historisch so gewachsen sind.

Finanzressortchef Michael Tüfer plädierte dafür, dass reglementarische Begründungen für die Beitragshöhe, die Angemessenheit und vor allem auch die Leistung des jeweilig unterstützten Vereins fürs Dorf hinterfragt werde. «Wir schätzen unsere Vereine, doch in Zeiten knapper Kassen muss gespart werden können», lautete die Ratsmeinung. Deshalb wird mit drei Vereinen das Gespräch gesucht. Die Federführung liegt im Ressort Kultur. Der Gemeinderat wird dann alle Beiträge in einem Reglement festhalten und neu beschliessen.