Oekingen

Debatte um Hoek-Schulkreis erhitzt die Gemüter

Schulhaus Kriegstetten: Das grösste Dorf im Schulkreis sucht den Austritt.

Schulhaus Kriegstetten: Das grösste Dorf im Schulkreis sucht den Austritt.

Der Präsident der Kreisschulkommission bemühte sich bei der Versammlung der Gemeinden Halten, Oekingen und Kriegstetten sachlich zu bleiben. Kriegstetten und Halten wollen einen Systemwechsel – bei Oekingen findet das wenig Anklang.

Man musste schon genau suchen, um an diesem Abend Kriegstetter im Saal auszumachen. Von 33 Personen an der Schulgemeindeversammlung Halten-Oekingen-Kriegstetten waren gerade einmal drei aus Kriegstetten gekommen. Die Gemeinderäte Simon Wiedmer und Thomas Affolter hatten sich abgemeldet. Sie wären hoch willkommen gewesen.

Den Stimmberechtigten brannten Fragen auf den Zungen, die sich um den angekündigten Austritt Kriegstettens aus dem Schulverband drehten. Der dortige Gemeinderat hat diesen Schritt angedroht, weil er auf ein Delegiertensystem umsteigen will. Auch der Gemeinderat Halten befürwortet einen Systemwechsel. In Oekingen findet das wiederum keinen Anklang.

Information aus erster Hand

Zuvor bemühte sich der Präsident der Kreisschulkommission, Remo Siegenthaler, um Sachlichkeit. Er präsentierte die Rechnung des Primarschulverbandes, die um 54'000 Franken besser abschliesst als der budgetierte Aufwandüberschuss von rund 3,8 Millionen Franken.

Effektiv zahlen die drei Gemeinden rund 2,6 Millionen Franken für ihre gemeinsame Schule, weil die Mieten für die Schulräume und die Subventionen letztes Jahr noch direkt an die Kommunen flossen. Kriegstetten trägt mit 1,2 Millionen den grössten Brocken.

Von Schulleiter Andreas von Felten erfuhren die Anwesenden, was die Schule vergangenes Jahr beschäftigte. Ein Werklehrer war krankheitsbedingt ausgefallen, was Mehrkosten verursachte.

Die Gesundheit unter den Schülern war gut, wozu auch die Lauskontrolle beigetragen hatte. Auch über die Schwierigkeit der Schülerzuteilung im kleinen Schulkreis wurde aus erster Hand informiert. Oder über den Lehrplan 21. Da komme einiges auf die Schule zu, meinte von Felten. Wobei grundlegende Änderungen wie die Frühfremdsprachen oder die Frühförderung den Lehrplan bereits einiges stärker durchgeschüttelt hätten, als es der Lehrplan 21 tun werde.

Spielball der Politik?

Es waren Informationen wie diese, die das im Vergleich zu Einwohnergemeindeversammlungen klar jüngere Publikum dankbar aufnahm. Und die mit einem Delegiertensystem ohne Beteiligung durch die Stimmbürger vermisst würden. Es stinke ihm, meinte ein Anwesender, dass die Gemeindeversammlung von Kriegstetten über den Austritt abstimmen werde und er so auf deren guten Willen angewiesen sei. «Es beunruhigt mich, dass man das Konstrukt Hoek auflösen will.»

Eine Frau monierte, dass sich aus Kriegstetten kaum jemand an der Versammlung zeige. «Wir müssen dazu aufrufen, dass die Versammlung besucht wird», meinte eine andere. Es solle niemand anderes bestimmen, was mit den Schulkindern geschehe.

Offizielles Kriegstetten abwesend

Etienne Gasche rief die Kreisschulkommission dazu auf, eine Haltung zum angekündigten Austritt einzunehmen. «Ihr seid eine Fachbehörde aus dem Bildungsbereich. Es ist fahrlässig wenn Ihr sagt, das geht Euch nichts an.» Kommissionspräsident Siegenthaler verwies darauf, dass die Schule funktioniere, in der Evaluation gut abgeschnitten habe, und man niemandem etwas vorschreiben könne. «Wir erfüllen unsere Aufgaben und betreiben Sachpolitik im Interesse der Kinder.» Auch Schulleiter von Felten verwies auf den politischen Prozess. «Da können wir wenig Einfluss nehmen.»

Nadja Giger schliesslich fühlt sich den politischen Interessen ausgeliefert wenn sie hört, dass die Schule Hoek gut funktioniere, Kriegstetten aber austreten wolle. «Da wird Unsicherheit geschaffen. Das beschäftigt mich und meine Kinder.» Die unzufriedenen Haltungen wurden beim anschliessenden Imbiss geäussert. Damit zeigte die Schulgemeindeversammlung, dass sie neben dem Abnicken der Rechnung weitere, nicht minder wichtige Zwecke haben kann. Und sei es bloss, um seinem Ärger Luft zu verschaffen.

RAWR: Finden Sie das neue Delegiertensystem des Schulverbands HOEK gut?

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