Anklageschrift
Das wird dem Subinger Pfarrer vorgeworfen

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland gegen den Subinger Pfarrer A. W. lautet auf unbefugte Beförderung von Betäubungsmitteln.

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Der bisher im Pfarrkreis Subingen-Aeschi tätige Pfarrer A. W. muss sich eine neue Kirchgemeinde suchen. Hanspeter Bärtschi

Der bisher im Pfarrkreis Subingen-Aeschi tätige Pfarrer A. W. muss sich eine neue Kirchgemeinde suchen. Hanspeter Bärtschi

Hanspeter Baertschi

Laut Anklageschrift befand sich der 44-jährige A. W. nach seiner Festnahme auf dem Flughafen Zürich-Kloten von 15. Dezember 2014 bis 13. Februar 2015 in Untersuchungshaft.

Die Anklage in einem abgekürzten Verfahren lautet: unbefugte Beförderung von Betäubungsmitteln, wobei ein schwerer Fall vorliegt, da er annehmen musste, dass die Widerhandlung die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann. Und zweitens hat er mehrfach versucht, eine Handlung vorzunehmen, die geeignet ist, Herkunft, Auffindung oder Einziehung von Vermögenswerten aus Verbrechen zu verhindern. Abgekürztes Verfahren bedeutet mit Zustimmung der untersuchenden Behörde sowie des Angeklagten.

Die Anklage beruht einerseits auf der Flughafen-Geschichte, als er im Auftrag einer Bekannten einen Mann aus Sao Paulo (Brasilien) abholte, diesen zu einem Mann in Basel bringen und dort die restlichen 5000 Franken aus einem Darlehen von 10'000 Franken erhalten sollte.

Andererseits wird A. W. Geldwäscherei vorgeworfen. So hat er – immer im Auftrag der Bekannten, die ihm auch das Geld dazu gab – insgesamt achtmal Geldbeträge in der Gesamthöhe von 7500 Franken an Personen in Brasilien und Portugal überwiesen, obwohl er annehmen musste, dass die Gelder aus Drogengeschäften stammten. Auch bei der ersten Darlehensrückzahlung von 5000 Franken, so die Anklageschrift, hätte er annehmen müssen, dass das Geld aus Drogengeschäften stammt. Zudem hat er mit seiner Kreditkarte 23 Buchungen im Wert von 16'800 Franken für Flüge von anderen Personen gebucht. Alles im Auftrag der Bekannten, die ihm das Geld jeweils wieder zurückgab. Auch hier hätte er annehmen müssen, dass ihr Geld aus Drogengeschäften stammt. (uby)