Nicht ohne Grund begann die Einsegnung des imposanten Wegkreuzes an der Abzweigung Bachstrasse/Schulweg am Samstag um genau 17.40 Uhr. Im Solothurner Stein ist nämlich die Jahrzahl seiner Errichtung – 1740 – eingraviert. Seit einiger Zeit steht das vorher gefährlich in Schieflage geratene Kreuz, welches unter Nussbäumen am Rande der Hofstatt des Schwaller-Hofs steht, wieder begradigt da. «Kreuze gehören zu unserer Kultur und unserer Gesellschaft», sagte Diakon und Gemeindeleiter Max Herrmann, der das Wegkreuz einsegnete. Es begleite die Menschen, die vorbeigingen und vermittle ihnen Kraft, Schutz und Liebe.

Kaufpreis einen Franken

Die katholische Kirchgemeinde bemühte sich seit geraumer Zeit um die Übernahme des Kreuzes, das im Februar 1940 von der Kantonalen Denkmalpflege unter Schutz gestellt wurde. Der Präsident der Kirchgemeinde, Andreas Beer, beglich denn auch gleich dessen symbolischen Kaufpreis bei Urs Schwaller – nämlich einen Franken.

Seit Menschengedenken gehörte das Kreuz zum Bauernhaus der Familie Schwaller, vorher Burki. Pfarrer Rochus Schmidlin schrieb in seinem Buch zur Geschichte der Pfarrgemeinde Biberist im Jahr 1886, dass das Kreuz an ein Unglück erinnere. Dank etlichen Spenden konnte es nun im Leuziger Steinhauer-Atelier von Heinz Lehmann restauriert und stabilisiert werden. Eine Rekonstruktion der wohl ursprünglich angebrachten Blechtafel in der mittleren Rosette ist zurzeit nicht vorgesehen.

Kinder malten das Kreuz

Mit dem alten Wegkreuz haben sich auch die Kinder im Religionsunterricht befasst. Aus den verteilten Malvorgaben entstanden bemerkenswerte, farbige Gemälde. In angeregter und gemütlicher Atmosphäre genossen anschliessend die rund 120 Besucherinnen
und Besucher auf dem Schwaller-Hof die angebotenen Wurst und Brot sowie Getränke.