Als «politisch ungeschickt» beurteilt der Gemeinderat Kriegstetten das Vorgehen von Swisscom in der Gemeinde. Es geht dabei um die Natelantenne, die im Kirchturm der katholischen Kirche aufgestellt werden soll. Gegen das Vorhaben gab es unzählige Einsprachen. Schliesslich hat die katholische Kirchgemeinde Swisscom ersucht, den bereits abgeschlossenen Vertrag aufzulösen. Zurzeit ist das Baugesuch sistiert und Swisscom, die Einwohnergemeinde und die Kirchgemeinde haben sich am runden Tisch getroffen. «Swisscom sucht einen alternativen Standort», so Gemeindepräsident Simon Wiedmer. «Aber weder das Schulhaus noch die Gemeindeverwaltung kommen für mich in Frage», machte er im Gemeinderat klar. Dieser Meinung waren auch die anwesenden Gemeinderäte. Es sei zudem nicht Sache der Einwohnergemeinde einen Standort zur Verfügung zu stellen, nur weil die Situation innerhalb der Gemeinde verfahren sei. Die Netzabdeckung in Kriegstetten sei gut. Aber umliegende Gemeinden hätten teilweise schlechten Empfang. «Mit einer Antenne in Kriegstetten würde das Gebiet östlich von uns abgedeckt», so Wiedmer.

Er habe vorgeschlagen, dass Swisscom alternative Standorte in den Nachbargemeinden und entlang der Autobahn prüfen solle. Zudem könnten auch die bereits bestehenden Antennen aufgerüstet werden. «Von Gesetzes wegen dürfen zwei Anbieter eine gemeinsame Antenne nützen.» Schwierig fand Wiedmer die Argumentation von Swisscom, dass die Einwohnergemeinde ja offensichtlich mit dem Standort im Kirchenturm einverstanden sei, weil sie keine Einsprache gegen das Baugesuch eingereicht habe. «Ich habe Swisscom klar erklärt, dass das nicht so ist. Wir haben nicht eingesprochen, weil die Vorgaben rechtlich gesehen erfüllt sind.» Wenn Swisscom keinen alternativen Standort finde, dann könne sie die Kirchgemeinde dazu zwingen, den Vertrag einzuhalten und dann werde die Natelantenne im Kirchturm gebaut. «In diesem Fall dürfte Swisscom allerdings einen beträchtlichen Reputationsschaden davontragen.» Laut Wiedmer will Swisscom sich bis Ende Sommer Zeit lassen und Alternativen abklären.

Schöner Überschuss

Der Gemeinderat durfte an seiner letzten Sitzung von einer positiven Rechnung Kenntnis nehmen. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 78'536 Franken. Effektiv erreicht wurden 788'953 Franken. Zwei grosse Brocken hätten die Rechnung verbessert, so Simon Wiedmer. Einerseits habe man rund eine halbe Million mehr eingenommen bei den Steuern und dazu habe der Verkauf des Areales Hauptstrasse 52, gegenüber der Kirche, 280'000 Franken eingebracht. In den einzelnen Konten seien die Abweichungen nur gering. Sorgen macht einzig der Bereich «Soziale Sicherheit», in dem das Budgetieren schwierig sei. «Die Nachtragskredite liegen auch alle in der Kompetenz des Gemeinderates. Das zeigt ebenfalls, dass gut budgetiert wurde.»