Eigentlich hätten am Freitagabend die bunten Lichter an der Aare ausgeknipst werden sollen. Bis am 23. Dezember war die Venezianische Weihnacht in Altreu geplant. Wegen der vielen Besucher wird die Ausstellung beim «Grüene Aff» nun bis zum 31. Dezember verlängert. Das Restaurant Weisser Hirsch wird zwar heute geschlossen, dafür bleibt das Pestalozzi-Restaurant am Aareufer bis Silvester geöffnet.

«Wir haben es wohl fast zu schön gemacht», resümiert Marco Brand. Der Organisator ist «sehr zufrieden» und zieht nach fast zwei Monaten Betrieb eine positive Bilanz. Zwischen 70 000 und 80 000 Besucher hätten seit Ende Oktober jeweils zwischen Mittwoch und Sonntag in Altreu begrüsst werden können.

An den Wochenenden habe man bis zu 1000 Autos gezählt. Die Besucher liessen sich verzaubern von den Lichtern der nachgeahmten Rialto-Brücke, die sich im dunklen Aarewasser spiegelten. Oder sie kosteten im Pestalozzi-Restaurant von den Käsespezialitäten, kauften eine venezianische Maske oder lauschten den Konzerten.

Marco Brand nennt noch mehr eindrückliche Zahlen: 200 000 Gipsengel seien verkauft worden. Davon war nur ein kleiner Teil aus der Kollektion des selbstständigen Stuckateurs aus Obergerlafingen. 3 Tonnen Käse wurden serviert und 7500 Gäste kulinarisch verpflegt, darunter waren etliche Firmenessen.

70 Mitarbeiter – darunter etliche ehrenamtliche – waren an den Wochenenden in Altreu beschäftigt, davon 25 in der Gastronomie. Die gehobenen Preise im «Weissen Hirsch» rechtfertigt Brand mit den hochwertigen Lebensmitteln und gediegenem Service. «Hier wurde immer frisch gekocht. Auf Fertigprodukte verzichteten wir.»

Wieder im Raum Solothurn

Den Erfolg erklärt Brand mit dem «ganzheitlichen Konzept» aus Markt, Gastronomie und venezianischer Themenwelt. Es habe für alle etwas dabei. Die Kinder freuten sich über das historische Karussell, viele fuhren mit der «Engelfähre» auf die Aare hinaus, um das Lichterspiel vom Wasser zu betrachten.

Selbst während den Abendverkäufen in Biel und Solothurn oder den Sonntagsverkäufen in den Städten blieb der Besucherstrom konstant. Die Wertschätzung der Besucher sei gross gewesen, auch die Dorfbewohner hätten ihn unterstützt. «Eine Besucherin umarmte und küsste mich, weil sie die Ausstellung so wunderschön fand.»

Bereits plant Brand die Ausstellung für das nächste Jahr. Sie wird nicht mehr in Altreu stattfinden. Zwei grössere regionale Betriebe im Gastgewerbe würden um ihn «buhlen», um die Messe durchzuführen. «Sie wollen mich unbedingt.» Mit dem Ortswechsel ändert sich auch das Thema. «Die Ideen sprudeln bereits in meinen Kopf.

Das Konzept habe ich mir schon ausgedacht», so Brand. Anders als andere Weihnachtsmärkte in der Region wolle er konzeptionell nicht stehen bleiben. Die Messe dürfte im Raum Solothurn stattfinden. Wo genau und unter welchem Motto, will der 49-Jährige nicht verraten. Nur soviel: «Ich werde wieder alles selber organisieren. Und ich habe mir die Messlatte hoch gelegt.»