Wasserversorgung Lüsslingen-Nennigkofen

Das Trinkwasser ist problemlos geniessbar: «Jetzt nur nicht in Hysterie verfallen»

Der Brunnen bei der Pfarrscheune wird mit Wasser aus der «Gänsematt» gespeist.

Der Brunnen bei der Pfarrscheune wird mit Wasser aus der «Gänsematt» gespeist.

Das Wasser in Lüsslingen-Nennigkofen ist nicht mit Chlorothalonil belastet. Trotzdem will man es künftig vermehrt analysieren lassen.

«Unser Trinkwasser ist zurzeit nicht mit Chlorothalonil belastet», erklärte Tobias Bucher (ressortverantwortlicher Gemeinderat) seinen Kollegen in der letzten Sitzung. Die Bevölkerung sei mit dem Versand der Gebührenrechnungen im Dezember informiert worden. «Wir haben trotzdem beschlossen, dass wir das Wasser künftig vier Mal pro Jahr analysieren lassen.» Ausserdem will der Gemeinderat proaktiv auf der Homepage über die Analysen informieren.

«Das Wichtigste ist, dass unsere Einwohner wissen, dass unser Trinkwasser problemlos geniessbar ist», so Bucher. Gleich wie auch Roland «Ramon» Mullis warnte er davor, in Hysterie zu verfallen. Die Chlorothalonil-Problematik könne nicht von einer Gemeinde oder einer Wasserversorgung alleine gelöst werden. «Das braucht überregionale Lösungen und zurzeit weiss noch niemand, was zu tun ist.» Auf Nachfrage von Esther Isch Luginbühl machte Bucher zudem klar, dass die Schutzzone rund um die Quelle bereits heute extensiv bewirtschaftet wird. Das heisst konkret, dass keine Düngemittel oder Pestizide eingesetzt werden dürfen. Im neuen Zonenplan der Gemeinde, der allerdings noch nicht rechtskräftig ist, sind die neu ausgeschiedenen Schutzzonen 1, 2 und 3 oberhalb des Reservoirs im Ortsteil Nennigkofen ausgewiesen.

Um Wasser ging es auch in einem zweiten Traktandum der Sitzung. Die Quelle der Kirchgemeinde, die die Brunnen bei der Pfarrscheune und beim Pfarrhaus speist, ist versandet. Die Quelle liegt in der sogenannten «Gänsematt». Schon im Jahr 2018 hatte man einen Kredit ins Budget genommen, um dort erneut nach Wasser zu suchen und die Quelle allenfalls neu zu fassen. Von den 30'000 Franken wurden bisher nur 2000 Franken aufgewendet. Nun möchte man im Herbst einen Spezialisten mit der Wassersuche beauftragen. «Findet der Spezialist kein oder nur wenig Wasser, dann kostet uns das rund 5000 bis 6000 Franken. Nur wenn es sich lohnt und die Quelle neu gefasst wird, wird der Kredit aufgebraucht», so Bucher. In diesem Fall müsste aber die Zuleitung zur Pfarrscheune verlegt werden. Die Leitung ist zwar neu, sie durchquert aber ein Grundstück, das mit der Revision der Ortsplanung neu der Bauzone zugewiesen wird.

«Ist das Luxus oder eine Notwendigkeit?»

Im Gemeinderat entbrannte daraufhin eine Diskussion um Sinn oder Unsinn einer neuen Quellfassung. Das Wasser aus dem Brunnen werde vorwiegend zum Blumen spritzen verwendet. «Wollen wir uns diesen Luxus leisten?», war deshalb eine der Fragen. «Bringt diese Quelle Trinkwasser?», eine andere. Die Brunnen in Lüsslingen-Nennigkofen werden heute nicht mit Wasser aus dem Reservoir gespiesen. Die meisten nutzen aber das Wasser aus dem sogenannten Überlauf. Für Mullis war klar: «Laufende Brunnen sind für mich eine Bereicherung des Dorfbildes.» Bucher meinte weiter, dass künftig auch das Wasser der Brunnen vermehrt analysiert werden soll.

Mullis und Bucher sprachen sich dafür aus, abzuklären, ob in der «Gänsematt» Wasser zu finden ist, oder nicht. «Dann wissen wir es.» Andernfalls müsste der Brunnen bei der Pfarrscheune an die Trinkwasserversorgung angeschlossen werden. Das wiederum hätte zur Folge, dass der Brunnen bei Wasserknappheit abgestellt würde. Fünf Gemeinderäte sprachen sich für die Wassersuche aus, zwei waren dagegen.

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