«Das 31. Trachte-Zmorge z Halte a der Oesch war das am besten besuchte seit Beginn.» Das sagte Landwirt Josef Kaufmann zufrieden am Ende eines strengen Tages. Er muss es wissen, sitzt er doch von morgens 9 Uhr bis mittags 13 Uhr, bevor Kuchen und Zvieriplättli aufgetragen werden, an der Kasse. «Mittags um elf Uhr hatten wir bereits so viel eingenommen wie sonst den ganzen Tag», ergänzte er noch. Die Trachtenleute mussten Nachschub holen in der Käserei und im Hühnerhof.

Ja, das Trachte-Zmorge ist beliebt. Es ist ein traditioneller Anlass, den dmehrere Generationen einer Familie gemeinsam besuchen. Die Stammkundschaft ist seit Jahrzehnten treu und vererbt die Freude an die Nachkommen.

In Halten an der Oesch gibt es in liebevoll dekoriertem Rahmen ein richtig «chüschtiges» Zmorge mit heissem Milchkaffee, von Bäuerinnen gebackene Brote und Zöpfe, Anken und Konfitüre aus der Umgebung. Genau wie auch die Rösti mit Spiegeleiern und der Hamme. «Wir wollen kein so modernes Zeugs, das in riesigen Kästen am Meer aufgetischt wird», hält eine Grossmutter resolut fest. «Hier wissen wir noch, was aufgetischt wird.»

Übrigens, es fällt geradezu auf, dass kaum etwas auf den Tellern zurückbleibt. Bäuerin Marianne Steiner bestätigt, dass sie wenig Abfall entsorgen müssten angesichts der grossen Besucherzahl. Ein älterer Gast meint: «Hier in dieser bäuerlich authentischen Umgebung fühle ich mich wohl. Hier schmeckt das Morgenessen zum Vornherein besser als in einer unpersönlichen Lokalität.»

Die organisierende Trachtengruppe Kriegstetten ist jährlich für musikalische Unterhaltung besorgt. «Aber das soll nicht der Hauptanziehungspunkt sein», hält Präsidentin Regula Richard fest. «Die Leute wollen schwatzen und lachen miteinander.»

Zudem tritt im frühen Nachmittag jeweils die Kindertanzgruppe unter ihrer Leitung auf. Auch wenn sich die Tänze immer ähnlich sind, ist die Aufführung für die Zuschauer immer wieder neu. Dank der fantasievollen Interpretationen von den kleinen Tänzern.