Gemeinderat
Das Sportzentrum Zuchwil ist in Bedrängnis

Der Zuchwiler Gemeinderat lässt eine weniger restriktive Vergabe der Investitionsbeiträge fürs Schwimmbad im Sportzentrum zu.

Patric Schild
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Im Sportzentrum muss immer wieder investiert werden.

Im Sportzentrum muss immer wieder investiert werden.

rgw SZ

Bei der ersten Lesung des Finanzplans 2019 bis 2023 hatte die massive Überschreitung der maximal auf 4 Mio. Franken festgelegten Nettoinvestitionen im Zuchwiler Gemeinderat grosses Missfallen ausgelöst. Für Kritik sorgte auch die geplante Erhöhung bei den Investitionen für das Sportzentrum von 1 Mio. auf 1.1 Mio. Franken.

Der Rat beschäftigte sich nun an einer zweiten Lesung zunächst mit Grundsatzentscheiden. Der erste sah vor, dass der Gemeinderat die Aufhebung der Begrenzung der kommunalen Investitionen auf 4 Mio. Franken beschliesst. Silvio Auderset (SVP) merkte an, dass der Rat gar nicht die Kompetenz habe, dies zu entscheiden. Amanda Wittwer (SP) pflichtete ihm bei und erklärte, dass die SP-Fraktion zur selben Erkenntnis gelangt sei. Wittwer stellte daraufhin den Antrag, den Entscheid vor die Gemeindeversammlung zu bringen. Dies wurde vom Rat einstimmig angenommen.

Mal mehr, mal weniger ausgeben

Weiter kann das Sportzentrum zum Erhalt der Infrastruktur auf eine kommunale Unterstützung im Betrag von 1 Mio. Franken jährlich rechnen, was im Rat unbestritten war. Der dritte Punkt besagt, dass die Investitionen ins Sportzentrum auf die Dauer von 2 Jahren geglättet beziehungsweise gesplittet werden können. Finanzverwalter Michael Marti erklärte, dass diese Bestimmung zur Planungssicherheit für weitere Investitionen beiträgt.

Urs Jäggi, Geschäftsführer des Sportzentrums, erklärte wiederum, dass die Glättung von zwei Jahren das Sportzentrum in arge Bedrängnis bringe. Grund dafür ist, dass die nächsten Jahre bereits detailliert geplant und der Finanzplan des Sportzentrums bis ins Jahre 2021 vom Verwaltungsrat abgesegnet wurde. Jäggi plädierte dafür, die Glättung auf 4 Jahre auszuweiten.

Vizepräsident Daniel Grolimund schlug vor, den Antrag gleich ganz zu streichen: «Nur das bringt echte Flexibilität», so der CVP-Mann. Sandro Müller (FDP) entgegnete, dass eine Streichung von manchen als Steilpass angesehen werden könnte. Benjamin Studer (Grüne und Bunte) beantragte daraufhin – wie von Jäggi vorgeschlagen – eine Änderung auf vier Jahre vorzunehmen. Der Antrag von Studer setzte sich letztlich im Rat durch.

Projekte zeitlich verschieben

Mehrere Projekte wurden infolge der zweiten Lesung des Finanzplans 2019 bis 2023 in der Investitionsrechnung gekürzt oder aufgeschoben. So wurde auf Antrag von Regine Urnold Jäggi (SP) der Parkplatz Nord beim Gemeindehaus in der Investitionsrechnung um ein Jahr auf 2020 verschoben.

Der Gemeinderat hat

- bei 9 Ja-Stimmen zu 2 Nein beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um die neue Stromsituation ab 2022 zu prüfen. Dies infolge der Kündigung der Stromlieferverträge mit der AEK. Die Arbeitsgruppe soll dabei aus möglichst je einem Fraktionsmitglied des Gemeinderates bestehen. Die SVP hat bereits angekündigt, sich nicht zu beteiligen, da ihrer Meinung nach in Zuchwil bereits zu viele Arbeitsgruppen im Einsatz seien;

- das Pflichtenheft der Betriebskommission Areal Zelgli Zuchwil genehmigt sowie den Entwurf des Betriebskonzepts zur Kenntnis genommen. Ein Antrag von Bruno Ziegler (FDP), auch ein Vertreter der Anwohnerschaft in die Betriebskommission aufzunehmen, war zuvor gescheitert. Die Mehrheit des Rates war der Auffassung, dass dies nicht adäquat zu bewerkstelligen sei. Allerdings soll die Anwohnerschaft alsbald informiert und miteinbezogen werden. (psg)

Bei den Schulanlagen waren jährlich 1 Mio. Franken Reserven für bauliche Anpassungen infolge des Lehrplans 21 vorgesehen – was bereits bei der ersten Lesung kritisiert wurde. FDP-Mann Müller empfand diese unrealistisch hohe Einschätzung als gefährlich. Parteikollege Thomas Rüeger ergänzte, dass die Zahlen falsche Begehrlichkeiten wecken könnten. Müller beantragte daher die Halbierung der Kosten, was der Rat einstimmig guthiess.

Weiter waren für das Kijuzu (Kinder- und Jugendzentrum Zuchwil) vorsorglich 2 Mio. Franken für die Evaluation der Erweiterung des Angebots eingeplant. Trotz eines Votums von Cornelia König Zeltner (SP), in dem sie auf die zukünftigen Herausforderungen des Kijuzu aufmerksam gemacht hatte, befürwortete der Rat mit sieben zu vier Stimmen auch hier eine Halbierung. Der Antrag der SVP, diesen Beitrag komplett zu streichen, war vorgängig mit 9 Nein zu 2 Ja-Stimmen abgelehnt worden.

Ein weiterer Antrag der SVP-Fraktion, die Eismaschine sowie die Rutschbahn für das Sportzentrum aus der Investitionsrechnung zu streichen, fand indes auch keine Mehrheit. Dem angepassten Finanzplan 2019 bis 2023 stimmte der Rat abschliessend mit 9 Ja zu 2 Nein-Stimmen zu.

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