Recherswil
Das Schulraum-Projekt kommt an die Urne

Am 27. November wird über den Bau eines Doppelkindergartens, die Sanierung des Schulhauses und die Aufstockung des Zwischentrakts abgestimmt. Die Gemeindeversammlung ist deutlich auf das Geschäft eingetreten.

Lea Reimann
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Die Schulanlage Recherswil weist im Moment noch zu wenig Kapazität auf. Das könnte sich nach der Abstimmung ändern.

Die Schulanlage Recherswil weist im Moment noch zu wenig Kapazität auf. Das könnte sich nach der Abstimmung ändern.

Hanspeter Baertschi

Am 27. November können die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Urne abstimmen, ob sie mit dem Bau eines neuen Doppelkindergartens, der Sanierung des Schulhauses sowie der Aufstockung des Zwischentrakts einverstanden sind.

Bei lediglich vier Nein-Stimmen hat sich die Gemeindeversammlung klar dafür ausgesprochen, auf das Geschäft für neuen Schulraum einzutreten. Da sich die Investitionen auf 4,845 Millionen Franken belaufen und damit die Grenze von zwei Millionen Franken übersteigen, wird gemäss Gemeindeordnung aber erst an der Urne entschieden, ob das Projekt tatsächlich in Angriff genommen wird.

Gemeindepräsident Hardy Jäggi informierte zuerst über die bisherigen Abklärungen und die Machbarkeitsstudie. Fest steht: Die Gemeinde braucht neuen Schulraum. Veränderte Unterrichtsformen erfordern mehr Platz, die Schülerzahlen nehmen konstant zu, und es besteht Sanierungsbedarf.

Sowohl der Kindergarten im Winkel als auch das Schulhaus sind in die Jahre gekommen. Zudem sei Recherswil die am stärksten wachsende Gemeinde des Wasseramts, so Jäggi. Während Recherswil und Obergerlafingen heute 224 Schülerinnen und Schüler zählen, sollen es in vier Jahren bereits 254 sein.

Nur eine Variante

Als Ersatz für den sanierungsbedürftigen Kindergarten im Winkel soll deshalb ein neuer Doppelkindergarten beim Schulhaus gebaut werden (1,37 Millionen Franken). Zudem wird das Schulhaus saniert (820 000 Franken) und der Zwischentrakt wird aufgestockt (2,45 Millionen Franken).

Rund 200 000 Franken werden für Mobiliar und Einrichtung aufgewendet. Jäggi erklärte auch, wieso sich der Gemeinderat dazu entschlossen hat, nur diese Variante zur Abstimmung zu bringen. «Nur die vorgeschlagene Variante ist wirklich sinnvoll und zukunftsträchtig, da der Schulraum damit für die nächsten Jahre gewährleistet werden kann», so Jäggi. Zudem wäre Platz für Mittagstisch und Tagesstrukturen vorhanden.

Mehrmals angesprochen wurde von den 59 anwesenden Stimmberechtigten der Steuerfuss. Laut Jäggis Erläuterungen sei zwar kurzfristig keine Steuererhöhung nötig, ab 2019 könnte eine Erhöhung des Steuerfusses allerdings nötig sein, je nach allgemeiner Entwicklung der Finanzen.

Jäggi betonte aber auch, dass man dies bereits 2014, als der Steuerfuss auf 120 Prozent gesenkt wurde, angekündigt habe. Die Steuerfusssenkung sei stets als eine vorübergehende Senkung deklariert worden, unabhängig von diesem Bauprojekt. Peter Wüthrich, Ressortleiter Finanzen, gab zudem Entwarnung: «Ich denke nicht, dass wir über einen Steuerfuss von 130 Prozent diskutieren müssen», betonte er.

Keine Zusammenlegung

Angesprochen wurde auch die Zusammenführung der Schulstandorte Obergerlafingen und Recherswil, welche aber bereits in den Gemeinderäten verworfen worden war. Jäggi betonte: «Beide Gemeinderäte waren einstimmig der Meinung, dass jede Gemeinde ihre Schule behalten soll.»

Etliche positive Wortmeldungen lobten die seriöse Planung. Der Einwohner Martin Rohn betonte etwa, dass er das Projekt unterstütze und dem Gemeinderat gratuliere, insbesondere weil man vor einem Jahr noch mit 2,5 Millionen Franken für einen neuen Kindergarten gerechnet habe. «Es braucht den neuen Kindergarten dringend, ansonsten werden wir durch notdürftige Reparaturen am jetzigen Kindergarten nur Geld verlieren», so Rohn.

Fällt die Urnenabstimmung positiv aus, beginnt im nächsten Jahr die Detailplanung. 2018 baut man den Doppelkindergarten, 2019 wird der Zwischentrakt aufgestockt und 2020 folgt schliesslich die Sanierung des Schulhauses. Vor der Abstimmung wird noch eine weitere Informationsveranstaltung stattfinden.