Obergerlafingen

Das Schulhausprojekt «Toblerone» ist profiliert

Der Neubau des Schulhauses von Obergerlafingen ist auf gutem Weg. In den Herbstferien fahren die Bagger auf.

Architekt Yves Baumann und Baupräsident Urs Loosli kommentierten im Gemeinderat den Planungsstand und die Gebäudeansicht. Tatsächlich gleicht der künftige Schulhaus-Neubau mit seinen charakteristischen Shed-Dächern über einem eingeschossigen Holzbau der süssen Leckerei Toblerone. Wie Lichtkuppeln fangen zackenartig wirkende Dachaufsätze das Licht ein. Die Profile für das mit dem Kindergarten aus fünf Elementen zusammengesetzte Gebäude, welches das bisherige Schulhaus nach Norden hin fortsetzt, stehen bereits.

Zum Projekt in der Zone für öffentliche Bauten gab es keine Einsprachen. Deshalb ist die Spezialkommission Schulhaus-Erweiterungsbau sicher, dass die Bagger in den Herbstferien auffahren können und am 2. Oktober mit den Abbrucharbeiten für das Vordach der Mehrzweckhalle begonnen wird. Die Terminplanung sieht vor, dass die in zwei Etappen stattfindenden Baumassnahmen samt Umgebungsarbeiten Ende 2018 abgeschlossen sind.

Statt, wie anfänglich vorgesehen, die Heizung mit derjenigen der Mehrzweckhalle zu verbinden, sind das neue Gebäude sowie das bis in den Dachraum erneuerte alte Schulhaus energetisch abgekoppelt. Von einer nördlich dem Bau angegliederten Energiezentrale aus wird entweder mit Wärmepumpe oder einem Erdsondensystem geheizt, wie die Spezialkommission noch entscheiden wird. Festgelegt sind die Konzepte für Materialien und Farben. Von aussen wirkt die braun-grau gestrichene Holzkonstruktion optisch zurückhaltend wie «vorgegraut». Zusätzlichen Aufwand verursachen Brandschutzvorkehrungen.

«Unser Projekt, das für unser Dorf ein markantes Vorhaben darstellt, ist auf guten Wegen», sagte Frank Rindlisbacher. Die jetzt laufende Submission zeige, dass rund 80 Prozent der Aufträge für den Kostenvoranschlag unter Dach und Fach seien.

Verdichtung nach innen

Viel Arbeit hatten Rindlisbacher, Loosli und Mitarbeitende geleistet, um den Ratsmitgliedern einen Entwurf für das Bau- und Zonenreglement vorzulegen. «Wir wollen mit dem in Details revidierten Reglement dem neuen Raumplanungsgesetz nachleben, das eine Verdichtung nach innen fordert», betonte Loosli. Denn die Ausnützung im Einfamilienhaus-Dorf Obergerlafingen laufe dieser Planung im zu 45 Prozent überbauten Gemeindegebiet zuwider, falle aber quartierweise sehr unterschiedlich aus.

Um nun verdichtetes Bauen zu ermöglichen, sieht der neue Vorschlag drei gestaltungsplanpflichtige Areale W3 mit rund 25'000 Quadratmetern vor, in denen dreigeschossige Häuser errichtet werden können. Es handelt sich um Gelände am Taubenweg, die Grossparzelle Kirchgemeindehaus und das Areal beim Restaurant Schlüssel. Neu eingeführt und erläutert wird statt der bisherigen Ausnützungsziffer eine Überbauungsziffer, die pro Grundstück mehr Möglichkeiten bietet. Neu ist ebenso der «Nutzungsbonus» für bestehende Bauten, der die Überbauungsziffer um 10 Prozent für beliebige Erweiterungen überschreiten darf. 

Kurz beleuchtet wurden der Gewässerraum und auch das Gewerbegebiet Bolacker, dessen weitere Erschliessung noch offen ist. In Fragen der sogenannten Baulandhortung will die Gemeinde keinen Druck auf Landbesitzer ausüben, weil Gemeindepräsident Beat Muralt zufolge «Planer und Juristen unterschiedlicher Meinung» sind.

Lärmschutz an der Hauptstrasse

Mehrere Gutachten, das letzte vom 20. Juni 2017, stellen fest, dass Obergerlafingen einerseits durch die Autobahn und andererseits durch den Durchgangsverkehr an der Hauptstrasse so belastet ist, dass Grenzwerte überschritten sind. Lärmschutzwände sind allerdings innerhalb des Dorfes nicht möglich.

Der Gemeinderat begrüsst deshalb den Einbau eines lärmdämmenden «Flüster»-Belags, der vom Kanton für 2020 geplant ist. Andererseits werden bauliche Massnahmen mit Torwirkung bei den Nord- und Südeingängen ins Auge gefasst, um vor allen Dingen als Tempobremse zu wirken.

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