Das Schulhaus im Dorfteil Gossliwil soll verkauft werden. Dies will der Gemeinderat der ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 28. April vorschlagen. Aber soll man bereits einen Preis nennen? Die Mehrheit des Gemeinderates sagte Nein. «Man soll dem Gemeinderat vertrauen, dass dieser die Liegenschaft zum bestmöglichen Preis verkaufen wird», äusserte sich etwa Guido Frenzer. Das Schulhaus sei kein unproblematisches Objekt. Wer die Liegenschaft mitten auf einem über 1600 Quadratmeter grossen Grundstück kauft, muss investieren. Das Schulhaus darf nicht abgebrochen werden. Es ist ein wichtiger Bestandteil des Ortsbildes. Gossliwils Ortsbild wird nationale Bedeutung beigemessen. Allenfalls könne über einen Anbau im Nordwesten diskutiert werden.

Die Pläne für das Schulhausareal Aetingen wiederum wurden für zwei Jahre aufs Eis gelegt. Dort liegt ein Gestaltungsplan vor für drei Baufelder, den Kindergarten und das Schulhaus. Vor der Prüfung durch den Kanton waren noch sechs statt drei Baufelder vorgesehen (wir berichteten). Nun kamen dem Gemeinderat aber Bedenken. «Dazwischengekommen ist das Raumplanungsgesetz, ebenso der kantonale Richtplan. Beide Werke stehen in Widerspruch zum vorliegenden Gestaltungsplan», erklärte Gemeindepräsidentin Verena Meyer. «Einer dichteren Bebauung kann ich nur zustimmen», unterstützte Vizegemeindepräsident Thomas Stutz den Antrag von Meyer um Verschiebung des Gestaltungsplanverfahrens um mindestens zwei Jahre.

Aus zehn mach eins

Der Gemeinderat der fusionierten Gemeinde will die Reglemente der Altgemeinden zusammenführen. Als erste Reglemente wurden das Bau- und Zonenreglement, sowie das Grundeigentümer- und Gebührenreglement diskutiert. Georg Baumgartner, Präsident der Baukommission hat einen Vorschlag für das Bau- und Zonenreglement ausgearbeitet. «Ich bin pragmatisch vorgegangen», berichtete er zur Aufgabe, die Reglemente der zehn Altgemeinden in ein Reglement zu giessen. Dabei dürfen, wie Baumgartner vom kantonalen Raumplaner instruiert wurde, nur geringfügige Änderungen angebracht werden. Ein- oder Auszonungen beispielsweise können erst bei einer Überarbeitung des Gesamtzonenplans erfolgen.

Wie also 30 bis 35 Zonen zusammenführen? «Ziel ist es, verdichtet bauen zu können, und die Zonen optimal auszunutzen. Ich bin meistens vom Maximum ausgegangen», erklärte Baumgartner. So habe er sich beispielsweise bei der Ausnützungsziffer an den höchsten Wert gehalten. Er rechne deshalb auch nicht mit vielen Konfliktfällen, bei denen man allenfalls auf das Reglement der Altgemeinde zurückgreifen müsse. «Eigentlich ergeben sich nur Vorteile für künftige Bauvorhaben.»

Kostendeckende Baubehörde

Bei den Baubewilligungsgebühren stellte Baumgartner die Frage in den Raum, warum die Baubehörde nicht kostendeckend arbeiten soll. Im letzten Jahr habe die Baukommission rund 100 Bauten bearbeitet und brutto 45 000 Franken eingenommen. Weniger als die Baubehörde die Gemeinde koste. Sein Vorschlag die Baubewilligungsgebühren auf 0,5 Prozent der zu erwartenden Baukosten festzusetzen, fand nicht nur Zustimmung. «Damit subventionieren Grossbauten die Kleinbauten», sagte Christoph Isch. Der Vorschlag, bei höheren Bausummen eine abgestufte Gebühr anzuwenden, fand eine Mehrheit.

Die Reglemente gehen nun in die Kommission zur Überarbeitung zurück und werden danach vom Gemeinderat weiterbehandelt. Am Ende entscheidet die Gemeindeversammlung.